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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 24 / 2019

Jörg Rosenstock | 7. Juni 2019

Woche vom 9. bis 15. Juni

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Sonntag:    Psalm 118, 1-14
Montag:     Psalm 118, 15-29
Dienstag:     Philipper 3, 12-21
Mittwoch:     Philipper 4, 1-9
Donnerstag:     Philipper 4, 10-23
Freitag:     Sprichwörter 10, 6-12
Samstag:     Sprichwörter 10, 22-32

Im dritten Kapitel des Briefes an die Philipper gibt Paulus einen wertvollen Einblick in seinen eigenen Werdegang und sein Selbstverständnis. Er stammt aus dem Stamm Benjamins, aus dem auch König Saul stammt (1. Samuel 9,17). Paulus selbst trägt den Namen dieses Königs: Saulus. Als Säugling wird ihm die Vorhaut beschnitten, wie es der Bund zwischen Gott und Abraham vorsieht (1. Mose 17,14).  Paulus hat die Tora, die fünf Bücher Mose, studiert. Er hat sich immer an die Weisungen dieses göttlichen Gesetzes gehalten, sogar entsprechend der besonders strengen Auslegung der Pharisäer. Damit konnte Paulus stolz einen untadeligen Lebenslauf vorweisen. Mit diesem Selbstbewusstsein verfolgte er die erste judenchristliche Gemeinde voller Eifer.

Doch seine persönliche Lebenserfahrung mit dem auferstandenen Jesus Christus veränderte seine Einstellung. Jetzt nimmt er sich Jesus Christus als Vorbild. Christus hat seine eigene Göttlichkeit losgelassen, ist Mensch geworden und hat sich dem menschlichen Leben ausgesetzt bis zum Tod am Kreuz. Damit hat er auf seine göttlichen Privilegien verzichtet. So will auch Paulus darauf verzichten, seinen früheren Werdegang selbstgerecht als etwas Besonderes zu erachten. Das „Bürgerecht im Himmel“ (3,20) kann man sich nicht erarbeiten, es wird uns von Gott geschenkt. Gott selbst macht uns gerecht (3,9) durch Jesus Christus.

Aus der kostbaren Einsicht heraus, dass Gott uns gerecht macht, ohne dass wir dafür etwas leisten können, warnt Paulus vor bestimmten Missionaren. Diese „bösen Arbeiter“ (3,2) fordern, dass ein Mann sich erst beschneiden lassen müsse, um Christ zu werden. Aber, so entgegnet Paulus, ein Christ wird man durch das Vertrauen in den auferstandenen Jesus Christus und nicht durch die Entfernung der männlichen Vorhaut.

Statt auf solche falschen Missionare zu hören, sollen sich die Philipper gute Vorbilder suchen (3,17), die den Weg Jesu gehen und bereit sind, auf Selbstgerechtigkeit und eigene Privilegien zu verzichten. Paulus selber möchte ein solches Vorbild sein, obwohl er freimütig zugibt, dass er nicht vollkommen ist (3,12). Doch er ist auf dem Weg und richtet sich auf das himmlische Ziel aus und weiß sich von Christus ergriffen (3,12).

Im vierten Kapitel ermutigt Paulus die Philipper zur Freude. Die Freude erfüllt auch ihn, denn er fühlt sich mit ihnen in Herzlichkeit verbunden. Außerdem weiß er sich selbst von Christus begleitet.  Was auch immer mit ihm in der Gefangenschaft geschehen wird, Paulus vermag alles durch den, „der mich mächtig macht“ (4,13).

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