hg
Bild vergrößern
Menschen erinnern auf dem Leipziger Augustusplatz an die Ereignisse von 1989 (Archivbild). Foto: epd

Bundestag erinnert an friedliche Revolution vor 30 Jahren

epd | 6. Juni 2019

Politiker haben im Bundestag den Mut der Demonstranten gegen das SED-Regime und die Rolle der Kirchen bei der friedlichen Revolution hervorgehoben.

Bild vergrößern
Menschen erinnern auf dem Leipziger Augustusplatz an die Ereignisse von 1989 (Archivbild). Foto: epd

Anzeige

Berlin (epd). Der Bundestag hat die Leistungen der Ostdeutschen im Herbst 1989 gewürdigt. In einer aktuellen Debatte hoben Redner aller Fraktionen am Donnerstag besonders den Mut der Demonstranten gegen das SED-Regime und die Rolle der Kirchen bei den friedlichen Veränderungen in der ehemaligen DDR hervor. Der Bundestag beriet in erster Lesung einen von Union und SPD eingebrachten Antrag mit dem Titel "30 Jahre Friedliche Revolution", der anschließend an den Ausschuss für Kultur und Medien überwiesen wurde.

Dramatische Tage im Herbst 1989

Im Antragstext wird der Weg nachgezeichnet von der entscheidenden Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig bis zur deutschen Wiedervereinigung. Die Bundesregierung wird in dem Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD unter anderem dazu aufgefordert, bis Ende des Jahres ein Konzept für ein Denkmal zur Erinnerung und Mahnung an die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in Deutschland vorzulegen. Weitere Forderungen zielen auf die Entfristung der Rehabilitierungsgesetze und auf die Verbesserung der sozialen Lage anerkannter politisch Verfolgter.

In der Aussprache schilderte der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) seine eigenen Erinnerungen an die dramatischen Tage im Herbst 1989. In der gespannten Stimmung dieser Tage sei schließlich die friedlich verlaufene Demonstration von 70.000 Menschen auf dem Leipziger Innenstadtring ein Signal des Aufatmens gewesen. Heute wie damals gehe es um gemeinsames Handeln in der Gesellschaft. Spaltung, Hetze und Intoleranz stünden dem entgegen, betonte Woidke.

Respekt und Dank

Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung Christian Hirte (CDU) unterstrich, die Mauer sei nicht einfach umgefallen, sondern aktiv zum Einsturz gebracht worden. Nicht eine Wende habe es im Jahre 1989 gegeben, sondern eine friedliche Revolution, sagte der thüringische CDU-Parlamentarier. Den mutigen Akteuren von damals gelte Respekt und Dank, den Opfern der SED-Herrschaft müsse Hilfe und Anerkennung zuteilwerden.

Der AfD-Abgeordnete Tino Chrupalla nannte den Antrag der Koalitionsfraktionen indes den Versuch einer Schadensbegrenzung, nachdem das Vertrauen der Wähler im Osten verlorengegangen sei. Chrupalla zog zudem Parallelen zwischen der Freiheitsbewegung von damals und der Situation heute. Die Widerstandskämpfer von heute seien die gleichen wie die Widerstandskämpfer von damals, sagte der sächsische Abgeordnete. Und weiter, an die Adresse der Bundesregierung: "Hören Sie endlich auf, die Ostdeutschen wie unmündige Kinder zu behandeln."

Verfolgt wurde die Debatte auf der Besuchertribühne auch vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn.

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Wolfgang Riewe
Glück
Was uns Zufriedenheit und innere Erfüllung schenkt

zur Detailseite
Buchtipp

Wolfgang Riewe
Glück
Was uns Zufriedenheit und innere Erfüllung schenkt

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen