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Unser Glaube ist ein Geschenk. Gott selbst ist es, der dieses Geschenk in unsere Herzen legt; ein Funke, der sich entzündet durch die Erzählungen von Großeltern, durch das Beispiel von Eltern oder Freunden, durch Lieder, Gebete oder Predigten. Und weil der Glaube das Leben leuchten lässt und durch Tiefen wie Höhen trägt, ist diese Gabe Grund zum Jubel und zu herrlicher Freude, wie der Verfasser des 1. Petrusbriefes meint. Foto: oatawa

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Geschenkter Glaube

Andacht

Von Dr. Jörn Westhoff | 28. April 2019

Andacht über den Predigttext zum Sonntag Quasimodogeniti: 1. Petrus 1, 3-9

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Unser Glaube ist ein Geschenk. Gott selbst ist es, der dieses Geschenk in unsere Herzen legt; ein Funke, der sich entzündet durch die Erzählungen von Großeltern, durch das Beispiel von Eltern oder Freunden, durch Lieder, Gebete oder Predigten. Und weil der Glaube das Leben leuchten lässt und durch Tiefen wie Höhen trägt, ist diese Gabe Grund zum Jubel und zu herrlicher Freude, wie der Verfasser des 1. Petrusbriefes meint. Foto: oatawa
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Dr. Jörn Westhoff (53), Rechtsanwalt und Hochschullehrer, ist Prädikant in Haltern am See.

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Predigttext
3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. 4 Sie richtet sich auf das neue Leben, das Gott schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. 5 Wenn ihr Gott fest vertraut, wird er euch durch seine Macht bewahren, sodass ihr die volle Rettung erlangt, die am Ende der Zeit offenbar wird. 6 Deshalb seid ihr voll Freude, auch wenn ihr jetzt – wenn Gott es so will – für kurze Zeit leiden müsst und auf die verschiedensten Proben gestellt werdet. 7 Das geschieht nur, damit euer Glaube sich bewähren kann, als festes Vertrauen auf das, was Gott euch geschenkt und noch versprochen hat. Wie das vergängliche Gold im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird, so wird euer Glaube, der viel kostbarer ist als Gold, im Feuer des Leidens geprüft. Wenn er sich als echt erweist, wird Gott euch mit Ehre und Herrlichkeit belohnen an dem Tag, an dem Jesus Christus sich in seiner Herrlichkeit offenbart. 8 Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt. Auf ihn setzt ihr euer Vertrauen, obwohl ihr ihn jetzt noch nicht sehen könnt. Und darum jubelt ihr mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. 9 Denn ihr wisst, dass euer Vertrauen, euer Glaube, euch die endgültige Rettung bringen wird.
Gute Nachricht Bibel

Glück auf!“ – so begrüßen sich Bergleute. Der Gruß beschreibt ihre Hoffnung, es mögen sich neue Erzgänge und neue Kohleflöze auftun, so dass ihre Arbeit nicht umsonst war. In dem Gruß klingt auch die Hoffnung mit, dass man von der Arbeit unter Tage wohlbehalten wieder hinaufkommen möge ins Licht. Den guten Wunsch, den der Gruß ausdrückt, versteht im Ruhrgebiet jeder. Und was kann ich einem anderen Schöneres wünschen, als dass sich dessen Hoffnungen erfüllen mögen?
Wir alle hoffen auf etwas: Dass ein Problem gelöst wird. Dass wir eine Prüfung bestehen. Dass sich neue Möglichkeiten auftun.  Dass der Sommer nicht allzu heiß wird – und nicht allzu regnerisch. Dass wir Arbeit finden oder behalten, und dass sie der Mühe wert ist. Dass wir gesund werden. Oder gar nicht erst krank.

Manch einer hofft, dass er im Lotto gewinnt. Viele Menschen hoffen, dass es anderen gut oder besser gehen möge. Und glücklich ist diejenige zu preisen, die einfach nur hofft, dass alles so gut bleibt, wie es ist!

Auch Petrus schreibt von einer Hoffnung, von der „lebendigen Hoffnung“ der Christen. Diese Hoffnung richtet sich „auf das neue Leben, das Gott schon jetzt im Himmel bereithält“. Sie erwächst aus der Auferstehung Jesu Christi. Denn diese Auferstehung ist auch ein Versprechen an die Menschen, dass mit dem Tod nicht alles enden wird. Vielmehr wird alles neu und schöner sein, als es jemals war.

Vertröstet uns Petrus also auf das Jenseits? Es scheint so. Das ewige Leben, das Gott bereithält, preist er als „Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird“ – ganz anders als alles Irdische. Und dann spricht Petrus auch noch von Prüfungen und Leiden, die uns in diesem Leben erwarten, „damit euer Glaube sich bewähren kann“. Durch ein „Feuer des Leidens“ sollen wir, um uns Lohn im Himmel zu verdienen.

So könnte man Petrus verstehen. Aber nicht wir sind es, die geprüft werden, sondern unser Glaube. Der Glaube aber ist ein Geschenk, das von Gott kommt. Und ein Geschenk Gottes wird wohl seiner Prüfung standhalten. Deshalb stellt Petrus auch klar, dass mit Prüfungen und Leiden nur zu rechnen ist, „wenn Gott es so will“. Das aber bedeutet vor allem, dass unser irdisches Leben nach Gottes Willen auch anderes für uns bereithalten soll: nämlich Schönheit, Glück und Freude. Die Erde soll kein Jammertal sein, im Gegenteil. Gerade weil wir die Hoffnung haben, dass Gott uns ewiges Leben schenkt, können wir schon jetzt glücklich sein und jubeln „mit unaussprechlicher und herrlicher Freude“!

Die Ewigkeit, in der Gott uns bewahren wird, hat jetzt schon begonnen. Der Glaube an die Auferstehung kann uns schon jetzt von Angst und Sorge befreien und uns ein Leben der Liebe ermöglichen – Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu uns selbst. Zu einem solchen Leben hat uns die Auferstehung Christi „neu geboren“, wie Pe­trus schreibt. Aus der Hoffnung auf die Auferstehung können wir auch Hoffnung für die Gegenwart schöpfen. Hoffnung für jeden Tag, der neu beginnt. Und wenn es mal ein Tag voller Arbeit, Mühe und Leiden ist – ein Tag „unter Tage“ sozusagen –, dann gibt uns das Vertrauen auf den Gott Jesu Christi allen Grund, darauf zu hoffen, dass wir auch daraus wohlbehalten herauskommen ins Licht.
Glück auf!

Gebet: Ich danke dir für den Glauben und für die Hoffnung, die du uns durch Jesus Christus und seine Auferstehung schenkst. Hilf mir, diesen Glauben zu bewahren und in dieser Hoffnung zu bleiben, damit ich frei werde zu einem Leben für dich und für meinen Nächsten. Amen.

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