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Polizistenaufmarsch bei rechtsextremer Demonstration in Charlottesville. Foto: arte

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Rassenkrieg in den USA? Die Ziele der Alt-Right

TV-Tipp: arte, Di, 16.4., ab 22.00 Uhr

16. April 2019

Richard Spencer prägte den Begriff „Alt-Right“ – eine Abkürzung für „alternative right“: die radikale Bewegung, die von vielen als die „schickere“ Version des Ku-Klux-Klan angesehen wird.

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Polizistenaufmarsch bei rechtsextremer Demonstration in Charlottesville. Foto: arte

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Laut Spencer haben Schwarze und Juden Amerika seinem Volk weggenommen. Seine Antwort: ein Krieg der Rückgewinnung. Spencer beleidigt offen seine ideologischen Gegner und nutzt Versammlungen und Demonstrationen, um die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen.

Spencers Gegenspieler Daryle Lamont Jenkins scheut aber keine Konfrontation. Der schwarze Antifa-Aktivist ergreift jede Gelegenheit, die Anhänger der Alt-Right-Bewegung öffentlich anzuklagen – was manche von ihnen aus Karrieregründen durchaus fürchten.

Die Spannung zwischen diesen Fronten entlädt sich bei den traumatischen Ereignissen von Charlottesville im Jahr 2017: Kämpfe entbrennen, Menschen werden mit Pfefferspray attackiert, Schüsse fallen. Obwohl rechtsextreme Demonstranten schwer bewaffnet aufmarschieren, sieht die Polizei tatenlos zu. Amateuraufnahmen zeigen aus nächster Nähe, wie dann ein graues Auto eine schmale Straße hinunter in eine Menschenmenge rast. 35 Menschen werden verletzt, eine junge Demonstrantin stirbt.

Das Doppelporträt der beiden Kontrahenten Spencer und Jenkins begleitet die beiden bei ihren Aktionen und lässt sie unkommentiert über ihre Ansichten sprechen, um die Hintergründe der gegensätzlichen Positionen zu beleuchten.

Zu Wort kommen auch Jared Taylor, Gründer der rechtsradikalen Zeitschrift „American Renaissance“, sowie der Journalist Mark Potok, der für die gemeinnützige Organisation „Southern Poverty Law Center“ extremistische Randgruppen beobachtet.

Im Anschluss: 22.50 Uhr Undercover bei den Neuen Rechten. Mein Jahr in der Alt-Right

12. August 2017, Charlottesville, Virginia, Trumps Amerika: Es herrscht Ausnahmezustand, als die Alt-Right-Bewegung auf antifaschistische Gegendemonstranten trifft. Dann fährt ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge, verletzt viele und tötet Heather Heyer, eine junge antifaschistische Demonstrantin.

Inmitten der rechtsextremen Menge mit dem Motto „Unite the Right“ ist Patrik. Doch der junge Student teilt keineswegs diese Überzeugungen, sondern versucht sie zu bekämpfen: Als Undercover-Ermittler entlarvt er die inneren Strukturen der ultrarechten Alt-Right-Bewegung, die die Identität der weißen Bevölkerung bedroht sieht. Er soll herausfinden, woran sie glauben und welche Pläne sie für die Zukunft schmieden.

Seine Reise beginnt in London, wo er sich bereiterklärt, mit der antifaschistischen Organisation „HOPE not hate“ zusammenzuarbeiten. Bewaffnet mit versteckter Kamera und einer großen Portion Mut beginnt er, die verschiedenen Gruppierungen der Alt-Right zu infiltrieren. Seine Recherchearbeiten führen ihn schließlich in die USA und auch zur Demonstration in Charlottesville …

Immer weiter dringt er in den inneren Kreis der Bewegung vor und lernt die wichtigen Persönlichkeiten der Szene kennen, die mit ihm offen über ihre Ansichten sprechen. Patrik analysiert ihr Auftreten in sozialen Medien und betrachtet ihre Verbindung zu den höchsten Mächten im Land. Trotz der Gefahren zieht Patrik seine Mission durch. Das geheime Videomaterial zeigt, wie die Alt-Right-Bewegung die politische Landschaft in Amerika und Europa verändert, indem sie eine Armee von treuen weißen Anhängern aufbaut. Als seine Aufzeichnungen veröffentlich werden, hat das für einige Mitglieder des rechten Netzwerks erhebliche Konsequenzen.

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