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Freuen sich auf das Kulturprogramm: (vorne von links) Andreas Heuser, Kioomars Musayyebi (beide Transorient Orchestra), Julia Helmke (Generalsekretärin DEKT) sowie (hinten von links) Thomas Haberkamp (JJO NRW), Vicco von Bülow (Landeskirchenrat der EKvW), Andres Kuhn (Regionales Kulturprogramm). Foto: DEKT/Stephan Schütze

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Kulturfestival der Extraklasse

Kirchentag

Aus der Printausgabe - UK 16 / 2019

epd | 16. April 2019

Kulturkirche, Konzerte und Kabarett: mehr als 600 Kulturveranstaltungen beim Dortmunder Kirchentag. Eine Besonderheit ist das Regionale Kulturprogramm der westfälischen Kirche.

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Freuen sich auf das Kulturprogramm: (vorne von links) Andreas Heuser, Kioomars Musayyebi (beide Transorient Orchestra), Julia Helmke (Generalsekretärin DEKT) sowie (hinten von links) Thomas Haberkamp (JJO NRW), Vicco von Bülow (Landeskirchenrat der EKvW), Andres Kuhn (Regionales Kulturprogramm). Foto: DEKT/Stephan Schütze

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DORTMUND – Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund wartet mit einem umfangreichen Kulturprogramm auf. Mehr als 600 kulturelle Veranstaltungen stehen vom 19. bis 23. Juni auf dem Plan. „Kirchentage sind auch große Kulturfestivals und machen jeden Kirchentag neben dem gesellschaftspolitischen und geistlichen Programm zu dem, was er ist“, sagte die Generalsekretärin des Kirchentages, Julia Helmke, bei der Vorstellung des Programms. Kunst und Kultur seien ein wichtiger Beitrag, weltliche und geistliche Themen noch einmal anders zu erleben.

Entsprechend breit gefächert ist das kulturelle Programm und setzt sich aus Veranstaltungen aus allen Genres zusammen – Ausstellungen, Konzerte, Filme, Kabarett, Theater und Diskussionsabende. Mehr als 5500 Mitwirkende, davon allein 400 Bläser- und Sängerchöre, sind den Angaben zufolge dabei.

Zur „Kulturkirche“ des Kirchentags wird der Kulturort Depot, einstmals die Hauptwerkstatt für die Dortmunder Straßenbahnen. Hier stehen Diskussionen zu den Themen Heimat und Kunstfreiheit auf dem Programm. Mit dabei sind die Schriftstellerin Thea Dorn, Ruhrfestspiele-Intendant Olaf Kröck und der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen. Kirchenmusikalisch könne im Depot zudem die Kirchenmusik mit einer Kuckucksuhrenorgel neu entdeckt werden, erklärte Helmke. In der Sparte Theater will die Bühne für Menschenrechte aus Berlin die „NSU-Monologe“ vorstellen. Ebenfalls aus der Bundeshauptstadt zu Gast ist die Berliner Compagnie mit dem Stück „Die Sehnsucht nach dem Frühling – die Geschichte einer syrischen Familie“. Auch der Humor kommt nicht zu kurz: Auf dem Kabarettgipfel treten Thorsten Sträter sowie die Liedermacher Fee Basenius und Bodo Wartke auf. epd

Das Regionale Kulturprogramm ist eine Besonderheit des Kirchentags, für die die jeweilige gastgebende Landeskirche verantwortlich zeichnet. Die Evangelische Kirche von Westfalen bietet in diesem Jahr 77 verschiedene Kulturveranstaltungen an 38 Orten in Dortmund an, die von einem eigens berufenen Kulturbeirat ausgewählt wurden.

Zu einem Schwerpunkt wird die Zeche Zollern im Westen Dortmunds, wie Andres Kuhn, Koordinator des regionalen Kulturprogrammes, betonte. Hier wird der Leitgedanke „Erinnern, Begegnen, Bedenken“ regional wie auch international ausgedeutet. Dazu gehören die Ausstellungen „Bottari – Bündel der Erinnerung“, die sich mit dem Schicksal der koreanischen „Trostfrauen“ auseinandersetzt, und „Polessje-Elegie – das Verlorene Land“, in der es um die Spätfolgen der Tschernobyl-Katastrophe geht.

Außerdem führt das integrative „Volx-Theater“ aus Bielefeld-Bethel das Stück „Mauer_Fälle“ auf, das die Überwindung von Abgrenzung durch Vertrauen thematisiert.

Im Hoesch-Museum zeigt die Ausstellung „Migration und Religion im Ruhrgebiet. Neue HEIMAT finden – auf VIELFALT vertrauen – im Revier leben“, dass Migration „auch stabilisieren, Brücken bauen und eine Region beleben kann und nicht nur Konflikte erzeugen muss“, so Andres Kuhn.

Zu den weiteren Highlights, die sich im öffentlichen Raum Dortmunds abspielen werden, gehört das Wandgemälde des italienischen Graffiti-Künstlers Vesod, das an der Außenwand der JVA Dortmund entstehen soll. Dazu wird es Workshops für Jugendliche und für Insassen der JVA geben.

Landeskirchenrat Vicco von Bülow wies auf weitere spannende Angebote des regionalen Kulturprogramms hin: die Uraufführung der eigens komponierten, elektronischen Kammeroper „Nova – Imperfection Perfection“ des zeitgenössischen Komponisten Franz Danksagmüller am Donnerstag im Orchesterzentrum NRW. Das Literaturfest zum Thema „Vertrauen“ am Donnerstag und Freitag mit Autorinnen und Autoren aus der Region, die, passend zur Kirchentagslosung, unterschiedlichste Texte aus ihren aktuellen Büchern vorlesen. Und die klassische Kirchenorgel in der Immanuel-Kirche in Dortmund-Marten, gespielt von Oliver Fiedler, die am Donnerstag auf elektronische Klangin­stallationen trifft. leg

Das gesamte regionale Kulturprogramm in Internet: www.kirchentag.de/programm/projekte_und_themen/ unter dem Themenfeld 3: Kultur.

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