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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 16 / 2019

Jörg Rosenstock | 12. April 2019

Woche vom 14. bis 20. April

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Sonntag:    Psalm 69, 17-37
Montag:     Matthäus 26, 69-75
Dienstag:     Matthäus 27, 1-14
Mittwoch:     Matthäus 27, 15-30
Donnerstag:     Matthäus 27, 31-44
Karfreitag:     Matthäus 27, 45-56
Samstag:     Matthäus 27, 57-66

In dieser Woche berichtet das Matthäus­evangelium über die letzten Stunden im Leben Jesu. Dabei wird das Geschick Jesu im Licht von Psalm 22 und 69 gedeutet. Wie schon im 26. Kapitel legt Matthäus großen Wert darauf, dass Jesus als ein unschuldig Verurteilter leidet und stirbt. Nicht nur der tragische Verräter Judas spricht diese Wahrheit aus, auch der römische Statthalter Pontius Pilatus und seine Frau können keine Schuld an Jesus finden.

Pilatus durchschaut, dass die Jerusalemer Priester und Ältesten auf den Erfolg ihres jüdischen Kontrahenten aus Nazareth neidisch sind und ihn deshalb töten wollen. Er bezieht daraufhin die Öffentlichkeit in Jerusalem mit ein und bietet an, anlässlich des Passafestes einen jüdischen Gefangenen freizugeben. Das Jerusalemer Volk, das Jesus bei seinem Einzug in die Stadt noch zugejubelt hat (21,9), könnte nun seine Chance wahrnehmen und ihn befreien. Aber es lässt sich durch seine Führer gegenteilig beeinflussen. Pilatus spricht nun dieselben Worte aus, wie die Priester zu Judas in Vers 4: „Seht ihr zu“ (Vers 24). Damit reiht er sich bei den Hauptverantwortlichen für Jesu Tod ein. Seine Geste überzeugt nicht, sich symbolisch davon reinzuwaschen.

Nachdem Pilatus sein Todesurteil gefällt hat, lässt er Jesus auspeitschen und gibt ihn an seine Soldaten weiter. Die treiben ihren Spott mit ihm und kreuzigen ihn danach außerhalb der Stadt zusammen mit zwei Räubern. Jesus ist so geschwächt, dass ein anderer sein Kreuz tragen muss. Die Kreuzigung ist eine brutale Foltermethode, die letztlich zum Tode durch Ersticken führt. Noch lebt Jesus und muss zahlreiche Erniedrigungen über sich ergehen lassen.

In der Mittagszeit, drei Stunden vor seinem Tod, zeigen sich die ersten kosmischen Ereignisse. Es wird finster. Der Himmel reagiert auf das irdische Unrecht. Als Jesus mit einem Zitat aus Psalm 22 stirbt, wird die Welt – und auch das Totenreich – durch ein Erdbeben erschüttert! Der Vorhang im Tempel zerreißt und enthüllt den heiligsten Ort Gottes. Das Kreuz hat die alte Welt erschüttert. Mit dem zweiten Erdbeben, am „ersten Tag“ der neuen Woche, geschieht die Auferstehung Jesu. Gott hat das grausame  Geschehen zum Guten gewendet. Jesus ist tatsächlich der „Sohn Gottes“ wie es der heidnische Hauptmann bekennt (V 54). Er hat den Tod überwunden und tritt nun sogar  – als Gekreuzigter – die Macht über Himmel und Erde an.

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