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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 11 / 2019

Albert Henz | 8. März 2019

Woche vom 10. bis 16. März

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Sonntag:    Psalm 64
Montag:     1. Samuel 9, 1-14
Dienstag:     1. Samuel 9, 15–10, 16
Mittwoch:     1. Samuel 10, 17-27
Donnerstag:     1. Samuel 11, 1-15
Freitag:     1. Samuel 12, 6-25
Samstag:     1. Samuel 13, 1-23

Die Erzählungen dieser Woche berichten von Sauls Königtum. Auf drei verschiedenen Wegen wird er König. Überlieferungsstränge werden zusammengefügt; darin finden sich auch unterschiedliche Bewertungen seines Königtums und des Königstums im Allgemeinen.

Zunächst wird erzählt, dass Samuel beauftragt wird, Saul zu salben (1. Sam. 9,1-10,16). Wie bei der Berufung Moses geht es darum, dass Gott die Not seines Volkes gesehen hat und beschloss, sie vor den Philistern zu retten. Saul wird in dieser Erzähltradition von Gott erwählt, von Samuel gesalbt und durch Gott verwandelt. Einen Augenblick lang gesellt er sich unter die ekstatischen Propheten: Ausdruck seines von Gott verwandelten Herzens.
In der zweiten Tradition (1. Sam. 10,17-26) wird Saul auf einer öffentlichen Volksversammlung in Mizpa ausgelost und so zum König ernannt. Dem Volk werden die Rechte des Königs mitgeteilt. Erste Kritik und erste Kritiker Sauls werden erwähnt.

Schließlich begegnet die dritte Erzählung von der Ernennung Sauls zum König (1. Sam. 11,1-14). Die Ammoniter bedrohen Israel. Saul, der noch kein institutionalisiertes Heer hat, sammelt mit dem traditionellen Heerbann eine Landwehr und besiegt die Ammoniter: Er übernimmt die Rolle des rettenden Richters. Wir erkennen die Weiterentwicklung der Institutionen: Jetzt steht der König an der Spitze der staatlichen und militärischen Organisation. Demgegenüber liegt die geistliche und religiös ethische Führung in der Hand Samuels, des Propheten.

Mit einer großen Rede bereitet Samuel seinen Abschied vor. Er betont seine Integrität in seiner Amtszeit. Dann hält er dem Volk seine Untreue gegenüber Gott vor. Dennoch hat Gott seinem Volk immer wieder geholfen. Der Abfall durch die Wahl eines Königs wird nun ganz deutlich formuliert. Gleichzeitig ruft Samuel auf, der Stimme Gottes in Zukunft zu gehorchen. Der Zusammenhang von Tun und Ergehen, mit dem vor allem in der Exilzeit das Schicksal Israels gedeutet wird, ist deutlich. Das Wetter unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Rede durch Gott selbst. Wunderbar wird am Ende die bleibende Erwählung Israels trotz Schuld betont. Samuel wird nicht aufhören, für sein Volk zu beten.

Zuletzt wird vom Ungehorsam Sauls berichtet, der die Verabredungen mit Samuel nicht einhält. Wieder belagern die Philister das Volk. Israels Heer ereilt Angst. Es ist nicht im Besitz von Kriegswaffen. Das Schmiedehandwerk gab es nur bei den Philistern. Jonathan, der Sohn Sauls, vollbringt eine erste Heldentat.

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