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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 09 / 2019

Albert Henz | 22. Februar 2019

Woche vom 24. Februar bis 2. März

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Sonntag:    Psalm 61
Montag:     1. Samuel 1, 1-20
Dienstag:     1. Samuel 1, 21-28
Mittwoch:     1. Samuel 2, 1-11
Donnerstag:     1. Samuel 2, 12-26
Freitag:     1. Samuel 2, 27-36
Samstag:     1. Samuel 3, 1-21

Nach der kompakten Theologie des Römerbriefes begegnet uns in diesem Buch eine literarisch geschilderte Erzählungsfolge aus der frühen Geschichte Israels. Spannend geschrieben nimmt sie uns hinein in das Erleben unterschiedlicher Hauptpersonen, alle verbunden mit dem Namensgeber des Buches, Samuel. Kleine Widersprüche zeigen, dass der oder die Verfasser verschiedene Erzähltraditionen aus dem Gedächtnis des Volkes zusammengearbeitet haben. Sie hatten alle ihren Wert und waren gemeinsam das Erbe Israels. Das war wichtiger als eine geglättete Darstellung. Auch unterschiedliche Bewertungen der Personen und der sich verändernden politischen Verhältnisse sind erkennbar. Sie spiegeln die Vielfalt der Bewertungen, auch aus unterschiedlichen Epochen.  
Inhaltlich geht es um den Übergang  der Regierungsform hin zum Königtum. Samuel, von dem die ersten Kapitel unserer Lektüre berichten, hat daran wesentlichen Anteil.
Zunächst geht es allerdings um das Schicksal  von Hanna, seiner Mutter. Kinderlos war sie geblieben und erlitt deshalb manchen Hohn. Bei ihren Reisen nach Silo zum Heiligtum bringt sie ihre Not vor Gott. Der Priester Eli sagt ihr die Erfüllung ihres Gebetswunsches zu. In der Tat: Das Kind, Samuel, wird geboren. Entsprechend ihrem Gelübde „weiht“ Hanna ihn Gott. Sie bringt ihn nach Silo. Er wird „Nasiräer“, was äußerlich vor allem an seinem nicht geschorenen Bart zu erkennen sein wird.
Hanna ist fromm und mutig. Sie ist  zuverlässig, als Gott sie erhört. Sie dichtet einen wunderbaren Lobgesang nach der Geburt. Hanna bekennt, dass Gott die Verhältnisse wandelt, auch die in der Gesellschaft!
Sodann geht es um Samuel, den „von Gott Erbetenen“. Schon seine besondere Geburtsgeschichte zeichnet ihn als künftige Führungsgestalt aus. Bald schon trägt er das priesterliche Gewand, den Efod. Er wird sehr positiv geschildert und damit von den Söhnen des Eli unterschieden, die sich beim Verzehr des Opferfleisches nicht an das kultische Gebot halten. Hier ist ein kritischer Ton aus dem Volk gegenüber den Priestern aufgenommen.
Schließlich erweist sich Samuel als der neue Bote Gottes und Nachfolger Elis, indem er Gott reden hört. In einer Traumerscheinung kündigt ihm Gott das Gericht über das Haus Eli an. Damit hat Samuel neben dem priesterlichen auch Teil am prophetischen Amt. Vermutlich hatte er auch Teil am Richteramt, das bis dahin die Regierungsform darstellte. In seiner klaren Orientierung an Gottes Botschaft ist Samuel Vorbild.

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