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Jedes zweite Kind fürchtet Armut

19. Februar 2019

Materielle Sicherheit allein reicht nicht, um Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Eine Umfrage unter Kindern zeigt, dass auch mehr Mitbestimmung und Ansprechpartner in Familie und Schule wichtig sind.

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Gütersloh (epd). Jedes zweite Kind in Deutschland fürchtet Armut.

Obwohl sie nach eigenen Aussagen gut versorgt seien, sorgten sich mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen um die finanzielle Situation ihrer Familie, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Dienstag in Gütersloh. Für mehr als 96 Prozent gilt zwar, dass sie genug zu essen und Platz zum Spielen haben. Kinder vermissen jedoch in der Familie und in der Schule Ansprechpartner, die sich um sie kümmern. Parteien und Sozialverbände fordern bessere Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder wie etwa eine Absenkung des Wahlalters.

Jeder zehnte 14-Jährige hätte der Bertelsmann-Studie zufolge gern in der Familie jemanden, der sich um ihn kümmert. Bei den achtjährigen Kinder ist es jedes zwanzigste. An der Schule hat jedes zweite ältere Kind nicht den Eindruck, von Lehrern Hilfe bei persönlichen Problemen zu bekommen. Rund ein Drittel der Kinder an Haupt-, Gesamt- oder Sekundarschulen fühlt sich zudem nicht sicher an der Schule. Sicher fühlten sich vor allem Gymnasiasten und Grundschüler mit mehr als 80 Prozent.

Der Studie zufolge haben neun von zehn Kinder einen ungestörten Arbeitsplatz, ein eigenes Schlafzimmer haben nur acht von zehn. Fast 90 Prozent haben der Studie zufolge schon einen Familienurlaub gemacht. Der Anteil von Schülern, die mit ihren Eltern Urlaub gemacht und ein eigenes Zimmer haben, ist bei Gymnasiasten höher. Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschüler haben der Studie zufolge schlechtere Bedingungen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk forderte die Verankerung von Beteiligungsrechten von Kindern im Grundgesetz sowie eine Absenkung des Wahlalters auf zunächst 16 Jahre, langfristig auf 14 Jahre. Zu einem guten Aufwachsen gehörten auch strukturelle Rahmenbedingungen für eine altersgerechte gesellschaftliche Teilhabe, erklärte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann. «Kinder und Jugendliche haben bisher häufig nicht die Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun, so dass ihre Perspektive keine Beachtung findet», unterstrich Hofmann.

Auch die Grünen mahnten eine Absenkung des Wahlalters an. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichten einmal mehr, wie wichtig es sei, Kinder und Jugendliche in altersgerechter Form zu beteiligen, erklärte die jugendpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Walter-Rosenheimer. Ein konsequenter Schritt wäre die Absenkung des Wahlalters auf Bundesebene auf 16 Jahre. Jugendliche bräuchten eine starke Stimme. Sie könnten und sollten mitgestalten: «Das muss endlich auch die Bundesregierung einsehen», betonte Walter-Rosenheimer.

Die Vorsitzende der Partei «Die Linke», Katja Kipping, forderte neben mehr Beteiligungsmöglichkeiten eine Kindergrundsicherung. Angst vor Armut sei der denkbar schlechteste Begleiter beim Start ins Leben. Alle bisherigen Instrumente schützten nicht zuverlässig vor Armut. Nötig sei eine Kindergrundsicherung von rund 600 Euro für alle Kinder und Jugendlichen.

Grundlage der Studie ist die internationale Kinder- und Jugendbefragung «Children's Worlds» für Deutschland. Für die Studie haben Forscher der Universität Frankfurt den Angaben zufolge gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung im Schuljahr 2017/2018 rund 3.450 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren befragt.

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