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Die Bibel lesen

15. Februar 2019

Woche vom 17. bis 23. Februar

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Sonntag:    Psalm 60
Montag:     Römer 9, 30–10, 4
Dienstag:     Römer 10, 5-13
Mittwoch:     Römer 10, 14-21
Donnerstag:     Römer 11, 1-10
Freitag:     Römer 11, 11-24
Samstag:     Römer 11, 25-36

Ein Geheimnis, etwas, was nicht offen zutage liegt, bringt Menschen immer wieder zum Nachdenken. So ist es kein Zufall, dass Paulus am Ende der Kapitel, in denen er sich mit dem Verhältnis zwischen Christen und Juden befasst, vom Geheimnis spricht (11,25): Christen sollen immer wieder über den Weg Gottes mit seinem Volk Israel nachdenken, gerade weil vieles jetzt noch verborgen und noch nicht am Ziel ist. Paulus schildert seine Sicht so:

Er bekräftigt, dass Gott sein erwähltes Volk nicht verstoßen hat und dass er zu seinen Verheißungen steht. In alttestamentlichen Geschichten wie der von Elia scheint es bereits abgebildet: Gott hat einen Rest des Volkes bewahrt, mit dem er den Neuanfang wagt. Aber es gibt jetzt eine von Gott selbst verhängte Verstockung oder Verblendung Israels, indem es den in Christus gekommenen Messias nicht anerkennt. Paulus erkennt darin dieses Ziel: Während der größere Teil Israels Christus nicht folgt, haben die Heiden die Möglichkeit, ihn anzunehmen. Dies wiederum soll Israel zur Eifersucht reizen und anspornen, Gottes Erbarmen eben nicht durch die Werke des Gesetzes, sondern im Glauben zu empfangen.
Erst wenn die Völker vollzählig mit dem Evangelium bekannt gemacht worden sind und Gott sich über sie erbarmt hat, wird die Verstockung Israels aufgehoben werden. Das übergeordnete Ziel ist also die Annahme ganz Israels, wie es im Alten Testament verheißen wurde. Gott gibt diese Verheißung nicht auf; die Mission unter den Heiden, wie Paulus sie betreibt, ist ein Teil der Heilsgeschichte Gottes mit seinem erwählten Volk.

Für heutige Leser und Leserinnen ist es nicht leicht, diese geschichtlich-visionäre Sicht des Paulus zu verstehen. Was für ein sperriger Gedanke, dass Gott sein eigenes Volk verstockt! Eins erscheint jedoch grundlegend: Die Erwählung Israels wird nicht hinfällig, und sie wird auch nicht durch die Kirche abgelöst. Wir haben keinen Grund zur Überheblichkeit gegenüber Israel. Das verdeutlicht eindrücklich das Ölbaumgleichnis, das Paulus an den Schluss seiner Gedanken stellt (11,16-24): Die Völker sind die Hinzugekommenen, die Wurzel aber ist Gottes erwähltes Volk. Nach all diesen Argumentationen und Erklärungen endet dieser wesentliche Abschnitt des Römerbriefes mit dem Lobpreis Gottes und seiner Weisheit und Erkenntnis: Die angemessene Weise, dem Geheimnis zu begegnen, ist die Anbetung (11, 33-36).

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