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Dreiteiler mit Blick auf eine spannende und weichenstellende Zeit. Foto: PHOENIX

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Geheimnisse der Weimarer Republik. 1918-1923: Schwierige Geburt

TV-Tipp: PHOENIX, Mo, 11.2., ab 20.15 Uhr

11. Februar 2019

Die Weimarer Republik war zweifellos ein Aufbruch in die Moderne, hatte aber zu viele Gegner, die die Uhr wieder in die Vergangenheit zurückstellen wollten. Ein Dreiteiler gewährt den Blick auf eine spannende und weichenstellende Zeit.

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Dreiteiler mit Blick auf eine spannende und weichenstellende Zeit. Foto: PHOENIX

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Die Mehrheit der Deutschen war noch nicht reif für eine Demokratie. Viele waren verbohrt in ihren Weltanschauungen. Die autoritäre Kaiserzeit und der Erste Weltkrieg hatten die Männer zu kriegerischen, gewaltsamen Lösungen erzogen.

Sie waren nicht fähig zum in der Demokratie üblichen Ausgleich und Kompromiss. Ein Freund-Feind-Denken beherrschte die Köpfe und mündete in Saal- und Straßenschlachten. Ein Gefühl des ständigen Bürgerkriegs und einer ständigen Bedrohung durch den Gegner bedrückte die Menschen. Eine gespaltene Republik.

Die Sehnsucht nach einer obrigkeitlichen Autorität war größer als das Bedürfnis, das politische Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Weimar war ein Scheitern in Raten. Die Mehrheit der Deutschen empfand den Versailler Vertrag als ungerecht und eine Schmach. Um es psychologisch zu sagen: Diese narzisstische Kränkung war zu groß.

Eine höhere Akzeptanz wäre vielleicht durch ein wirtschaftliches Wohlergehen breiterer Bevölkerungsschichten zu erreichen gewesen, wie in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Weimarer Republik hat nie ihre Identität gefunden. Es gab höchstens „Vernunftrepublikaner“. Irgendwann hat sie dann auch ihre Koordinaten verloren.

Im Anschluss um 21.00 Uhr: Geheimnisse der Weimarer Republik. 1924 – 1929: Schöner Schein

Von 1924 bis 1929 konnte die Weimarer Republik noch einmal Luft holen. Die Einführung der Rentenmark vertrieb das Gespenst der Inflation. Die Reparationen wurden im Dawes-Plan gemindert.

Die Wirtschaft florierte und die Politik war bei allen Anfeindungen der Republikgegner relativ stabil. Reichspräsident Friedrich Ebert hielt im Berliner Lustgarten eine Rede vor Ehrenformationen der Reichswehr und warb für Toleranz.

1925 kehrte Deutschland auf die internationale Bühne zurück. Außenminister Stresemann verhandelte in Locarno. In den Verträgen von Locarno schrieben Deutschland und die Alliierten die durch den Versailler Vertrag neu gezogenen Grenzen fest. 1926 wurde Deutschland in den Völkerbund aufgenommen. Gustav Stresemann und der französische Außenminister Aristide Briand erhielten im gleichen Jahr den Friedensnobelpreis.

Teil 3 am Di, 20.15 Uhr: Geheimnisse der Weimarer Republik: 1929 – 1933: Der Weg in den Abgrund

Die Phase der relativen Stabilität endete 1929 jäh mit dem Crash an der New Yorker Börse, der sich zur Weltwirtschaftskrise ausweitete.

Amerikanische Kredite wurden zurückgerufen. Es kam zum Bankencrash. Schlangen aufgeregter Menschen sammelten sich vor den Banken und forderten die Auszahlung ihrer Ersparnisse. Die Wirtschaft brach zusammen, die Arbeitslosigkeit stieg. Die Straßen wimmelten von Menschen, die Arbeit suchten.

Man könnte sagen, dass die Extremisten die Republik so lange sturmreif schossen, bis auch die Mehrheit der Deutschen für ein autoritäres Durchgreifen war und mehrheitlich die NSDAP und andere extremistische Parteien wählte.

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