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Eine Braunbärin mit ihren drei Jungen. Foto: PHOENIX

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Spaniens wilder Norden. Im Reich des Bären

TV-Tipp: PHOENIX, So, 13.1., 20.15 Uhr

13. Januar 2019

Sie leben sehr zurückgezogen in den unberührten Wäldern der Kordillere: Kantabrische Braunbären. Tierfilmer Bernhard Rübe kam ihnen in zwei Jahren Drehzeit ganz nah.

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Eine Braunbärin mit ihren drei Jungen. Foto: PHOENIX

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Die nordspanischen Provinzen Kantabrien, Asturien und Galizien sind kühl und feucht, grün und wild. Für Bären ist es der einzig verbliebene große Rückzugsort im westlichen Europa. In den vergangenen Jahren stieg die Bärenpopulation von wenigen Dutzend Individuen wieder auf bis zu 300 an.

Filmemacher Bernhard Rübe fand die Kantabrischen Braunbären zurückgezogen in unberührten Wäldern aus Stein- und Korkeichen, Buchen und Esskastanien, eingebettet in eine Urlandschaft aus Kalktürmen, tiefen Schluchten und klaren Flüssen.

In der Bevölkerung sind sie beliebt und geachtet, sie sind das Symboltier der Kantabrischen Kordillere. Die Bären haben hier ein so reichhaltiges Nahrungsangebot, dass Angriffe auf Nutztiere praktisch nicht vorkommen. Allein die Imker müssen ihre Stöcke durch Elektrozäune vor hungrigen Bären schützen.

In über zwei Jahren Drehzeit gelang es, noch nie gefilmtes Verhalten wilder Kantabrischer Bären in Kinoqualität zu dokumentieren. Zu sehen ist, wie Bärenmütter ihren Nachwuchs vor den Männchen schützen, ihre Höhlen polstern, nach Ameisen, Blättern, Früchten und Beeren suchen, und wie sie vom Wintereinbruch überrascht werden. Gezeigt wird auch, wie sich die Männchen bei der Partnersuche gegenseitig übervorteilen, dabei jedoch alles nach dem Willen des Weibchens geschieht.

Die aufwendige Kameratechnik ermöglicht es, die wildeste Region Spaniens mit ihren fesselnden Naturgeschichten hautnah zu erleben.

21.00 Uhr Spaniens wilder Norden. Wolfsschluchten

In Nordspanien gibt es noch kleine Wolfsrudel. Ihre Anwesenheit stellt kein Problem dar – im Gegenteil, sie spielen eine wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht.

Die nordspanischen Provinzen Kantabrien, Asturien und Galizien sind grün und wild. Hier leben zwischen 1000 und 3000 Iberische Wölfe in kleinen Familienverbänden.

Filmemacher Bernhard Rübe fand sie in Steineichenwäldern und Steilhängen, eingebettet in eine Urlandschaft aus Kalktürmen, tiefen Schluchten und klaren Flüssen. Die Wölfe leben scheu und zurückgezogen, sie jagen Hirsche, Rehe, Wildschweine, Füchse und Hasen. Unter Wildbiologen ist es eine Tatsache, dass Wölfe das ökologische Gleichgewicht im Wald in einer Weise regulieren, zu der der Mensch nicht imstande ist.

Filmautor Bernhard Rübe dokumentiert, wie die Verständigung im Familienverband bei Jagd und Jungenaufzucht funktioniert, wie Rangkämpfe ausgefochten werden, und wie die Jungen langsam in die Sozialstruktur des Rudels eingeführt werden.

Eindrucksvoll zeigt er, dass ein einzelner Wolf bei der Jagd auf Wildtiere kaum eine Chance hat und erhärtet so den Verdacht, dass Wolfsabschüsse den Konflikt zwischen Viehhaltern und Wölfen erst verstärken: Werden eingespielte Familienverbände durch das Töten der Elterntiere auseinandergerissen, entstehen vermehrt Einzelgänger. Diese gehen aus der Not heraus auf Schafe oder andere Nutztiere.

Mehrere Lösungsansätze für ein nachhaltiges Zusammenleben von Mensch und Wolf stellt Bernhard Rübe in seinem Film vor. Durch umsichtiges Verhalten und Vorkehrungen geht die Zahl der Viehrisse in den nordspanischen Wolfsgebieten gegen null. Ein Ansporn, Wölfe auch in anderen Teilen Europas wieder willkommen zu heißen.

Die aufwendige Kameratechnik ermöglicht es, die wildeste Region Spaniens mit ihren fesselnden Naturgeschichten hautnah zu erleben.

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