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Die Bibel lesen

Luise Metzler | 11. Januar 2019

Woche vom 13. bis 19. Januar

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Sonntag:    Psalm 71
Montag:     1. Mose 7, 17-24
Dienstag:     1. Mose 8, 1-12
Mittwoch:     1. Mose 8, 13-22
Donnerstag:     1. Mose 9, 1-17
Freitag:     1. Mose 9, 18-29
Samstag:     1. Mose 11, 1-9

Gott ist verzweifelt. Gott bereut, die Menschen gemacht zu haben, denn „jede Verwirklichung der Planungen des menschlichen Herzens war durch und durch böse jeden Tag“ (5, 5). Gewalt erfüllt die Erde. Gott reagiert mit einem grausamen Plan: Alles, was atmet, Menschen, Tiere Vögel, will Gott „wegwischen vom Angesicht des Erdbodens“ (5, 7). Nichts soll überleben!

Doch Gott fällt sich selbst ins Wort. Gottes Vernichtungswille hat nicht das letzte Wort. Noah, der seinen Lebensweg mit Gott geht, und seine Familie sollen überleben, dazu von allen Tieren je ein Paar. Für sie soll Noah einen Kasten bauen, denn Gott will die Erde überfluten. Es soll so werden wie zu Beginn, als die Urflut alles bedeckte (1, 2). Das hebräische Wort „Teva“ für die „Arche“ ist das gleiche wie beim Körbchen des Mose im Nil (2. Mose 2). Beide Male geht es um Rettung.

Jeder Versuch, die Flutgeschichte historisch zu verankern, scheitert genauso wie der Versuch, die verschiedenen Angaben zu den Tieren, die in die Arche gehen, naturwissenschaftlich zu erklären. Es ist kein Evolutionstext, sondern ein theologischer Text, der aus mehreren Fäden zu dem uns vorliegenden Text zusammengesetzt wurde. Er erzählt von Zerstörung, aber auch von Bewahrung und Neuanfang. Anders als in der Umwelt Israels verantwortet Gott beides: Zerstörung aus Reue und Rettung aus Gnade, Liebe.

Die Wasserfluten sinken. Menschen und Tiere verlassen auf Gottes Anweisung den Kasten. Das Brandopfer, das Noah aufsteigen lässt, ändert Gott. Gott riecht den beruhigenden Geruch und beschließt: „Nicht noch einmal will ich die Erde um der Menschen willen erniedrigen“ (8, 21). Gott sieht ein, dass die Menschen nach wie vor fehlbar sind, und reagiert darauf mit Anweisungen, die das Leben schützen. Ab jetzt dürfen Tiere zur Speise getötet werden. Ihr Blut aber darf nicht gegessen werden, um daran zu erinnern, dass ursprünglich jedes Töten gegen Gottes Willen war (1, 29).
Das Einhalten dieser Anweisungen – die Rechtsprechung – legt Gott ein für alle Mal in die Hände der Menschen. Gott begründet es damit, dass die Menschen männlich und weiblich als Ebenbild Gottes geschaffen sind (1, 28) und bleiben – trotz aller Gewalt! Gott verpflichtet sich dazu durch einen Bund. Den Bogen – eine Kriegswaffe – setzt Gott als Zeichen dieser Verpflichtung in die Wolken – bis heute.

Während der ganzen Zeit spricht Noah kein Wort. Gottes Vernichtungstat – die Flut – scheint ihm die Sprache verschlagen zu haben. Nur Gott spricht.

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