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Die Bibel lesen

Luise Metzler | 4. Januar 2019

Woche vom 6. bis 12. Januar

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Sonntag:    Psalm 72
Montag:     1. Mose 2, 18-25
Dienstag:     1. Mose 3, 1-13
Mittwoch:     1. Mose 3, 14-24
Donnerstag:     1. Mose 4, 1-16
Freitag:     1. Mose 6, 5-22
Samstag:     1. Mose 7, 1-16

Was wird werden, wenn Menschen in Gottes Schöpfung leben? Gott hatte sie sehr gut geschaffen – einschließlich des Sabbats, dieses wunderbaren Geschenks des Judentums an die Menschheit! Die Menschen – männlich und weiblich – waren als Ebenbild Gottes geschaffen worden. Das ist Aufgabe und Zusage zugleich. Jeder Mensch hat Würde in sich selbst. Gleichzeitig hat jeder Mensch dafür einzutreten, dass niemand entwürdigt wird. Jede Hierarchie verbietet sich.

Ein Midrasch erklärt es so: Alle Menschen stammen von einem Menschenpaar ab, damit niemand prahlen kann: „Mein Vater, meine Mutter wurden zuerst geschaffen.“
Die Menschen leben im Garten Eden, begegnen dort Gott auf Schritt und Tritt. Alles ist gut. Doch die Menschen übertreten die Anweisung, nicht nach der Frucht zu greifen, sich nicht die Erkenntnis von Gut und Böse einzuverleiben. Die Schlange verführt sie. Gott konfrontiert sie mit den Folgen: Sie müssen den Schutzraum verlassen und eigenständig in der Welt leben. Mühe und Arbeit, Schmerz beim Gebären, Zwietracht mit Tieren wie der Schlange gehören dazu. Doch Gott schützt sie zweifach. Gott macht ihnen „Gewänder für die Haut und bekleidet sie“ (3,21). Und Gott bewahrt sie davor, ewig zu leben (3,22).

Direkt danach kommt es zum ersten Sündenfall: dem Mord eines Mannes an seinem Bruder. Im Paradies war von Sünde keine Rede. Hier begegnet uns zum ersten Mal das Wort „Sünde“. Kain erschlägt Abel aus Eifersucht. Gott hatte ihn gewarnt: „Die Sünde lauert vor deiner Tür. Du aber herrsche über sie.“ (4,7) Doch vergebens!
Durch den Mord ist die Erde in Mit-Leidenschaft gezogen: „Laut schreit das Blut deines Bruders zu mir vom Acker her.“ (4,10) Kain verliert seine Heimat auf Erden. Ruhelos zieht er umher. Gott schützt den Mörder mit dem Kainsmal davor, selbst erschlagen zu werden.

Die Menschheit wächst. Kain und seine Nachkommen entwickeln Kulturtechniken: Städtebau, Musik mit Instrumenten, Geräte aus Eisen und Bronze, darunter auch Waffen – eine gute und gleichzeitig bedrohliche Szenerie. Und es ereignet sich etwas Neues. Eva bekommt noch einen Sohn: Set. Dessen Sohn heißt Enosch, „Menschlein“. Ohne diese würden wir alle von Kain abstammen. Die biblische Zukunft heißt „Menschlein“ – Menschlichkeit. Diese Einsicht wird mit der Erkenntnis Gottes verbunden: „Damals wurde begonnen, den Namen Gottes anzurufen.“ (4.26)

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