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Wünsche fürs neue Jahr? Kraft finden. Aber wie? Und wo? Foto: TSEW
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Am Ende entscheidet Gott

Zukunft

Von Gerd-Matthias Hoeffchen | 4. Januar 2019

Schaut man sich die Geschichte der Zukunfts-Prognosen an, möchte man manchmal laut auflachen: Zu allen Zeiten haben sich Fachleute schwer verschätzt. Was heißt das für uns heute?

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Wünsche fürs neue Jahr? Kraft finden. Aber wie? Und wo? Foto: TSEW

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2019 – ein neues Jahr liegt vor uns. Keiner weiß, was im Laufe dieses Jahres geschehen wird. Wir haben Hoffnungen. Pläne.

Und wir stehen vor Prophezeiungen. Eine düsterer als die andere: Der Klimawandel bedroht die Welt. Ein Atomkrieg erscheint wieder möglich. Die Gesellschaft spaltet sich immer weiter auf. Der Populismus bestärkt die Menschen in der Verflachung ihres Denkens und dem Mangel an Sauberkeit und Fairness der Argumentation.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Vorhersagen sind notwendig. Es ist die Aufgabe jeder Generation, Entwicklungen zu sehen, zu verstehen, zu benennen und zu kommentieren. Vor Gefahren zu warnen. Und wenn möglich: sie abzuwenden. Das gehört zur Verantwortung der Menschen. Ganz besonders gilt das für den Journalismus.

Aber: Wir sind Menschen. Und die können sich irren.
Wie sehr, das sieht man, wenn man die Geschichte der Vorhersagen anschaut. Erdöl? Wird nie eine Rolle spielen. Atomkraft? Wird zu blühenden Landschaften führen. Die Beatles? Keine Chance auf dem Plattenmarkt. Manchmal möchte man lachen, wenn man sieht, wie sehr sich die Experten zu allen Zeiten mit ihren Zukunftsaussichten vertan haben.

Noch einmal: Das ist kein Freibrief für Leichtfertigkeit oder gar Fahrlässigkeit. Dass man sich beim Blick in die Zukunft irren kann, befreit nicht von der Verantwortung, ihn trotzdem zu wagen.

Aber das Wissen um die Fehlbarkeit der menschlichen Einsicht kann den Druck von den Schultern nehmen. Und einer großen Gefahr wehren: nämlich der der selbsterfüllenden Prophezeiung. Wer immer im Glauben lebt, dass alles nur noch schlechter wird, der wird auch nicht mehr dazu beitragen, die Welt vielleicht doch noch ein bisschen zu verbessern.

Auch in den Kirchen besteht diese Gefahr. Und zwar im Blick auf ihren eigenen Zustand. Natürlich müssen sie damit rechnen – und zwar auch im buchstäblichen Sinn: mit Zahlen rechnen –, dass die Kirchen kleiner und ihre Finanzkräfte geringer werden. Aber wenn man alle Energie darin investiert, Mangel und Rückbau zu gestalten: Wie soll sich denn dann noch ein fröhlicher Glaube entfalten können?
Es ist doch noch gar nicht ausgemacht, dass die Welt zugrunde geht. Oder die Kirchen dichtmachen müssen. Fachleute haben zu allen Zeiten ihre Expertisen abgegeben, nach bestem Wissen und Gewissen – und dann ist doch alles ganz anders gekommen. Diese Ahnung, oder auch: dieses Wissen, wachzuhalten – das wäre eine Aufgabe für Christinnen und Christen.

Es könnte alles ganz anders kommen. Das ist kein Aufruf, die Hände in den Schoß zu legen und sich abwartend zurückzulehnen. Im Gegenteil: Es ist eine Kraftquelle, ein Energiestrom für das Engagement. Für Einsatz. Für Glauben und Hoffen gegen den Augenschein. Wir sollen unseren Beitrag leisten. Was daraus wird, entscheidet am Ende Gott. Nicht die Experten.

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