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Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 30. November 2018

Woche vom 2. bis 8. Dezember

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Sonntag:    Psalm 52
Montag:     Jesaja 8,1-15
Dienstag:     Jesaja 8,16-23
Mittwoch:     Jesaja 9,1-6
Donnerstag:     Jesaja 9,7-10
Freitag:     Jesaja 11,1-10
Samstag:     Jesaja 12,1-6

Jesaja zählt zu den offiziellen Propheten, er ist das aus Berufung und übt das auch als Beruf aus. Er bewegt sich am Tempel unter Seinesgleichen (8,2) und wohl auch am Königshof. Selbstverständlich hat er in Jerusalem eine gute Ortskenntnis.
Um so aufzutreten wie er, brauchte es eine große Freiheit und Unabhängigkeit. Zeitnahe und konkrete Verkündigung und Lehre geschehen nicht nur auf Kanzeln oder Kathedern. Da gewiss auch. Aber diese Orte sind oft ein geschützter Raum, aus dem wenig nach außen dringt. Propheten wie Jesaja haben nicht nur intern gewirkt, sondern mischen sich ein. Prophetische Botschaft ist auch immer politische Kritik und zwar direkt an die Adresse der Betroffenen und Handelnden. Bei den Prophetenworten wird aber auch spürbar, dass sie nicht alle in der gleichen, gar breiten Öffentlichkeit gesagt worden sind, sondern oft auch im kleinen Kreis wie etwa 8,11-18, die einer Gruppe von Vertrauten oder Schülern gesagt wurden.

Jesaja lebt seine Botschaft, er füllt sie durch sein Leben in Beruf und Familie aus. Sogar seinen Kindern gibt er Namen, die seiner aktuellen Verkündigung entsprechen. Raube-bald, Eile-Beute sind lebende Botschaften, die sich bewahrheiten sollten, ehe diese so genannten Kinder Papa und Mama sagen konnten. Kinder haben auch später Namen bekommen, die dem Glauben ihrer Eltern entsprachen. Christen gaben ihren Kindern sehr bewusst die Namen der Jünger Jesu, in der Hitlerzeit war es durchaus ein Bekenntnis, den Sohn Michael oder Martin zu nennen und nicht Hermann oder Adolf, und in Zeiten der DDR war eine Christine oder ein Markus oder ein Peter auch ein Zeichen, das „von den anderen“ verstanden wurde.

Die Worte des Jesaja stammen aus verschiedenen Epochen seines Wirkens. Sie sind dann in kleineren „Sammlungen“ dokumentiert worden. Die Angriffe aus dem Norden, also vor allem von den Assyrern, sind historisch ziemlich genau datierbar. Mitunter ist nicht genau erkennbar, ob auch Worte an die Herrschenden in Samaria, die ja wie ein Puffer vor Jerusalem lagen, gerichtet waren oder ob sich alles nur auf den Jerusalemer König Ahas bezieht.

Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind! Ein Licht wird aufgehen! Die Worte des Propheten hat man damals auf die eigenen Situation bezogen, dann haben Christen sie durch Jesus als erfüllt erlebt, und sie werden heute weiter gehofft als Erfüllung des neuen Reiches Gottes am Ende aller Zeiten. Aus dem Reis, also dem Zweig, der aus einem abgehauenen Baumstamm neues Leben wachsen lassen wird, ist in Trier, jenem ältesten deutschen Bistum, das wunderschöne Weihnachtslied geworden: Es ist ein Ros‘ entsprungen... Eine Rose wuchs aus einem abgeschlagenen Baum!

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