hg

Anzeige

Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 4. November 2018

Woche vom 4. bis 10. November

Anzeige

Sonntag:    Psalm 39
Montag:     Offenbarung 11, 1-2
Dienstag:     Offenbarung 11, 3-14
Mittwoch:     Offenbarung 11, 15-19
Donnerstag:     Offenbarung 20, 1-6
Freitag:     Offenbarung 20, 7-10
Samstag:     Offenbarung 20, 11-15

Die Kapitel 12 bis 19 werden ausgelassen. Das ist nicht ganz befriedigend, weil die Bilder sehr streng gegliedert sind und es natürlich in den Zwischenabschnitten noch viele wichtige Sätze gibt. Das römische Weltreich ist vor seinem inneren und äußeren Zusammenbruch. Und die Christen werden in diesem Zusammenbruch zwar am Ende Sieger bleiben, aber zunächst doch auch die Leidtragenden sein. Es wird die Zeit der Märtyrer kommen, am stärksten in Ägypten, aber auch in Kleinasien und nicht zuletzt in der Metropole Rom selbst.

Dieser Zusammenbruch einer einstmals mächtigen Weltordnung geschah nicht überall gleichzeitig und gleichmäßig, sondern zog sich wie ein Schwelbrand lange hin. Es gab also auch ruhigere Orte und Provinzen und ruhigere Zwischenzeiten im Laufe der einzelnen Phasen. Nicht zuletzt waren die Charaktere der Herrschenden auf allen Ebenen unterschiedlich. Es war ein Unterschied, ob ein Wahnsinniger wie Nero regierte, der eine selbst gelegte Feuersbrunst den Christen in die Schuhe schob, oder Männer wie Hadrian oder Marc Aurel, der ein großer Philosoph der Besonnenheit war. Dennoch brach unter seiner Herrschaft die Christenverfolgung aus, weil Christen im Osten für eine Pestepidemie verantwortlich gemacht wurden,
Beachtenswert ist, dass sich in der Offenbarung zwei Vorstellungen finden, die sonst nirgendwo im Neuen Testament vorkommen. Das ist einmal die Vorstellung eines tausendjährigen Friedensreiches zwischen der Wiederkunft Christi und dem Weltende (Kapitel 20,1f.). Während dieser tausend Jahre ist der Widersacher, der Teufel, gebunden. Dann allerdings wird er wieder freigelassen und führt die brutalen Weltmächte Gog und Magog in die allerletzte „Schlacht von Harmagedon“ gegen die heilige Stadt. Er wird dabei endgültig besiegt und schließlich in das flammende Nichts geworfen, den ewigen Pfuhl von Feuer und Schwefel. Dann erfolgt auch die Zerstörung der „alten Welt“, das Endgericht und schließlich die Erscheinung der neuen Welt.

Mit dieser „Chiliasmus“ genannten vorläufigen Friedenszeit ist auch noch eine andere Besonderheit dieses Buches verbunden, nämlich der Gedanke an eine zweifache Auferstehung, einer vor und einer nach dem messianischen Zwischenreich. Im Judentum (vgl. Daniel 12,2) sprach man vor dieser Verknüpfung von einer Auferstehung der Gerechten und einer allgemeinen Auferstehung aller. Dahinter steht die Frage, was denn mit den Verbrechern und Despoten wird, wenn am Ende „alles neu“ erstehen wird. Gibt es eine endgültige oder nur eine vorübergehende Verdammnis?

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Per E-Mail empfehlen