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Gerd-Matthias Hoeffchen

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Doppelmoral

Saudi-Arabien

Von Gerd-Matthias Hoeffchen | 18. Oktober 2018

Zum Fall Jamal Khashoggi. EIn Kommentar von UK-Chefredakteur Gerd-Matthias Hoeffchen

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Ein Journalist betritt das saudiarabische Konsulat in Istanbul und verschwindet. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann dort gefoltert und getötet wurde: Jamal Khashoggi, Kritiker des saudischen Regimes, war schon vor längerer Zeit ins Ausland geflohen. Jetzt, so die türkischen Sicherheitsbehörden, sei er den Schergen des saudischen Regimes doch in die Falle gelaufen.

Allein ein solcher Verdacht sollte dazu führen, dass die Staatengemeinschaft Druck auf Saudi-Arabien ausübt, die Vorwürfe zu klären. Stattdessen zeigt sich, wie sehr die Weltpolitik mit zweierlei Maß misst: Irak, Syrien oder Afghanistan wurden Ziel einer „militärischen Intervention“ – vorgeblich, um Menschenrechte zu schützen. Saudi-Arabien aber darf weiterhin die Menschenrechte mit Füßen treten. Zu stark sind die wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Westen.

Es kann nicht Ziel sein, gegen die Saudis Krieg anzuzetteln. Aber man könnte die Waffenlieferungen an Riad stoppen. An dieser Frage der Moral scheitert der Westen regelmäßig. Vermutlich auch diesmal.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 18. Oktober 2018, 20:20 Uhr


Das zu lesen erfüllt mit Entsetzen - und doch beruhigt, dass der Fall weltweit so hohe Beachtung erfährt damit die Ausübung von Unrecht nicht willfähriger Anmaßung überlassen bleibt.
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