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Wissen ist Macht, auch beim Anbau von Gemüse. Diese Weisheit macht sich ein Projekt der Mekane Yesus-Kirche in Äthiopien zu Nutze: Die Mitarbeiter unterrichten einheimische Bauern und Geflüchtete in Anbaumethoden, die höhere Erträge bringen, ohne die Umwelt zu zerstören. Das bringt Gutes für die Menschen und für die Natur. Ein Hoffnungsschimmer in einer Welt, in der so vieles nicht gut ist – und ein Grund zum Danken für Gottes Güte, die sich an vielen Stellen zeigt. Foto: Jörg Böthling/Brot für die Welt

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Hoffnungszeichen

Andacht

Von Dirk Hillerkus | 7. Oktober 2018

Andacht über den Predigttext zum Erntedankfest: 1. Timotheus 4, 4-5

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Wissen ist Macht, auch beim Anbau von Gemüse. Diese Weisheit macht sich ein Projekt der Mekane Yesus-Kirche in Äthiopien zu Nutze: Die Mitarbeiter unterrichten einheimische Bauern und Geflüchtete in Anbaumethoden, die höhere Erträge bringen, ohne die Umwelt zu zerstören. Das bringt Gutes für die Menschen und für die Natur. Ein Hoffnungsschimmer in einer Welt, in der so vieles nicht gut ist – und ein Grund zum Danken für Gottes Güte, die sich an vielen Stellen zeigt. Foto: Jörg Böthling/Brot für die Welt
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Dirk Hillerkus (59) ist Referent im Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung.

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Predigttext
4 Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; 5 denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

Alles ist gut“, schreibt Paulus an Timotheus. Große Worte! Wenn ich an meine Zeit als Berater für ländliche Entwicklung in der Abteilung für Entwicklung und Sozialdienste der Äthiopisch Evangelischen Kirche Mekane Yesus in Äthiopien zurückdenke, dann war dort für die Bevölkerung vieles gar nicht gut. Die Mekane Yesus Kirche ist ein Partner von Brot für die Welt.

In den letzten Jahren sind klimatische Veränderungen in nahezu allen Landesteilen zu beobachten, von Dürren bis zu Überflutungen. Die große Regenzeit (Juni-Oktober) wird unregelmäßiger und die kleine Regenzeit (Januar-März) bleibt in manchen Gebieten oft ganz aus. Das ist eine Herausforderung vor allem für die Kleinbauern, die ihre landwirtschaftliche Produktion an diese neuen Gegebenheiten anpassen müssen.

Alles ist gut? Ganz sicher nicht

„Alles ist gut“? Ganz sicher nicht. Zum einen ist da die Natur, die es uns Menschen in vielen Bereichen schwer macht mit Wetterkapriolen, Naturkatastrophen oder auch Krankheiten bei Menschen und Tieren. Fast noch schlimmer aber sind die Zerstörungen, die wir Menschen selbst in unserer Welt anrichten: Umweltschäden, Raubbau an natürlichen Ressourcen, ungerechte Verteilung von dem, was zum Leben notwendig ist; dazu noch Kriege und Gewaltherrschaft, die Armut noch verschärfen. Das Danken für Gottes gute Gaben kann einem da schon mal im Hals stecken bleiben.

Aber es gibt Hoffnungszeichen für positive Veränderungen.
Die Abteilung für Entwicklung und Sozialdienste der äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus engagiert sich seit Jahrzehnten im Bereich integrierter ländlicher Entwicklung und führt landesweit ländliche Entwicklungsprojekte durch. Eines dieser Projekte heißt Boshe Ilgira und ist in der Hadiya und Kambatta Tambarro Zone, 230 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba, gelegen.
Nicht alles ist gut, aber mit Gottes Hilfe, die Menschen bewegt, können wir Veränderungen herbeiführen. Dass Menschen sich bewegen lassen, das verändert, was nicht gut ist.

Kleine Zeichen der Hoffnung

Auch der Bauer Ato Dasalangh Chamissu aus der Gorta-Gemeinde bekommt die Klimaveränderung zu spüren. Seit ungefähr sechs Jahren arbeitet er mit Boshe Ilgira zusammen. Zuerst hat er seinen Ackerboden gegen Erosion in der Regenzeit geschützt, Terrassen angelegt und organischen Dünger in Form von Kuhdung und Kompost aufs Feld gebracht. Im Laufe der Zeit wurde der Boden lockerer, in der Regenzeit konnte mehr Regenwasser in den Boden eindringen. Der fruchtbare Oberboden wurde daher nicht mehr weggeschwemmt, die Ernteerträge stiegen. Ato Dasalangh sagt: „Nun fange ich alle Regentropfen auf, die auf meinen Acker fallen. Der Boden kann sie jetzt speichern. Dadurch wachsen die Pflanzen besser und bleiben länger grün als früher, als die Regentropfen noch den guten Ackerboden in den Fluss mitgenommen haben und dann Leute in anderen Ländern von meinem Boden geerntet haben.“

Veränderungen durch Gottes Kraft

Neben der Konservierung des Bodens wurden auch neue Sorten Getreide, wie etwa Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, eingeführt. Ato Dasalengh hat auch angefangen, Flachbrunnen zu graben, um Grundwasser für den Anbau von Gemüse in der Trockenzeit zu nutzen und so die Ernährung der Familie zu bereichern und abzusichern. Nun baut er Knollen und Wurzelfrüchte wie Taro, Süßkartoffeln und Maniok an, die Trockenzeiten besser überstehen. Durch den Fruchtwechsel auf seinen Feldern und die angepassten Pflanzensorten hat sich die Krankheitshäufigkeit der Pflanzen verringert. Ganzjährig wachsende Futtergräser sorgen für eine konstante  Futterversorgung der Rinder und garantieren mehr Milch und Fleisch.
Erntedank heißt Gott danken für die Schöpfung, für die Felder, für die Tiere. Erntedank richtet unseren Blick auf die Armen hier und in Äthiopien. Wir können uns politisch bilden und für die Rechte der Armen eintreten. So nehmen durch Gottes Kraft Veränderungen durch die Zusammenarbeit von Menschen aus verschiedenen Erdteilen Gestalt an. Diese Kraft wirkt in den Menschen und trägt Früchte.

Gebet: Wir danken dir, Schöpfer, Gott, du hast das Meer und die Luft geschaffen. Erbarme dich der Flüsse und Seen, die vergiftet sind. Erbarme dich, wo die Luft verpestet ist. Komm mit dem Wehen deines Geistes und fege alles Gift beiseite, damit alle in unser Lob einstimmen. Wer ist so wunderbar wie du? Amen.

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