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Der junge Schüler Sigi Bernhard (Günther Hoffmann) wird kurz vor Kriegsende zum „Volkssturm“ eingezogen. Foto: 3sat

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Die Brücke

TV-Tipp: 3sat, Di, 4.9., 20.15 Uhr

4. September 2018

Im April 1945 geht der Zweite Weltkrieg in die letzte Phase. Während die Alliierten vorrücken, zieht das NS-Regime sein letztes Aufgebot zum „Volkssturm“ ein – darunter sieben Gymnasiasten.

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Der junge Schüler Sigi Bernhard (Günther Hoffmann) wird kurz vor Kriegsende zum „Volkssturm“ eingezogen. Foto: 3sat

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Sie sollen eine Brücke in ihrer Heimatstadt bewachen. Ein gutmütiger Unteroffizier, der für ihr Überleben sorgen soll, wird bei einem Erkundungsgang als vermeintlicher Deserteur erschossen. Die unausgebildeten Rekruten sind nun ganz auf sich gestellt.

Als Sigi, der Jüngste der Gruppe, bei einem Tieffliegerangriff stirbt, eröffnen seine Kameraden blindlings das Feuer auf heranrollende US-Panzer. Ein amerikanischer G.I., der nicht auf Kinder schießen will, bezahlt sein Friedensangebot mit dem Leben. Von der Gegenwehr überrascht, zieht der alliierte Verband sich zurück. Nur Hans und Albert überleben das blutige Scharmützel. Hilflos wenden diese schließlich ihre Waffen gegen ein deutsches Kommando, das die Brücke sprengen soll.

Auch über 50 Jahre nach seiner Erstaufführung hat der beispielhafte Antikriegsfilm nichts von seiner Wirkung verloren. Mit bewundernswerter Sorgfalt fing Bernhard Wicki in seinem Spielfilmdebüt die chaotische Atmosphäre kurz vor der Kapitulation ein. Die geschickte Zeichnung der Rollencharaktere verdeutlicht die Sinnlosigkeit des Kampfes der Jungen, die – durch die Schule der Nazipropaganda geprägt – die realen Verhältnisse bis zur Selbstaufgabe ignorieren. Für die durchweg überzeugenden Jungdarsteller, darunter Volker Lechtenbrink als frisch Verliebter und Fritz Wepper in der tragischen Rolle des einzigen Überlebenden, wurde „Die Brücke“ zum Meilenstein ihrer Karriere.

Wie kaum ein anderer Film schafft es dieses Drama mit seinen realistischen Kampfszenen, das Pathos vom heroischen Soldatentod nachhaltig zu demontieren: „Ich habe in den Jahren seit der ,Brücke‘ Tausende von Briefen von jungen Männern bekommen, die mir schrieben, dass sie auch aufgrund meines Films den Kriegsdienst verweigert haben. Das zählt zu den wenigen Dingen in meinem Leben, auf die ich wirklich stolz bin“, so Bernhard Wicki 2004.

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Matthäus53, 4. September 2018, 18:17 Uhr


Dieser Film wurde mir und meinen Mitschülern schon in den 60er Jahren in der DH Jahnschule mit Ergriffenheit gezeigt, und ich habe heute noch immer Hochachtung vor diesem Film und den Leistungen der Schauspieler.
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