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Dass die Dame am Laptop kein echter Mensch ist, merkt man erst, wenn man direkt vor ihr steht. Und doch reagiert sie auf Ansprache. Fotos: str

Auf Zeitreise

Sommerlöcher (VI)

Von Elke Stricker | 29. August 2018

Das größte Computermuseum der Welt steht in Paderborn. Im Heinz Nixdorf MuseumsForum geht es unter anderem um Kommunikation von der Keilschrift bis in die Zukunft

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Dass die Dame am Laptop kein echter Mensch ist, merkt man erst, wenn man direkt vor ihr steht. Und doch reagiert sie auf Ansprache. Fotos: str
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Datenerfassung per Lochkarte – der Vorläufer unserer Computer.
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Worum es geht: Im Eingangsbereich steht auf einer Säule in vielen Sprachen das Wort Mensch.

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Petra weiß Bescheid. Sie flitzt in ihrem Stockwerk umher. Wenn man sich ihr beherzt in den Weg stellt, stoppt sie und gibt ihr Wissen preis. Schick hat sie sich gemacht, mit Zylinder und Korsett. „Steampunk“ heißt dieser spezielle Stil, der Elemente des viktorianischen Englands mit dem Computerzeitalter verbindet. Ach ja: Petra ist übrigens ein Roboter.

Damit erklärt sich das Prinzip des Heinz Nixdorf MuseumsForums (HNF) auf das prächtigste. Von der Keilschrift bis zum täuschend menschenähnlichen Roboter findet sich im größten Computermuseum der Welt jede Menge Entdeckenswertes rund um Computer, Kommunikation, Arbeitswelt und, und, und.
Wenn man – wie in der diesjährigen Sommerserie – sein Augenmerk speziell auf Löcher legt, wird man im HNF schnell fündig. Denn die Lochkartentechnik ist praktisch der Vorläufer unserer heutigen Computertechnik. Darum wird ihr auch ein großes Augenmerk gewidmet. Man lernt unter anderem, dass eine geübte Locherin je nach Kartenart mehrere hundert Karten pro Stunde schaffte. Diese Lochkarten halfen etwa bei der Daten- und der Arbeitszeit­erfassung, wurden aber auch in mechanischen Webstühlen und Pianos verwendet.

Ganz andere Löcher führen auf die Spur der Fräuleins vom Amt, die Telefonistinnen, die zu Anfang des Kommunikationszeitalters für Telefonverbindungen sorgten.
Vieles gilt es zu entdecken: eine mittelalterliche Schreibstube etwa oder einen Schachtürken. Die  Nachbildung der berühmten Chiffriermaschine Enigma. Büros im Wandel der Jahrzehnte. Telefone vom Beginn bis heute. Immer wieder ist der Besucher zum Mitmachen aufgefordert.

Am Ende macht das HNF eins ganz deutlich: wer Mittelpunkt all der Technologie ist. Im Eingangsbereich steht eine meterhohe Säule, auf der in unzähligen Sprachen nur ein Wort steht: Mensch.

Heinz Nixdorf MuseumsForum, Fürstenallee 7, 33102 Paderborn. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr; Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr; Montag geschlossen. Eintritt: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, Familienkarte 16 Euro. Alle Eintrittskarten (außer Gruppentickets) berechtigen dazu, innerhalb von zwölf Monaten das HNF noch einmal zu besuchen. Öffentliche Führungen: Sonntag um 15 Uhr. Telefon (0 52 51) 3 06-6 00

www.hnf.de

Ganz besondere „Sommerlöcher“ sind diesmal Thema unserer UK-Sommerserie mit Ausflugs­tipps. Der sechste und letzte lädt ein nach Paderborn ins Heinz Nixdorf MuseumsForum, wo es die unterschiedlichsten Löcher zu entdecken gibt.

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