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Heinrich Bedford-Strohm wünscht sich mehr Empathie. Foto: epd

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Mangel an Empathie

Asyldebatte

12. Juli 2018

"Es ist eine Atmosphäre entstanden, in der nicht die Rettung des Lebens von Menschen als Erfolg gesehen wird, sondern ihre Abschiebung in möglichst großer Zahl", sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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Heinrich Bedford-Strohm wünscht sich mehr Empathie. Foto: epd

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Hannover (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, beklagt fehlende Empathie in der Debatte über Abschiebungen. "Immer mehr Menschen, besonders auch in den christlichen Kirchen, wollen den Auszug der Empathie aus den öffentlichen Diskussionen um die Flüchtlingspolitik nicht länger hinnehmen", sagte Bedford-Strohm dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Donnerstag). "Die Entwicklungen der letzten Tage machen dieses Anliegen umso dringlicher."

Kritik an Seehofer-Äußerung

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte mit Äußerungen über Abschiebungen nach Afghanistan zum Teil scharfe Kritik geerntet. Zu Beginn der Vorstellung seines "Masterplans Migration" hatte der CSU-Chef am Dienstag in Berlin gesagt, dass "ausgerechnet" an seinem 69. Geburtstag vor einer Woche 69 Menschen nach Afghanistan zurückgeführt worden seien. "Das war von mir nicht so bestellt", sagte er. Am Mittwoch wurde bekannt, dass einer der Abgeschobenen leblos in einer Zwischenunterkunft in Kabul aufgefunden wurde. Offenbar hatte er sich selbst das Leben genommen.

"Es ist eine Atmosphäre entstanden, in der nicht die Rettung des Lebens von Menschen als Erfolg gesehen wird, sondern ihre Abschiebung in möglichst großer Zahl", sagte Bedford-Strohm. "Als Christen glauben wir, dass jeder Mensch geschaffen ist zum Bilde Gottes." Wer den christlichen Glauben ernst nehme, müsse in seinem öffentlichen Reden und politischen Handeln die damit verbundene Achtung vor jedem Menschen zum Ausdruck bringen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof.

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Leser-Kommentare öffnen

Andreas Bäppler, 12. Juli 2018, 16:31 Uhr


Verglichen mit den scharfen Worten des belgischen EU-Politiker Guy Verhofstadt , den klaren Worten des Papstes , vieler Politik und Engagierter der Seenotrettung finde ich es nicht ausreichend nur von \'Mangel an Empathie\' zu reden.
Die EKD hilft bei der Finanzierung eines Flugzeuges, das die Seenotrettung unterstützt. Dieses Flugzeug ist festgesetzt worden. Das ist viel mehr als nur Mangel an Empathie. Das ist ein sehr aggressives Verhalten mit dem Ziel, dass Menschen in Seenot nicht gerettet werden. Der Notarzt Stefan Jarosch, der auch für Sea-Watch tätig ist, sagt: "Seehofer, mach die Rettungsgasse frei!" Er weist darauf hin, dass es strafbar ist, Rettungskräfte zu behindern.
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