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Erzählen, so richtig begeistert und überzeugt – das kann andere neugierig machen. Genau darum geht es in der Pfingstgeschichte: Die Jünger erzählten von ihrem Glauben. Und als die Zuhörerinnen und Zuhörer mehr wissen wollten von diesem Jesus, redeten sie von seinen Taten, seinem Tod und seiner Auferstehung. Begeistert und überzeugt. Das gibt es auch heute noch: Menschen, die mehr wissen wollen. Erzählen wir ihnen, was wir mit Gott erleben! Foto: YakobchukOlena

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Wenn dich jemand fragt

Andacht

Von Beate Heßler | 20. Mai 2018

Über den Predigttext zum Pfingstsonntag: 1. Korinther 2, 12-16

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Erzählen, so richtig begeistert und überzeugt – das kann andere neugierig machen. Genau darum geht es in der Pfingstgeschichte: Die Jünger erzählten von ihrem Glauben. Und als die Zuhörerinnen und Zuhörer mehr wissen wollten von diesem Jesus, redeten sie von seinen Taten, seinem Tod und seiner Auferstehung. Begeistert und überzeugt. Das gibt es auch heute noch: Menschen, die mehr wissen wollen. Erzählen wir ihnen, was wir mit Gott erleben! Foto: YakobchukOlena
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Beate Heßler (57) ist Pfarrerin im westfälischen Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung in Dortmund.

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Predigttext
12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. 13 Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. 14 Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. 15 Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. 16 Denn „wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen“? (Jesaja 40,13) Wir aber haben Christi Sinn.

Das Beste ist, dass wir wieder lernen, über unseren Glauben zu reden.“ Bei einem Presbytertag im Kirchenkreis Wittgenstein betont ein Teilnehmer diesen Satz. In seiner Gemeinde waren schon vor einiger Zeit Geflüchtete angekommen. Manche hatten sich in den Gottesdienst gewagt, man hieß sie herzlich willkommen. Später baten einige um die Taufe. Die Pastorin richtete eine Gruppe ein, in der über die Bibel und die Kirche gesprochen wurde. Auch einige Gemeindeglieder nahmen teil, man kam ins Gespräch – über Jesus, über das Beten, auch über die Glaubenszweifel.

Menschen wollen mehr wissen von Jesus

Ob sie bleiben werden, die neu getauften Glaubensgeschwister, das weiß man noch nicht. Aber dass sie ein Segen sind, das erweist sich schon jetzt. Weil plötzlich jemand fragt, wie der Glaube durchs Leben tragen kann. Weil Menschen den dringenden Wunsch haben, das Wort Gnade zu buchstabieren. Weil sie wissen wollen, was das Wort Hoffnung für Christen bedeutet. Und weil sie nicht so schnell zufrieden sind, weil sie mehr wissen wollen von Jesus Christus, von seinem Tod und der Auferstehung. Glaubensgespräche geben neue Perspektiven fürs Leben, den alten wie den neuen Gemeindegliedern.

Außerhalb der Kirchengemeinde mögen Menschen das anders sehen. Da werden die Asylbewerberzahlen hochgerechnet. Da ist man irritiert angesichts der unverständlichen Sprache und der fremden Kultur. Da wird mit Menschenleben Politik gemacht und mit Abschiebung gedroht. Selbst die Taufe von Geflüchteten gerät unter Verdacht: Geht es dabei womöglich um die Erschleichung eines Asylgrunds? Muss nicht sehr genau geprüft werden, ob es den neuen Gemeindegliedern wirklich ernst ist mit ihrem Glauben?

Paulus ist im ersten Korintherbrief sehr klar: Geistliche Dinge können nicht vor weltlichen Gerichten geprüft werden, sagt er. Und: Der Heilige Geist ist eine Torheit für die, die nicht daran glauben.

Aber alle, die mit diesem Geist beschenkt sind, leben in einer besonderen Beziehung zu Gott. Sie ahnen etwas von der Weisheit, mit der er die Schöpfung schuf. Dankbar wissen sie: Das Leben ist ein Geschenk. Und begeistert reden sie davon. Sie sind sehr aufmerksam für die Welt um sie herum. Sie prüfen, was gut und gerecht ist. Sie deuten die Zeiten der Zeit. Sie erinnern daran, was Gott für diese Welt im Sinn hat: Gerechtigkeit und Frieden, Menschenwürde und Leben in Fülle für alle. Und sie rechnen mit Gott mitten in ihrem Alltag – weil sie glauben, dass Wunder möglich sind und Heilung notwendig wird.

In den Pfingst-Geschichten der Bibel hören wir, wie sich das auswirkt. Menschen verstehen einander, weil sie eines Geistes Kind sind. Predigten begeistern, denn ihre Leidenschaft lässt sich nicht verbergen. Menschen stecken sich an mit ihrer Freude am Glauben. Gott ist spürbar nahe.

Worte, die in dunkle Ecken leuchten

„Das Beste ist, dass wir wieder lernen, über unseren Glauben zu reden“: Im ersten Korintherbrief wird dieser Satz zur Essenz des Pfingstfestes. Paulus beschreibt, wie Gottes Geist von sich reden macht. Weil Menschen beseelt sind vom guten Geist Gottes, kommt der Glaube in der Welt zur Sprache. Paulus traut seinen Glaubensgeschwistern zu, dass ihnen die richtigen Worte einfallen: Worte, die trösten und Halt geben. Worte, die Vertrauen schaffen und Furcht eindämmen. Worte, die über das alltägliche Leben hinausweisen und in dunklen Ecken leuchten können.

„Wir haben Christi Sinn“, sagt Paulus. Das wird spürbar sein. Das wird sich in unserem Leben auswirken. Da werden unsere Gemeinden und unsere Kirchen zu Orten des Staunens, Lobens und Dankens. Auch in den kommenden Pfingsttagen, Gott sei Dank!

Gebet: Guter Gott, lass deinen Geist spürbar werden in unserem Leben, in unserer Kirche, in dieser Welt. Hilf uns, von dir zu reden und unseren Glauben zu teilen. Lass uns in deinem Sinn leben und handeln. Amen.

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