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Starkes Signal

Jüdisches leben

Von Bernd Becker | 19. April 2018

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Christentum und Judentum setzen in Köln ein beeindruckendes Zeichen.

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Sie gründen einen Verein, der die lange Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland in den Blick nimmt. Vermutlich ist nicht jedem bewusst, dass es in der Domstadt schon im Jahr 321 eine jüdische Gemeinde gab, und dass Konstantin der Große vor fast 1700 Jahren Juden Ämter in der städtischen Verwaltung gestattete.

Der Verein hat prominente Unterstützer und viel Potenzial. Es ist gut, dass mit Kirchentagspräsident Hans Leyendecker auch ein bekannter und bekennender Protestant zu den Initiatoren gehört. Gerade angesichts der kritischen Stimmen gegenüber den antisemitischen Ausfällen Martin Luthers, die im vergangenen Jahr besonders laut wurden.

Für manche fand diese dunkle Seite Luthers beim Reformationsjubiläum zu wenig Beachtung. Es wäre daher gewiss ein starkes Signal, wenn sich neben Vertretern des Zentralrates der Juden und des Kirchentags auch die Evangelische Kirche im Rheinland dem Verein und dessen Anliegen anschließen würde.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 1. Mai 2018, 18:21 Uhr


Auch zu Lebzeiten des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg (1308– 1354) wurden im heutigen Regierungsbezirk Trier, am Bischofssitz Trier, jüdische Finanzbeamte eingesetzt. Balduin bekämpfte den Aberglauben in der Bevölkerung und ordnete die Feiertage neu, auch reduzierte er die Festtage.
Von 1323 bis 1346/47 setzte Balduin sogar jüdische Mitarbeiter z. B. als Leiter in seiner Finanzverwaltung ein. Diese Juden führten genau Buch darüber und sogar in hebräischer Sprache. Auch an anderen Burg –und Amtsorten wurden die jüdischen Finanzbeam-ten eingesetzt. Als Beweisstück aus dieser Zeit existiert noch 1 Amtssiegel des Juden Muskinus welches darauf hinweist, dass dieser Jude Muskinus sogar Leiter der bischöflichen Finanzverwaltung war ! Die jüdischen Finanziers befriedigten auch die Kredite der Bevölkerung und galten als sogenannte „ Banken„ des Mittelalters, wodurch sie auch gleichzeitig zu bedeutenden Steuerzahlern wurden.
Weil die Juden Hand in Hand mit Bischof Balduin auch Schulden ablösten und eintrieben wurden sie auch als die Agenten des Erzbischofs bezeichnet.

So wäre es im Rahmen der neuen Initiative wünschens ,- und begrüßenswert bis zum Festjahr 2021 deutsche und israelische Finanzbeamte der Städte Köln und Trier, Jerusalem, Tel Aviv usw. regelmäßig freundschafts,-und partnerschaftsmäßig auszutauschen um zu testen ob heute auch noch Beamte aus einem anderen Land in einer anderen Verwaltung arbeiten können ?
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