hg

Anzeige

Die Bibel lesen

Walter Schroeder | 13. April 2018

Woche vom 15. bis 21. April

Anzeige

Sonntag:    Psalm 87
Montag:     Epheser 3, 14-21
Dienstag:     Epheser 4, 1-6
Mittwoch:     Epheser 4, 7-16
Donnerstag:     Epheser 4, 17-24
Freitag:     Epheser 4, 25-32
Samstag:     Epheser 5, 1-14

Der Epheserbrief redet in kosmischen Aussagen, die heute mitzudenken nicht leichtfällt. Es geht um das ganze All als Gottes Schöpfung und als Gottes Machtbereich, welches er geschaffen hat und zur Vollendung bringen wird. Gott wird in der Bibel nirgends als derjenige verstanden, der die Welt nur am Anfang „in Gang gesetzt“ hat, sondern der sie stets begleitet und beeinflusst. Christus ist mit seiner Erhöhung zum „Haupt“ dieses Alls gesetzt, er ist also Haupt der Kirche und des Alls zugleich. Aber er ist dies beides auf verschiedene Weise: Gegenüber den Mächten des Alls ist er der Sieger, für seine Kirche aber ist er der Retter und Eigentümer oder besser Hausvater. Damit kommt der Kirche ihrerseits auch eine weltweite Bedeutung zu. Die Kirche wird darum hier zum Thema wie in keiner anderen Schrift des Neuen Testamentes. Und dieser Kirche – ausgerechnet, mag man heute denken in ihrer Zerrissenheit und Unvollkommenheit – kommt eine Schlüsselrolle für den gesamten Kosmos zu.

Die große Welt- und Geschichtsperspektive gehört eng zusammen mit der persönlichen Glaubenshaltung und Glaubensgewissheit des Individuums in seiner Gemeinde. Im Vers 3,12 zeigte sich bereits das durch Christus bewirkte neue Verhältnis zu Gott. Es besteht in der Freiheit und Offenheit, die alles zu sagen wagt, der der Mund nicht verschlossen wird, also der christlichen „Frei-mündigkeit“, Freimütigkeit, wie Luther übersetzt. Die Verse 14-21 lesen sich wie ein Gebet aus dieser Freiheit. Es ist ein Gebet an „den“ Vater, wobei das Vatersein Gottes wiederum auch nur ein Bild ist, das uns Menschen die Art des Umgangs mit ihm deutlich machen kann. Das Weltverständnis und die persönliche Glaubenshaltung (ich beuge meine Knie) gehören im Christusglauben untrennbar zusammen.

Die Frohe Botschaft hat kosmische Dimensionen, und auch wenn sie die Geheimnisse des Sternenhimmels nicht wissenschaftlich erklärt, so verkündet sie doch, dass kein Raum denkbar ist, wo Gottes Herrschaft eine Grenze hätte. In allem, was wir vom Weltall und Weltgeschehen sehen oder nicht sehen, ist das „Prinzip Liebe“ 5,1 wirksam, das in Christus kund wurde. Der Glaube an ihn verhilft zu einer Gesamtschau der Welt, er erhellt den Horizont, aber er entschlüsselt kein Atommodell oder keine Gen-Architektur oder baut kein Gedankensystem wie damals die Gnostiker. Der Glaube schafft allerdings in Gemeinde und Kirche ein Stück Gemeinschaft und Geborgenheit, vielleicht sogar schon Heimat im unendlichen Raum.

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Per E-Mail empfehlen