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Scheinfrage

Kirche Und Politik

Von Gerd-Matthias Hoeffchen | 5. April 2018

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Sollen Predigten politisch sein? Das ist eine Scheinfrage. Denn bei schärferem Nachdenken kann das niemand in Abrede stellen. Auch nicht der „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt. Zwar prangert er seit Monaten die „rot-grüne“ evangelische Kirche an. Sieht man aber genauer hin, zeigt sich: Auch Poschardt weiß, dass die Bibel ein hochpolitisches Buch ist. Im Grunde geht es um etwas Anderes: Welche Politik lesen wir darin?

Poschardt ärgert sich, dass die politische Haltung, für die er und seine Zeitung stehen, nicht genügend in der Kirche vorkomme: das bürgerlich-konservative Denken. Damit hat er nach Meinung vieler Beobachter recht. Darüber sollte man tatsächlich reden. Punkt für Poschardt.

In einer Frage aber ist die Bibel eindeutig. Die „Frohe Botschaft“ ist auf der Seite der Schwachen. Wenn Ulf Poschardt das als „Dämonisierung von Macht und Erfolg, Verklärung des Opfers“ anprangert, darf man getrost dagegenhalten, wie Jesus die Sache sieht: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.

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Leser-Kommentare öffnen

Luise Scharfenstein, 8. Mai 2018, 18:40 Uhr


Ob aber Armut krank ist, das sei dahingestellt. Und bei Gott ist kein Ding unmöglich. Immer wieder warnt uns die biblische Moral vor falschem Reichtum und Besitzgier. Ich möchte meinen, so etwas ist tatsächlich krank. So hat Franz von Assisi die Armut gepredigt. Die heilige Armut. Aber bei Gott ist kein Ding unmöglich. Arme und Reiche begegnen einander. Dass es heute noch schlimme Armut gibt, ist etwas anderes. Du kannst heutzutage nicht mehr leben, wenn du wirklich arm bist. Was also IST Armut? Wenn es das Freisein von seelenschädigender Besitz-Gier ist, ja dann ist Armut nicht nur schlecht: Selig Ihr Armen! - Doch die Hungernden sollen satt werden.
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Alwite, 30. Mai 2018, 10:47 Uhr


Nanu, Schlagabtausch der Mediatoren? Politik von der Kanzel zu grün, zu rot, zu schwarz oder gar zu gelb? Was erwarte ich von Kirche? Wenn ich von ihr mehr als von mir selbst erwarte, ist etwas mit mir im Ungewicht - Erkenntnis und Bekenntnis sind meine Sache. Tendenzen dabei wichtig:-)
Naturgemäss tendieren wir dem Schwächeren zur Hilfe zu eilen, doch ist nicht in vielen Fällen gerade das Opfer, der tatsächliche Täter. Niemand fühlt sich wohl, wenn er sich hereingelegt fühlt. Augenhöhe ist manchmal gar nicht so einfach:-)
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Luise Scharfenstein, 30. Mai 2018, 12:27 Uhr


Alwite, fühlen Sie sich hereingelegt! Ach was! Von wem denn und warum?
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Ulrich Keßler, 28. November 2018, 14:51 Uhr


"Sollen Predigten politisch sein? Das ist eine Scheinfrage. Denn bei schärferem Nachdenken kann das niemand in Abrede stellen." -
Also darf es auch einen politischen Islam geben. Also darf auch in Moscheen politisch "gepredigt" werden. Denn was man sich selbst, unter Berufung auf die eigene heilige Schrift zugesteht, muss man auch anderen zugestehen. - "Darüber sollte man tatsächlich reden."
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