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Deutschlands vielleicht prominenteste Theologin geht in diesem Jahr in den Ruhestand. Mit dann 60 Jahren wird Margot Käßmann im Juni aus dem Dienst verabschiedet. Foto: epd

Jetzt sind andere dran

Margot Käßmann

Von Corinna Buschow und Julia Lauer | 19. März 2018

Die prominente deutsche Theologin Margot Käßmann geht zum 1. Juli in den Ruhestand

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Deutschlands vielleicht prominenteste Theologin geht in diesem Jahr in den Ruhestand. Mit dann 60 Jahren wird Margot Käßmann im Juni aus dem Dienst verabschiedet. Foto: epd

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Hannover (epd). Mit Beginn des Ruhestands im Juli will sich die prominente Theologin Margot Käßmann zumindest für einige Zeit ins Privatleben zurückziehen. «Öffentlichkeit heißt auch ständige Auseinandersetzung, angreifbar zu sein und Kritik einzustecken», sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Hannover.

Das habe sie auch in Form von Bosheit und Häme erlebt. «Ich muss ehrlich sagen, ich bin dessen ein bisschen müde», erklärte Käßmann: «Jetzt sind andere dran.» Am 1. Juli beginnt für die dann 60-Jährige der Ruhestand.

Bis Mai stehe dienstlich noch einiges an, doch für die Zeit danach habe sie bis Ende Dezember keinen öffentlichen Termin zugesagt, sagte Käßmann. Sie freue sich darauf, ihre Zeit wieder selbst einteilen zu können, auf Zeit mit ihrer Familie und aufs Bücherschreiben. Vor allem während ihrer Zeit als Bischöfin der hannoverschen Landeskirche, der sie von 1999 bis 2010 vorstand, sei das Private zu kurz gekommen. «Ich habe meinen Beruf mit Leidenschaft ausgeübt, aber ich finde es gut, wenn es jetzt ruhiger wird», sagte Käßmann.

Vor ihrem Ruhestand wolle sie noch den Katholikentag im Mai in Münster und die deutsche Gemeinde in Peking besuchen. Außerdem halte sie noch Predigten, etwa zur Heidelberger Disputation. «In der Tat fange ich aber schon an zu schreddern», sagte Käßmann. Das Büro in Berlin werde Ende des Monats geschlossen, ihre Wohnung in Berlin sei aufgelöst. «Da ist schon Abschiedsstimmung», sagte Käßmann, die als erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland stand. Zuletzt war sie für die EKD als Botschafterin für das Reformationsjubiläum im Einsatz.

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 20. März 2018, 11:00 Uhr


Fragen bleiben offen.

-Überschrift: "Andere" sind jetzt dran. Wo bleibt das Gemeinsame?

-"Rückzug aus der Öffentlichkeit für einige Zeit". Begründung?

-"Bosheit und Häme": sollte genauer benannt werden, nicht diffus bleiben!

-"Zeit für ihre Familie": Zeit für ihre Töchter.
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Alwite, 20. März 2018, 12:47 Uhr


Wer von euch ohne Schuld, der werfe den ersten Stein: Trotz Jesu Warnung wurden Bosheit und Häme über diese tüchtige Frau, der einmal ein Fehler für den sie einstand, unterlief, von vielen "Christen" über sie ausgeschüttet. Dafür, dass sie es tapfer aushielt, hat sie meine Hochachtung. Alles Gute Frau Käßmann.
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Atlantica, 20. März 2018, 15:17 Uhr


Dieser Fehler ist Ausdruck der ungeheuren seelischen Belastung, der sie während ihrer Amtszeit als Ratsvorsitzende ausgesetzt war. Schuld ist in diesem Zusammenhang ein unpassender Begriff, finde ich.

Alwite, 21. März 2018, 16:15 Uhr


"Schuld" bezieht sich in meinem Kommentar auf Bosheit und Häme von "Christen" , nicht auf Frau Käßmann.
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