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Passt nicht? Wird passend gemacht! – Diese Methode richtet mehr Schaden an, als sie nützt. Vor allem, wenn es um die Frage geht, wie wir Gottes Wort in der Welt erfüllen. Foto: TSEW
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Nachdenken. Beten. Reden

Ethik

Aus der Printausgabe - UK 51 / 2017

Von Anke von Legat | 20. Dezember 2017

Was sollen wir tun, um Gottes Willen zu erfüllen? Diese uralte Frage beschäftigt uns Menschen immer wieder neu. Wichtig: genau hinsehen – denn einfache Antworten sind meistens falsch

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Passt nicht? Wird passend gemacht! – Diese Methode richtet mehr Schaden an, als sie nützt. Vor allem, wenn es um die Frage geht, wie wir Gottes Wort in der Welt erfüllen. Foto: TSEW

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Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Alles klar: Oben und unten, hell und dunkel, schwarz und weiß waren damals deutlich zu unterscheiden. Aber je länger die Schöpfung sich hinzog, desto komplizierter wurde es. Und wenn wir heute auf unsere Welt schauen, ist sie so unübersichtlich geworden, dass wir kaum noch hinterherkommen.

Dabei ist eine Frage gleich geblieben seit den Tagen der Schöpfung, eine Frage so alt wie der Glaube an Gott: Wie sollen wir leben? Schon Adam und Eva haben sich diese Frage gestellt. Und schon sie haben zu spüren bekommen, dass die Antwort darauf gar nicht so einfach ist.

Denn selbst wenn Gott uns Menschen klare Regeln für das Zusammenleben in seinem Sinne gegeben hat: Unsere Welt ist so komplex, so undurchschaubar, dass Gottes Gebote nicht einfach passen wie ein Deckel auf einen Topf.

Das gilt im Kleinen wie im Großen. „Du sollst nicht töten“ – was heißt das, wenn ein naher Mensch mit einer unheilbaren Krankheit um Hilfe beim Sterben bittet? Oder wenn ein Krieg nur mit einer „Friedenstruppe“ beendet werden kann? „Du sollst Vater und Mutter ehren“ – wie setzt man das in die Wirklichkeit um, wenn es um die Frage geht, wie die hinfälligen Eltern gepflegt werden können? Oder wie das Rentensystem in Zukunft funktionieren soll?

Nur ganz selten gibt es auf solche Fragen einfache Antworten. Denn einfache Antworten sehen zum einen nicht den einzelnen Menschen in seiner individuellen Lebenssituation. Und sie berücksichtigen zum anderen nicht alle Informationen, die wichtig sind, um unsere komplizierte Welt richtig einzuschätzen.

Wer wissen möchte, was er nach Gottes Willen tun soll, muss genau hinsehen. Ein pauschales „So steht es doch in der Bibel“ wird der Situation oft nicht gerecht. Wenn wir ernst nehmen, dass Gott jeden Einzelnen bei seinem Namen ruft und ihm seine ganz eigene Würde zuspricht, müssen wir auch berücksichtigen, wie dieser Einzelne lebt, denkt, wünscht, glaubt, wenn wir mit ihm in Gottes Sinne in Beziehung treten.
Das heißt nicht, dass Gottes Wort einfach an menschliche Wünsche angepasst wird. Vielmehr geht es darum, zu fragen, was Gottes Forderungen nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit jetzt praktisch bedeuten. Um das herauszufinden, ist Nachdenken nötig, Beten und Reden.

Der große Kirchenlehrer Augustinus hat als Leitsatz formuliert: „Liebe, und dann tue, was du willst“. Auch das ist keine direkte Lösung für jedes Problem, aber es kann als Richtschnur dienen: Die Liebe, mit der Gott sich uns zuwendet, sollte durch uns bei unseren Mitmenschen ankommen und ihnen zum Besten dienen.

Übrigens: Trotz aller Mühe werden wir immer wieder falschliegen mit dem, was wir tun. Wir werden Dinge schlechter machen statt besser und Menschen verletzen, statt sie zu heilen. Auch das treibt uns um seit Adam und Eva. Zum Glück gilt hier:„Die Güte des Herrn hat kein Ende.“

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 30. Dezember 2017, 10:45 Uhr


Liebe Anke von Legat, welch guter Anfang um einen Einstieg und ein Anknüpfen unseres Miteinander. Einfache Antworten sind deshalb meistens falsch, weil sie unser Bauch diktiert, der kunterbunt mit dem gefüllt ist, was hineingetan wurde und das ist leider nie eitel Liebe:-)
Augustinus Rat zu lieben, ist genau das, was Ihr Thema aussagt. Sie an den Anfang zu stellen und jeden Gedanken an ihr auszurichten heisst nachzudenken. Nachdenken wenn mich Widerspruch oder Tadel leitet. Nachdenken, wenn ich anderen meine Denkart überzustülpen geneigt bin. Nachdenken wenn ich den Anspruch auf Recht empfinde.... Wahrlich - Liebe ist von Anfang bis Ende die unermüdliche Aufgabe, die allumfassenden Einsatz einfordert - dann tue was du willst - weil alles in Liebe zu tun, ich das Anliegen Gottes erblicke...
So weit meine eigene Sicht, die sich, da Gott jeden Einzelnen bei seinem Namen ruft und ihm seine ganz eigene Würde zuspricht, als bescheidenen Bruchteil zur Sicht des Nächsten gefügt versteht.


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Atlantica, 30. Dezember 2017, 14:56 Uhr


1. Wenn uns das überhaupt schon bewusst wird, dass wir anderen gegenüber falsch gehandelt haben, dann ist schon sehr viel gewonnen! Die meisten Menschen erkennen dies gar nicht und machen "immer so weiter".

2. Als Gruppen-Personen bleiben wir immer Individuen. Wir können die Bewusstseins-Sphäre des anderen nicht vollständig durchdringen. Aus dieser Tatsache ergeben sich viele Missverständnisse und Probleme; je offener man miteinander umgeht, um so mehr lässt sich Zukunft sinnvoll gestalten.

3. "Dein Wille geschehe". Den Willen Gottes tun, das ist ein starkes Wort!
Lieben und Handeln. Auch in dem Bewusstsein eigener Unvollkommenheit. Dazu hilft die Liebe. Warum aber gibt es so wenig davon? Albert Schweitzer sagte, sie vermehre sich, wenn man sie verschenkt. Die menschliche Liebe ist aber wohl nie ganz selbstlos. Das heißt, im Ansatz mag sie es sein, sicher machen Menschen auch diese Erfahrung. Das ist nun einmal ein weiter Weg. Ob er steinig sein muss, weiss ich nicht. Ich neige eher zum kindlichen Vertrauen darauf, dass Gott alles gut macht: und siehe, es war sehr gut!
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Alwite, 31. Dezember 2017, 4:26 Uhr


Über Entschlusskraft und Schöpfung gibt es eine grundlegende Wahrheit. Die Unkenntnis davon zerstört unzählige Ideen und grossartige Pläne und das ist es, dass in dem Moment, da jemand sich endgültig verpflichtet, dann auch die göttliche Vorsehung Einzug hält.
Alle möglichen Dinge ereignen sich, um diesem zu helfen, Dinge, die sich sonst nie ereignet hätten.
Ein ganzer Strom von Ereignissen ergibt sich aus der Entscheidung.
Sie ruft für jenen, der die Entscheidung getroffen hat, alle möglichen Vorkommnisse und Zusammenkünfte und stoffliche Hilfe hervor, von der kein Mensch sich hätte träumen lassen, dass sie auf diese Weise eintreffen würden.
Was immer Du tun kannst, oder wovon Du träumst, Du könntest es tun: beginne damit.
Kühnheit trägt Genius, Macht und Zauber in sich.
Beginne es jetzt.

Schreibt Johann Wolfgang von Goethe. Seit ich mich zur Liebe entschloss, bewegte sich tatsächlich um mich unendlich viel:-)
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