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Die Potsdamer Garnisonskirche um 1827, hier gemalt von Carl Georg Adolph Hasenpflug (1802–1858)

Aktion: »Christen brauchen keine Garnisonkirche«

Unterschriften gegen Wiederaufbau

Aus dem Archiv (29.08.2014)

Die neue christliche Initiative gegen den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche stößt bei den Unterstützern des Projekts auf großen Widerspruch.

Die Unterschriftenaktion »erstaunt und verletzt gleichermaßen«, erklärte das Bündnis Potsdamer Mitte am Donnerstag. Die Garnisonkirchenstiftung kritisierte, die Initiative habe sich öffentlich positioniert, ohne vorher ein direktes Gesprächsangebot aufzunehmen. Dies sei kein guter Stil. Die Initiative »Christen brauchen keine Garnisonkirche« hatte am Mittwoch einen Aufruf veröffentlicht, der von mehr als 70 Pfarrern und anderen Kirchenmitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet unterzeichnet ist. ## Erstunterzeichner sind unter anderem die Ex-Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD), der frühere Mönch Fulbert Steffensky und der Politikwissenschaftler Hajo Funke. Am Wochenende soll auch eine Internetseite freigeschaltet werden, auf der sich weitere Unterstützer eintragen können. Eine Bürgerbewegung, die sich als Motto »Schwerter zu Pflugscharen« auf die Fahnen geschrieben habe, sollte »auch in der Lage sein, heutigen Christen und Bürgern zuzubilligen, dass sie aus einer Garnisonkirche eine Versöhnungskirche« schaffen könnten, erklärte das Bündnis Potsdamer Mitte. Auch das Bündnis wolle keine Militärkirche. Eine Verklärung der deutschen Geschichte finde an dem Ort nicht statt, erklärte die Garnisonkirchenstiftung: »Schuld und Versagen werden konkret und öffentlich benannt.« Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) kündigte derweil einen Antrag zur Auflösung der kirchlichen Baustiftung an. Er werde den Antrag bei der nächsten Sitzung des Kuratoriums der Stiftung stellen, obwohl er selbst das Bauvorhaben befürworte. Das Kuratorium tagt am 15. September. Das Stadtparlament hatte Jakobs mit der Übernahme eines Bürgerbegehrens gegen die Garnisonkirche im Juli aufgefordert, alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten zur Auflösung der Stiftung zu nutzen. epd