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»Militärische Kraft kann dafür sorgen,dass Frieden sich entwickeln kann«: EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider hält den Einsatz von Milität in bestimmten Situationen für gerechtfertigt. Foto: UK-Archiv

Schneider: Militäreinsätze können Gewalt stoppen

EKD-Rückenwind für Gauck

Aus dem Archiv (26.06.2014)

Für seine Äußerungen zum militärischen Engagement Deutschlands im Ausland bekommt Bundespräsident Joachim Gauck Rückenwind vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider.

Mit Verweis auf seinen kürzlichen Besuch im Südsudan sagte Schneider am Donnerstag im RBB-Inforadio: »Wenn man die Lage in einem solchen Land erlebt, dann begreift man, dass es so etwas wie ein Wüten des Bösen und der Gewalt gibt.« ## Es brauche in einer solchen Situation militärische Kraft, »um für einen Raum zu sorgen, in dem sich dann anderes entwickeln kann«, ergänzte der ehemalige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten betonte, Militär könne keinen Frieden schaffen, aber dafür sorgen, dass die massiven gewalttätigen Auseinandersetzungen gestoppt würden. Dafür könne ein Einsatz von Militär gerechtfertigt sein. »Ich vermute, dass der Bundespräsident das so gemeint hat«, sagte Schneider. Gauck hatte im Januar bei der Münchner Sicherheitskonferenz gefordert, Deutschland müsse mehr Verantwortung in der Welt übernehmen und hatte dabei militärisches Engagement ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Als er diese Forderung kürzlich wiederholte, entbrannte eine Debatte über deutsche Militäreinsätze im Ausland. Anfang der Woche hatten sich zwei ostdeutsche Pfarrer, die sich wie Gauck in der der Friedensbewegung nahestehenden DDR-Opposition engagiert hatten, über die Aussagen empört. epd