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Der lippische Landeskirchenrat mit den Gästen der im lippischen Lemgo tagenden Synode. Foto: Harald Mallas

Verbindendes der Konfessionen sichtbar machen

Synode in Lippe

Aus dem Archiv (15.06.2013)

Die Lippische Landeskirche hat Initiativen für mehr Gemeinsamkeit unter den Konfessionen gewürdigt.

Die vor 40 Jahren unterzeichnete Leuenberger Konkordie sei ein Dokument des Einvernehmens, sagte der frühere Landessuperintendent Gerrit Noltensmeier am Freitag vor der lippischen Landessynode in Lemgo. Auch der Braunschweiger Bischof Friedrich Weber hob das Modell der Leuenberger Konkordie hervor. ## Es achte die Verschiedenheit der Kirchen, ohne die Übereinstimmung im Grundsätzlichen zu übersehen. Dieses theologische Dokument, das die Lippische Landeskirche vor 40 Jahre als erste Kirche unterzeichnet habe, sei ein Beitrag zu mehr Gemeinsamkeit zwischen reformierten, lutherischen und unierten Gemeinden gewesen, erklärte Noltensmeier. Eine »versöhnte Verschiedenheit« könnte in einer zerklüfteten Welt »ein Modell sein, das dazu hilft, jeweils auszuloten, wie tief die Gemeinsamkeiten zwischen den Streitenden sein könnten«, sagte der 71-jährige Theologe. Weber rief in seiner Predigt zum Auftakt der Synode dazu auf, Verbindendes zwischen den Konfessionen stärker sichtbar zu machen. Wo das Evangelium verkündet wird und die Sakramente gespendet werden, sei Kirche, sagte der evangelische Ökumene-Experte, der auch Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist. Für die innerprotestantische Ökumene gilt die Leuenberger Konkordie als Meilenstein. 1973 verständigten sich reformatorische Kirchen mit unterschiedlichen Bekenntnissen auf ein Dokument, das die seit der Reformationszeit bestehende Kirchentrennung beendet und Kirchengemeinschaft zwischen lutherischen, reformierten und unierten Kirchen möglich macht. Der Paderborner katholische Weihbischof Matthias König würdigte in seinem Grußwort das gute Verhältnis von evangelischen und katholischen Gemeinden vor Ort. Die Zusammenarbeit an der Basis funktioniere weit besser als in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde. Versöhnung unter den Konfessionen sei bereits erreicht. »Verschiedenheit müssen wir aushalten - aber das geht.« Die Landessynode billigte in erster Lesung auch weitere konkrete Schritte für die Reform der Kirchenbezirke. Die Synode endet am Samstag. Unter anderem ist ein Bericht von Landessuperintendent Martin Dutzmann über den Stand der Debatte über die weitere Selbstständigkeit der lippischen Kirche angekündigt. Die Lippische Landeskirche ist mit rund 175.000 Mitgliedern die drittkleinste der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Von den 69 lippischen Kirchengemeinden sind 58 reformiert, zehn lutherisch und eine sowohl lutherisch als auch reformiert. Zusammengefasst sind sie in insgesamt sieben »Klassen«. Es gibt eine lutherische sowie sechs reformierte Klassen. Höchstes Leitungsgremium ist die Landessynode. Dem Kirchenparlament gehören 52 gewählte Mitglieder an. epd