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Noch bis Freitag tagt die Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld. Foto: gmh

Kirche will drohenden Pfarrermangel abwenden

Konzept für Personalentwicklung

Aus dem Archiv (14.11.2012)

Mit offensiver Werbung für das Theologiestudium und einer stärkeren Beteiligung von Ruheständlern will die westfälische Kirche einem langfristig drohenden Pfarrermangel begegnen.

Bis zum Jahr 2030 werde sich die Zahl der benötigten Pfarrer von derzeit fast 2.000 auf rund die Hälfte verringern, heißt es in einem Papier zur Personalentwicklung, über das diese Woche die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld diskutiert. Trotzdem fehle es an Theologennachwuchs.## In den kommenden Jahren solle verstärkt für den Pfarrerberuf und das Theologiestudium geworben werden, erklärte die zuständige Oberkirchenrätin Petra Wallmann. Außerdem sollen Theologen mit Beschäftigungsauftrag und im Entsendungsdienst auf reguläre Pfarrstellen berufen werden. Ruheständler sollen verstärkt Dienstaufträge übernehmen, um die aktiven Pfarrer zu entlasten. Die Planungen eröffneten die Chance, die notwendigen Veränderungsprozesse besonnen zu gestalten, erklärte Wallmann. In den Jahren 2012 bis 2030 gehen dem Papier zufolge rund 1.470 Theologen der viertgrößten deutschen Landeskirche in den Ruhestand. Nach der geschätzten Entwicklung im Pfarrdienst könne der Bedarf ab dem Jahr 2030 nicht mehr gedeckt werden, heißt es in dem Bericht weiter. Derzeit gibt es in der westfälischen Kirche den Angaben zufolge 1.947 Theologen und rund 1.447 Pfarrstellen. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und langfristig rückläufiger Kirchensteuereinnahmen soll auch die Zahl der Pfarrstellen in den kommenden Jahren sinken. Erwogen wird unter anderem, die Größe der Gemeinde pro Pfarrstelle auf bis zu 3.500 zu erhöhen. Bislang ist ein Pfarrer für durchschnittlich 2.500 Kirchenmitglieder zuständig. Für das Jahr 2030 wird der Bedarf auf noch rund 1.070 Pfarrstellen geschätzt. Das Personalentwicklungskonzept sieht zudem vor, Schulpfarrerstellen sowie pastorale Dienste in der Seelsorge und Beratung langfristig zu sichern. Zwar müsse die Zahl der Pfarrstellen langfristig verringert werden, erläuerte Wallmann. Schulpfarrer seien aber eine Brücke zwischen Kirche und Schule. Die westfälische Kirche werde sich nicht aus der Schulseelsorge zurückziehen. Als weitere wichtige Bereiche nannte Wallmann die Seesorge in Krankenhäusern, Altenheimen, bei der Polizei und der Bundeswehr sowie die Gehörlosen-, Blinden- und Telefonseelsorge. epd