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Christen sollen Kapitalismus abschaffen

Aufruf zu aktiver Beteiligung

Aus dem Archiv (02.09.2012)

Der ehemalige Leipziger Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer (69) hat die Christen in Deutschland dazu aufgerufen, sich aktiv für die Abschaffung des kapitalistischen Wirtschaftssystems einzusetzen.

Der globale Kapitalismus sei nicht zukunftsfähig, zerstöre die Umwelt und die Menschen. Es müsse eine Wirtschaftsform des Teilens entwickelt werden, sagte der evangelische Theologe in einer Predigt in der Kieler Ansgarkirche.## Führer wandte sich entschieden gegen die These, dass es zum kapitalistischen und marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem keine Alternative gibt. Diese These sei »fantasielos« und vergleichbar mit der These eines Steinzeitmenschen, dass es zum Faustkeil keine Alternative gebe. Der Kapitalismus sei nicht in der Lage, ein weltweit gerechtes Wirtschaftssystem ohne Ausbeutung von Menschen und Ressourcen zu schaffen, sagte der Pfarrer. Christian Führer war von 1980 bis 2008 Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche. Er war Mitinitiator der wöchentlichen Friedensgebete, die Ausgangspunkt für die Leipziger Montagsdemonstrationen 1989 in der DDR waren. epd