hg
30 Millionen Euro will die Bundesregierung für die altengerechte Modernisierung von Wohnungen bereit stellen. Foto: Gerhard Seybert

Pflegereform: Was ändert sich für Wohngemeinschaften?

30 Millionen Euro für Zuschüsse

Aus dem Archiv (28.02.2012)

Die Bundesregierung will Alten-Wohngemeinschaften finanziell fördern.

Künftig sollen sie in der Gründungsphase im ersten Jahr Zuschüsse für Umbauten bekommen. Voraussetzung ist, dass mindestens drei Alte sich zusammenschließen und die WG nicht von einem Heimträger oder einem Pflegedienst abhängig ist, sondern selbst bestimmt, wie sie die Pflege organisiert. Auch heute werden altengerechte Modernisierungen von Wohnungen schon mit rund 2.500 Euro pro Person gefördert. ## Künftig sollen Wohngemeinschafts-Mitglieder noch einmal 2.500 Euro hinzubekommen. Eine Vierer-Wohngemeinschaft könnte dann für 10.000 Euro etwa die Türen rollstuhlgerecht verbreitern oder Umbauten im Bad vornehmen. Für das Programm stehen bundesweit 30 Millionen Euro bereit. Außerdem sollen die WG-Mitglieder je 200 Euro im Monat als Zuschuss erhalten, um eine sogenannte Präsenzkraft bezahlen zu können. Vor allem demenzkranke Menschen brauchen über die Pflege hinaus meistens den ganzen Tag Unterstützung und Betreuung, etwa beim Kochen oder beim Spazierengehen. Nicht klar ist, ob auch Demenzkranke, die noch nicht pflegebedürftig sind, diese 200 Euro zusätzlich zu den 100 oder 200 Euro erhalten werden, die ihnen schon heute für Betreuungsleistungen zustehen. Ob die Fördermittel, die im »Pflegeneuausrichtungsgesetz« von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) verankert sind, Anreiz genug sind, um neue WGs zu gründen, ist offen. Über die Zahl der existierenden Pflege-WGs gibt es nur Schätzungen, und die gehen weit auseinander: Sie reichen von 1.500 bis 10.000 bundesweit. epd