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Im Essener Dom findet der ökumenische Eröffnungsgottesdienst statt. Foto: Ralf Hüls

Stichwort: Europäische Kulturhauptstadt

Essen und das Ruhrgebiet

Aus dem Archiv (08.01.2010)

Die Ernennung von Kulturhauptstädten geht auf eine Initiative der früheren griechischen Kultusministerin und Sängerin Melina Mercouri und des Europaparlaments aus dem Jahr 1985 zurück.

Seither wird der Titel »Europäische Kulturhauptstadt« an eine oder zwei Städte für jeweils ein Jahr verliehen. 2010 präsentieren sich Essen und das Ruhrgebiet unter dem Motto »Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel« als Kulturhauptstadt.## »Jede Stadt legt ein Kulturprogramm fest, das die Kultur und das Kulturerbe der betreffenden Stadt sowie ihren Platz im gemeinsamen Kulturerbe herausstellt, und an dem sich Kulturschaffende aus anderen europäischen Ländern mit dem Ziel einer dauerhaften Zusammenarbeit beteiligen«, heißt es im Artikel 5 des Beschlusses. Die Städte sollen kulturelle Strömungen in Europa herausstellen, an denen sie wesentlich beteiligt waren und mit einem Angebot an Kulturveranstaltungen europaweit Besucher anziehen. Das Ruhrgebiet, das sich in diesem Jahr unter dem Motto »Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel« als Kulturhauptstadt Europas präsentiert, ist nach London und Paris der drittgrößte Ballungsraum Europas und gleichzeitig ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. 5,3 Millionen Menschen aus 140 Nationen leben in den 53 Städten des ehemaligen Stahl- und Kohlereviers, das heute vor allem ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum ist. Große Unternehmen wie RWE, Thyssen-Krupp, Klöckner, Hochtief, E.ON Ruhrgas, Karstadt, Aldi oder Tengelmann haben ihren Firmensitz im Ruhrgebiet. Auch kulturell ballen sich in der Region zwischen Duisburg und Dortmund viele Angebote: Über 200 Museen, 100 Konzertstätten, 120 Theater und rund hundert Kulturzentren laden zu Ausstellungen, Konzerten, Opern, Schauspiel und weiteren Kulturveranstaltungen ein. Festivals wie die Ruhrtriennale, die Ruhrfestspiele Recklinghausen, die Duisburger Akzente oder das Klavierfestival Ruhr sind überregional bekannt. Für den strukturellen Wandel stehen vor allem die neu genutzten Industriedenkmäler, allen voran das Weltkulturerbe Zollverein. Die ehemals größte Schachtanlage der Welt beherbergt heute unter anderem das Ruhr Museum und das Design Zentrum NRW. Der Gasometer Oberhausen ist heute die höchste Ausstellungshalle Europas. Der Landschaftspark Duisburg-Nord in einem ehemaligen Hüttenwerk bietet Platz für Kletterparcours und Tauchbecken, aber auch für Theater und Musikfestivals. epd Ähnlicher Beitrag: