hg_schwarz

UK Community

Eingeloggt als:


« Zur Themenübersicht

Einmal wird uns gewiß die Rechnung präsentiert

Alwite schrieb am 2. Juni 2017 um 19:20 Uhr:

Einmal wird uns gewiß die Rechnung präsentiert

für den Sonnenschein
und das Rauschen der Blätter,
die sanften Maiglöckchen
und die dunklen Tannen,
für den Schnee und den Wind,
den Vogelflug und das Gras
und die Schmetterlinge,
für die Luft, die wir
geatmet haben, und den
Blick auf die Sterne
und für all die Tage,
die Abende und die Nächte.

Einmal wird es Zeit,
dass wir aufbrechen und
bezahlen;
bitte die Rechnung.

Doch wir haben sie
ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen,
sagt der und lacht,
soweit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!

Lothar Zenetti,

Alwite
Beiträge: 530
Erika Moers schrieb am 3. Juni 2017 um 08:14 Uhr:

. . . die Rechnung ohne den Wirt gemacht

Was für ein Wirt!
Danke, liebe Alwite.
Schon fast vergessen, fällt mir das alte (Kinder-)Gedicht von Ludwig Uhland dazu ein:

Bei einem Wirte wundermild,
da war ich jüngst zu Gaste,
ein gold'ner Apfel war sein Schild
an einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
bei dem ich eingekehret;
mit süßer Kost und frischem Schaum
hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
viel leicht beschwingte Gäste,
sie sprangen frei und hielten Schmaus
und sangen auf das Beste.

Ich fand ein Bett zu süßer Ruh
auf weichen, grünen Matten.
Der Wirt, der deckte selbst mich zu
mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit,
da schüttelt er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel.

Erika Moers
Beiträge: 241
Erika Moers schrieb am 3. Juni 2017 um 08:21 Uhr:

. . . und weil's mir gerade so Spaß macht, noch ein paar Verse von Rudolf Baumbach:

Mietegäste vier im Haus
Hat die alte Buche.
Tief im Keller wohnt die Maus,
Nagt am Hungertuche.

Stolz auf seinen roten Rock
Und gesparten Samen
Sitzt ein Protz im ersten Stock,
Eichhorn ist sein Namen.

Weiter oben hat der Specht
Seine Werkstatt liegen,
Hackt und zimmert kunstgerecht,
Dass die Späne fliegen.

Auf dem Wipfel im Geäst
Pfeift ein winzig kleiner
Musikante froh im Nest.
Miete zahlt nicht einer.

Erika Moers
Beiträge: 241
Alwite schrieb am 3. Juni 2017 um 08:33 Uhr:

Danke, liebe Erika Moers,
zu diesen wunderbaren Gedichten aus der Schulzeit, fällt mir ein Spruch der vertsorbenen Pastorin Hannelore Frank ein:
"Ich möchte gern so sein, wie Gott mich haben will, weil er mich so behandelt, als wäre ich schon so."

Alwite
Beiträge: 530
Atlantica schrieb am 5. Juni 2017 um 08:50 Uhr:

Geschenk

Die Rechnung bezahlen
für ein Geschenk

ein Gericht, das man nicht bestellt hat

wer kann das glauben?

Dann lieber

in Gemeinschaft
wirtschaften


Soli Deo Gloria

Atlantica
Beiträge: 173
Erika Moers schrieb am 5. Juni 2017 um 10:08 Uhr:

Du brauchst nicht zu bestellen,
der Wirt hat lange schon,
eh du es weißt,
für dich das Rechte zubereitet.
Komm,
setz dich
nimm . . .

Erika Moers
Beiträge: 241
Alwite schrieb am 5. Juni 2017 um 10:22 Uhr:

Wem zu glauben ist, redlicher Freund, das kann ich dir sagen: Glaube dem Leben; es lehrt besser als Redner und Buch. (Johann Wolfgang von Goethe)

Alwite
Beiträge: 530
Atlantica schrieb am 5. Juni 2017 um 22:38 Uhr:

Es bleibet dabei...

...

Die Gedanken sind frei
Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten?
Sie fliegen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen
mit Pulver und Blei.
Die Gedanken sind frei!

Ich denke, was ich will
und was mich beglücket,
doch alles in der Still',
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
ich spotte der Pein
und menschlicher Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei!

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen,
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!
Volkslied, ca. 1790
bearbeitet von
Hoffmann von Fallersleben, 1841
(Erstdruck 1842)


Soli Deo Gloria

Atlantica
Beiträge: 173
Alwite schrieb am 6. Juni 2017 um 11:00 Uhr:

Ich mag Menschen-Geister,

wer Gefühle
aufrechnen,
ausrechnen,
abrechnen,
berechnen,
hochrechnen will,
hat sich am Schluss
garantiert verrechnet.

Annegret Kronenberg

Alwite
Beiträge: 530