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Biblische Geschichte(n)

Alfred schrieb am 29. Juli 2017 um 21:00 Uhr:

Biblische Geschichte(n)

Mensch war der Herr, ein Menschensohn,
man sah ihm gar nichts an,
vom Lebensziel auf Himmels Thron.
Christ war nicht auf der Erde schon
rein überirdisch dran.

Versuchung hat er wohl gekannt,
neben dem heilgen Geist,
der Jesus füllte, doch gebannt
war damit nicht, was in ihm brannt'
und auf das Menschsein weist.

Für vierzig Tage trieb den Herrn
das Fasten, Beten um,
als nach der Tauf am Jordan, fern
von andern Menschen, Jesus gern
hat's still um sich herum.

Nicht mal der Hunger macht ihn schwach
den war als Mensch er gwohnt.
Die meisten Bäuche blieben flach,
anders als heut. Kein Weh und Ach
hat sich dafür gelohnt.

Doch Lust stieg auf ins Fasterhirn
im Traum wie auch im Wachen.
So drängt Versuchung jede Birn,
belästigt auch die hehre Stirn
mit leiblich-lustvolln Sachen.

»Nimm dir doch 'nen beliebgen Stein«,
so steigts in ihm nach oben.
»Ein Brot daraus wird herrlich sein.
So kannst' den Herrn mit Mark und Bein,
mit Herz und Händen loben.«

Doch Jesus griff zur Gegenwehr.
Er gab sich nicht geschlagen.
Für'n Bibelkenner war's nicht schwer.
Er nahm sich flugs den Mosche her:
»Gott lässt uns Brotwort sagen.« [Dtn 8,3]

Die ganze Welt erschien vor Augen
des Menschensohns mit einem Mal.
»Das alles könnt' als Bühne taugen
für dich als Herrscher, kannst aufsaugen,
genießen Ebne, Berg und Tal.

Du brauchst dich nur dem Fürst ergeben,
der diese Welt heimlich regiert.
Du widmest ihm allein dein Leben,
musst nur nach seiner Krone streben,
beherrschst die Welt dann wie geschmiert.«

Auch hierauf hat der einzig Treue
ein Bibelwort sofort parat,
das auch in diesem Fall aufs Neue
das Schandmaul stopft, dem der lichtscheue,
der bloß auf Zwist aus und Verrat:

»Du darfst anbeten nur den Einen,
der Herr und Gott ist aller Welt.« [Dtn 6,13]
Der Böse sollt erst gar nicht meinen
er könnte scheiden ihn und seinen
Vater, der schuf das Himmelszelt.

Es blieb nun noch ein einzger Glimmer,
dem, der versuchte, was nur ging.
Er führte spät im Abendschimmer
den Herrn hinauf, steiler wurds nimmer,
wo's Tempels Höh vorm Abgrund hing.

»Du bist doch Gottes Liebling, Junge.
Dann kannst du alles: Spring hinab!
Der Psalm verspricht mit lauter Zunge,
sein Engel schützt dir Bein und Lunge.
Beweis Vertrauen und heb ab!« [Ps 91,11f]

Doch Jesus lässt sich nicht verführen.
Er hält mit Mosches Worten Stand.
Mag auch der Böse noch so schüren.
Er kann es deutlich in sich spüren:
»Versuch nicht Gottes gute Hand!« [Dtn 6,16]

Sein Pulver hat der Feind verschossen.
Er ist geschlagen durch den Sohn.
Für lange Zeit zieht er verdrossen
von ihm sich ab und bleibt verschlossen.
Des Himmels Näh ist Jesu Lohn.
© almi

Alfred
Beiträge: 5
Alfred schrieb am 29. Juli 2017 um 21:15 Uhr:

Weinstock

Ich bin der Weinstock, ihr seid Reben.
Nehmt euren Platz ein, wachst in mir.
Bezieht die Kraft, die euch zu geben,
die stärkt, die sprießen lässt das Leben,
indem ihr einzig wurzelt hier.
© almi

Alfred
Beiträge: 5
Alfred schrieb am 29. Juli 2017 um 21:19 Uhr:

Maria und Marta

In manchen Dörfern auf den Wegen
von Galiäa bis hinauf
nach Juda, das recht hoch gelegen,
wo's steinig, staubig, wenig Regen,
macht Jesus man die Türen auf.

Das eine, andere Haus steht offen,
für diesen Wandrer, wenn ers braucht.
Wenn ihn Unwetter hat getroffen,
wenn schwer die Beine, darf er hoffen,
dass auch für ihn der Herd hier raucht.

So auch bei Marta, dieser Treuen,
die weiß, was sie an Jesus hat.
Hier braucht sich auch kein Schüler scheuen,
sie nimmt sie auf: Wie sie sich freuen!
Bei Marta werden alle satt.

Schwester Maria kommt herüber,
sie hat ganz anderes im Sinn.
Geht an der Küche glatt vorüber,
den Blick auf Jesus nur hinüber,
setzt sie sich zu den Männern hin.

Das wurmt die Marta, sie muss rennen,
sie schlachtet, kocht, backt und sie deckt.
Ihr wär geholfen, möcht sie flennen,
wenn's Schwesterherz sich könnte trennen
sich zu ihr hielte, aufgeweckt.

So geht sie sich beim Herrn beschweren:
»Dir macht's, mir scheint so, gar nichts aus,
dass ich mich muss allein verzehren
im Dienst für dich. Ich will mich wehren.
Sags ihr und schick sie zu mir raus.«

Doch Jesus tut gar nichts dergleichen.
Er lobt zwar Martas Müh und Plag.
Doch lässt sein Herz er nicht erweichen
ihr flugs die Schwester her zu reichen.
Er sagt, dass er die Frau so mag.

»Maria hat sich selbst entschieden,
dass sie zuerst mich hören will.
Mit dieser Wahl bin ich zufrieden.
Das ›Brot des Lebens‹ ist beschieden
auch ihr, die hört und hält mir still.«
© almi

Alfred
Beiträge: 5
Alfred schrieb am 29. Juli 2017 um 21:28 Uhr:

Kana

Gleich zu Beginn der Menschensohn
zeigt seine Macht, sein Können schon
mit einem Stück, nem tollen.
Er hätts nicht machen sollen,
so meinen manche Schüler später.
Was muss der reine Wundertäter
als Produzent von Wein auftreten?
Sie hätten nicht darum gebeten,
wärn sie dabei gewest,
in Kana, diesem Nest.

Da lief ne Hochzeit tagelang
von der wohl auch die Kunde drang
nach Nazaret zu Zimmermanns.
Mama Maria hilft, sie kanns.
Ihr Sohn, der Jesus, singt und lacht,
mit seinen Freunden Späße macht.
Es lebt, lacht, leidet mit der Welt,
der sie in seinen Händen hält.
Gott freut sich dran, wenn Feste fallen
und hungert mit den Armen allen.

Er kennt der Menschen Lust und Leid,
er wird bewegt von Frust und Freud.
In Kana damals reicht der Wein
nicht bis zum End, o wie gemein!
Es waren viel mehr Gäst gekommen
als sie sich hatten vorgenommen.
Die tranken auch noch mehr als üblich
und das Ergebnis war betrüblich.
Sollt nun das Feiern früher enden?
Wer könnte diese Pein abwenden?

So fragt sich Mutter Marià.
Sie denkt an Jesus, der könnt ja,
weil er mit Gott auf Du und Du,
ein kleines Wunder tun im Nu.
So sind wir, Leute, merkt ihr was?
Wir wissen, Gott versteht nen Spaß,
da kann er doch auch zwischendrin
mal etwas tun in unsrem Sinn.
Das ist ja gar nicht bös gemeint.
Doch bleibt Gott, wenn er auch mein Freund,

stets Herrscher, König dieser Welt,
die ohne ihn zusammenfällt.
Ich kann ihn nicht zum Handeln zwingen,
darf doch mit Worten auf ihn dringen.
Er wird sortieren mein Begehren
und was ihm recht ist auch erhören.
Drum nimmt die Mutter auch nicht krumm,
dass Jesus schimpft mit ihr herum.
Er muss ja wissen, was er tut.
Auf jeden Fall macht er es gut.

So hält sie fest an ihrem Glauben
und lässt ihn nicht vom Anschein rauben.
Das sagt sie auch zum Personal:
“Macht, was er sagt, als sei 's normal.“
Nun, Jesus sieht’s noch gar nicht ein,
er kümmert sich nicht um den Wein
nur weil Mama ihn vorwärts drängt.
Er ist in kein Korsett gezwängt.
Er muss nicht handeln, wenn sie will.
Der Sohn hält noch so lange still

bis seine Zeit heran gekommen,
dann wird das Werk zur Hand genommen.
Er schickt die Helfer, die da stehen,
sie sollen Wasser schöpfen gehen.
Sechs Krüge werden angefüllt,
bis es fast oben drüber quillt.
Dann sendet er zum Chef der Küche
von diesem Trank, der übt dann Flüche:
„Wer hat den guten Wein, den alten,
so lange nur zurück gehalten.

Die Leute, die hier sind versammelt,
die trinken auch, was längst vergammelt.
Für die braucht es nicht so was Gutes,
die sind schon mehr als guten Mutes.“
So stellt der Trinker schön heraus,
dass diese Prob aus bestem Haus.
Wenn Gott ein Fest gibt für die Seinen,
dann gibt es keinen Grund zum Weinen.
Er will ja, dass wir fröhlich feiern
und nicht nur Trauerlieder leiern.

Wer arbeitet, der soll auch essen.
Den Grundsatz gilts nicht zu vergessen.
© almi

Alfred
Beiträge: 5