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Selbstmordattentat in Ansbach wohl mit islamistischem Hintergrund

25. Juli 2016

Eine Schreckenswoche liegt hinter dem Freistaat Bayern: Drei Bluttaten in nur sieben Tagen. Die letzte ereignete sich am Sonntagabend in Ansbach. Dort sprengte sich ein Syrer in die Luft. Offenbar hat die Tat einen islamistischen Hintergrund.

Ansbach/Nürnberg (epd). Was anfangs ungewiss schien, hat sich mittlerweile wohl erhärtet: Das Selbstmordattentat am Sonntagabend vor den Toren eines Festivals im mittelfränkischen Ansbach hatte einen islamistischen Hintergrund. Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Nürnberg sagte, wurde auf dem Mobiltelefon des mutmaßlichen Täters ein Bekennervideo gefunden. Darin habe der 27 Jahre alte Syrer offenbar einen Racheanschlag gegen die Deutschen angekündigt, weil sie sich dem Islam in den Weg stellten und Muslime umbrächten.

Einer ersten Übersetzung zufolge sagte der Tatverdächtige auf Arabisch, er handle im Namen Allahs. Zudem soll er sich in dem Video zu der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt haben. In einer fast zeitgleich stattfindenden Stellungnahme hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin noch gesagt, die Tat könne sowohl einen terroristischen Hintergrund haben, aber auch aus einer psychischen Störung heraus begangen worden sein.

Täter lebte im Status der Duldung

Laut de Maizière und Herrmann hatte der 27-Jährige seinen Antrag auf Asyl zuerst in Bulgarien gestellt und dort einen positiven Bescheid bekommen. Vor knapp zwei Jahren kam er nach Deutschland, lebte seither mit einer Duldung hier.

Laut Herrmann hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den Tatverdächtigen vor kurzem erneut aufgefordert auszureisen. Dem Innenminister zufolge wurden in der Unterkunft des 27-Jährigen Utensilien für den Bau weiterer Bomben gefunden. Nach Aussage des Vizepräsidenten der mittelfränkischen Polizei, Roman Fertinger, enthielt der Sprengsatz im Rucksack des 27-Jährigen viele Metallteile und scharfkantige Bleche, um möglichst viele Menschen zu verletzen. Herrmann sagte, dies sei ein Indiz dafür, dass es keine reine Selbstmordtat war, sondern dass er möglichst viele Menschen verletzen wollte. Der Tatverdächtige starb sofort bei der Explosion.

Die Vertreter der großen christlichen Kirchen reagierten bestürzt auf das Selbstmordattentat. Die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski sagte, die Ängste der Menschen müssten ernst genommen werden. Wichtig sei es außerdem, dass die Einheimischen mit den Geflüchteten im Gespräch bleiben. Sie fände es gut, wenn die in Ansbach lebenden Flüchtlinge sich klar distanzierten und sagten: "Nein, das ist nicht in unserem Namen passiert." Bambergs Erzbischof Ludwig Schick zeigte sich erschüttert. Er bat die Menschen, sich nicht von ihren Ängsten beherrschen zu lassen.

Bombe verletzte 15 Menschen

Am Sonntagabend hatte sich der 27-Jährige vor einem Konzertgelände in der 40.000-Einwohner-Stadt Ansbach mit einer Bombe in die Luft gesprengt, 15 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Der Tatverdächtige soll seit längerem in psychiatrischer Behandlung gewesen sein, zwei Mal bereits soll er versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

Bereits am Freitag hatte in München ein 18-Jähriger bei einem Amoklauf in einem Einkaufszentrum mehrere Menschen erschossen. Am vergangenen Montagabend hatte ein 17-jähriger Afghane in einem Regionalzug bei Würzburg Menschen mit einer Axt und einem Messer angegriffen. Auch diese Tat soll einen islamistischen Hintergrund haben.

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Leser-Kommentare öffnen

Paperback, 25. Juli 2016, 12:14 Uhr


Man kommt um einen Schluss nicht herum: Unsere Flüchtlingspolitik ist gescheitert. Ich weiß sehr wohl, dass kein Staat, keine Polizei in der Lage ist, mich vor allen Risiken des Lebens zu schützen.
Allerdings erwarte ich schon, dass man uns nicht auch noch vermeidbaren Risiken aussetzt.
Wenn ich lese und höre, dass es sich bei dem letzten Attentäter um einen Syrer mit einem Ausweisungsbescheid handelt, dann stellt sich für mich mehr als nur eine Frage.

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Schallblech, 25. Juli 2016, 15:20 Uhr


Wenn Menschen, die in ihrem Heimatland ein ganz normales, gelingendes Leben geführt haben, gebildet sind, beruflich etwas erreicht haben, von einem Tag auf den anderen fliehen und alles zurück lassen mußten, unter Lebensgefahr und Verlust von Angehörigen unser Land erreicht haben, wenn man diese Menschen monatelang auf die Registrierung warten läßt, sie weder arbeiten noch einen Sprachkurs besuchen dürfen, sie plötzlich vom "jemand" zum "niemand" werden, sie mit dem Bus zu einer zentralen BAMF-Stelle gebracht werden, wo sie, teils mit kleinen Kindern, den ganzen Tag zubringen müssen, nur damit FINGERABDRÜCKE genommen werden - ist es verwunderlich, wenn so ein Mensch depressiv und irgendwann aggressiv wird?
Es war richtig, die Menschen aus den Kriegsgebieten aufzunehmen. Aufnehmen und verwahren reicht aber nicht. DAS ist das Problem - nicht die Menschen, die bei uns Schutz suchen.
Kein Zweifel, daß es auch Mißbrauch des Asylrechts gibt. Dagegen muß eingeschritten werden. Trotzdem werde ich immer wieder für das Recht auf Asyl sprechen.
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oberschwester, 25. Juli 2016, 16:08 Uhr


Ist wirklich "unsere" Flüchtlingspolitik gescheitert? Oder doch viel mehr die Kriegs-, oh, Verzeihung, Verteidigungspolitik?
Von deutschem Boden wird Krieg geführt: Waffenexporte, Drohneneinsätze aus rammstein (alles begleitet von unseren Kriegs-, oh, Verzeihung, Militärpfarrern).
Hier gilt es umzudenken und insbesondere zu Handeln.
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Paperback, 26. Juli 2016, 9:04 Uhr


Oberschwester,

der Schluss aus Deinem Einwand muss doch dann lauten: Lasst den IS morden, mischt euch nicht ein. Und wenn dann alles und irgendwann in friedliche Bahnen läuft, wird schon alles gut.

Es ist zynisch, aber ich möchte nicht wissen, wie viele Köpfe bis dahin noch fallen, bis endlich Frieden herrscht.

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Alwite, 26. Juli 2016, 10:46 Uhr


Frieden herrscht nicht!
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Paperback, 26. Juli 2016, 12:11 Uhr


Alwite,

es geht um Leben und Tod, und Du kämpfst um die Semantik.
Tod und Terror sind mitten unter uns, und denjenigen, die sich ihrer bedienen, haben wir mit falsch verstandener Nächstenliebe den Weg geebnet.
Es hat Opfer gegeben, und diese Menschen sind schlicht tot.
Ich fürchte, es werden nicht die letzten Opfer sein, weil wir nicht sehen wollen, was nicht in unser Bild passt, ein Bild, das schön gefärbt ist und nichts zu tun hat mit dem, was geschieht.

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Schallblech, 26. Juli 2016, 15:21 Uhr


Wir können nicht Tausende im Kugelhagel von Armeen, Milizen und Terroristen sterben lassen, weil ein paar von ihnen unser Schutzangebot mißbrauchen. Mißbrauch gibt es überall da, wo etwas Gutes getan wird! Natürlich ist Terror nicht vergleichbar mit dem Erschleichen von Sozialleistungen. Wir werden aber den Mißbrauch guten Willens auch nie verhindern können. Ich weigere mich, eine große Mehrheit leiden zu lassen, weil eine Minderheit das für ihre Zwecke ausnutzt.

Im Übrigen, auch wenn es zynisch klingen sollte: viel mehr Menschen sterben durch Unfälle im Haus und im Verkehr, durch Krebs und Herzinfarkt als durch Terror und Amoklauf.
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Atlantica, 26. Juli 2016, 16:34 Uhr


Eine solche Diskussion kann doch wohl nur ein Ziel haben: mitzuhelfen, den Terror zu bekämpfen. Gleiches gilt für Journalismus und Kommentare in Tageszeitungen und Internet. Wer den hohen Anspruch erhebt, aufzuklären oder für das Gute zu stehen, muss sich fragen lassen, ob er nicht nur auffallen möchte. Besser: weniger schreiben - das gilt auch für beruflich Schreibende/Journalisten. Durch das Schreiben allein wird keine wirksame Bekämpfung des Terrors erfolgen. Im Gegenteil: es ist ein Ausdruck von Rechthaberei und Hilflosigkeit.
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Alwite, 26. Juli 2016, 16:48 Uhr


Hilflosigkeit lasse ich nicht gelten. Hilfe kommt immer irgendwo her. Rechthaberei ist allerdings kein Ausweg aus ihr.
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Atlantica, 26. Juli 2016, 16:53 Uhr


Liebe Alwite, gut. Dann kommt ja das christliche Element wieder zum Tragen. Hilfe kommt für uns Christen doch nicht von "irgendwoher", wie du schreibst, sondern von dem Herrn, der...
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ellybe, 27. Juli 2016, 11:46 Uhr


Hilfe bzw. Hilflosigkeit: Ich erinnere schlicht an die Worte des Hingerichteten vom Kreuz an seine Nächsten unter dem Kreuz...
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ellybe, 27. Juli 2016, 12:36 Uhr


Anmerkungen zum verehrten Schallblech ( siehe 25.07.):

1. Als der 2. Weltkrieg zu Ende war, haben wir (meine Eltern und ich) jahrelang notdürftig in einer Ruine gelebt; die Toilette war ein Plumpsklo hinten in einer Ecke im Garten, was nachts und erst recht im Winter durchaus nicht angennehm war, in heißen Sommern (Wespen!) auch nicht; im Winter froren die Fenster und die Wasserleitung zu; Lebensmittel waren bekanntlich rationiert, einmal haben wir zu dritt eine ganze Woche lang von einem 1,5 Kilobrot leben müssen; Fleisch konnten wir uns anfangs nicht einmal jeden Sonntag leisten, später wurde erst nach "Resten" gefragt (usw.usw.) -
In der Nachbarschaft "lebte" ein Ehepaar in einer barackenähnlichen Behausung, die es sich (ebenfalls in einer Ruine) über der Decke der Erdgeschosswohnung aus Holzresten gezimmert hatte und die nur über eine Leiter zu erreichen war. - In Tiefbunkern (!) waren "Wohnungen" für Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten eingerichtet, Wasser und Licht waren dort rationiert. Usw.usw. -
Hat es damals irgendjemand interessiert, ob "so ein Mensch depressiv und irgendwann aggressiv wird"? "Seien Sie froh, dass Sie noch leben!"
Abgesehen davon:
2. Welcher Staat kann - für eine unbekannte Zahl von möglichen Flüchtlingen, die irgendwann einmal oder ganz plötzlich aus einer Vielzahl von fernen (!) Ländern und anderen Kulturen (!) zu uns strömen - rein präventiv jahre-/jahrzehntelang hunderttausende (leere) Wohnungen bereithalten, ebenso zig- bis hunderttausende freie Arbeitsplätze, das Entsprechende in Kindergärten und Schulen, ebenso eine ausreichende Anzahl von Übersetzern und Sachbearbeitern in Ämtern, usw.usw.?!
Mein persönliches Resumee:
Schluss mit dem Beklagen der vorgeblich menschenunwürdigen Zustände, unter denen bei uns Geflüchtete HEUTE leben müssen.

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