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Aiman Mazyek
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Zentralrat der Muslime: Gemeinsam gegen den Terror stellen

28. Juli 2016

Nach dem Mordanschlag auf einen Priester in Frankreich hat der Zentralrat der Muslime die Religionsgemeinschaften dazu aufgerufen, zusammenzustehen.

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Aiman Mazyek

Köln (epd). "Wir müssen im Schulterschluss mit unseren christlichen Geschwistern Zeichen setzen, uns gemeinsam gegen Anschläge und Terrorismus stellen", sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, in Köln dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Nach diesem feigen und brutalen Anschlag in Frankreich stehen wir mit unseren christlichen Geschwistern in Solidarität und im Gebet."

Das Ziel von Terroristen sei es, "unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft in ihren Grundfesten zu erschüttern und religiöse Gruppen gegeneinander aufzuhetzen", sagte Mazyek. "Der Kampf gegen den Extremismus ist nicht nur Aufgabe von Muslimen allein, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Deswegen sei er der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland für die klaren Worte dankbar, keine Spaltung in die Gesellschaft hineintragen zu wollen. Mazyek begrüßte die Einladung des französischen Präsidenten François Hollande an die religiösen Führer seines Landes, um nach den Anschlägen "ganz klar einen Schulterschluss zu zeigen".

Präventionsprogramme verstärkt

In den Moscheen in Deutschland werde bereits sehr viel gegen Extremismus unternommen, sagte Mazyek. Dort werde beispielweise thematisiert, was der Koran zum Zusammenleben der Religionen und zur Unversehrtheit der Gotteshäuser sage. "Der Gang in die Moschee führt nach unserem Verständnis dazu, dass ein Mensch eben nicht zu solch schrecklichen Taten fähig ist." Wenn ein Mensch jedoch in seiner Religion nicht gefestigt und psychisch labil sei, könne er "leichter in die Fänge von Scharlatanen und Extremisten geraten". Die Islam-Verbände hätten zudem in den vergangenen Jahren Präventionsprogramme verstärkt, besonders in der Zusammenarbeit mit Familien und Jugendlichen.

Stellen im Koran, die von Islam-Kritikern als Aufruf zur Gewalt gegen Nichtmuslime herangezogen würden, würden von der islamischen Welt völlig anders verstanden, erklärte Mazyek. Dass Koranverse zur Gewalt aufriefen, sei keine theologische Position, sondern eine Instrumentalisierung. In einigen Suren unterstreiche der Koran hingegen ausdrücklich die Unversehrtheit von Gotteshäusern. An einer anderen Stelle ermahne der Prophet Mohammed eindringlich Muslime, Nichtmuslimen kein Unrecht anzutun.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 28. Juli 2016, 16:07 Uhr


Danke für die deutliche Stellungnahme! Es kann nur von Muslimen glaubhaft gemacht werden, daß islamistischer Terror nichts mit dem Islam zu tun hat.
Ohne Zweifel gibt es im Koran Stellen, die gewaltfördernd aufgefaßt werden können. Aber auch in der Bibel gibt es schreckliche Texte, die von Radikalevangelikalen gern wörtlich genommen werden. Es ist eine Sache der menschlichen Entwicklung, mit solchen Texten umzugehen.
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Atlantica, 28. Juli 2016, 16:50 Uhr


Ich frage: war es jemals christlich, an ein Buch zu glauben? Der christliche Glaube ist, entgegen vielen Verlautbarungen, keine Buch-Religion!

Schallblech, 28. Juli 2016, 17:08 Uhr


AN ein Buch zu glauben, wäre Fetischismus ;)
Die Inhalte unseres Glaubens, nämlich das, was Jesus zu uns gesprochen hat, sind in der Bibel aufgeschrieben. Insofern sehe ich zumindest das Neue Testament schon für uns als verbindlich an. Da Jesus selbst viel aus der Tora zitiert und damit seine Worte belegt hat, ist und bleibt auch das Alte Testament wichtige Grundlage für uns. Etwas anderes haben wir doch garnicht. Es gibt keine Film- oder Tonaufnahmen von Jesus. Die rein mündliche Überlieferung hätte seine Worte in der langen Zeit bis zur Unkenntlichkeit verändert. Woran sollen wir uns also halten, wenn nicht an den Bibeltext?
Bei anderen Glaubensschriften, sei es der Koran oder die Tora, ist es doch genauso: Die Menschen glauben an die Inhalte, nicht an das Buch selbst. Insofern gibt es nach deiner Äußerung entweder überhaupt keine "Buchreligion", oder das Christentum ist auch eine.
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Atlantica, 28. Juli 2016, 19:47 Uhr


Nun, Schallblech, das ist sicher bedenkenswert. Wir haben die Tradition. Du selbst stehst für einen Teil der Kirchenmusik. AT und NT: ja, auf jeden Fall. Zur Buchreligion möchte ich das Christentum nicht machen. Eine zu deutliche Sprache sprechen a) die Diskrepanz von AT und NT, die man, natürlich sehr verkürzt, mit den Stichworten Gesetz und Gnade, alter und neuer Bund, markieren kann. Der Neue Bund ist aus dem Alten hervorgegangen. Die Religionen sollten partnerschaftlich handeln. Aber den Wahrheits- und Ausschließlichkeits-Anspruch, unabhängig alles Lesbaren, Jesu Christi, bin ich nicht bereit, aufzugeben.
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Atlantica, 28. Juli 2016, 20:20 Uhr


Schallblech, da ich nur semiprofessionelles theologisches Wissen vorweisen kann, erlaube mir noch einen Gedanken:

Ich glaube, die Unterscheidung "Glaube AN ein Buch" ("Fetischismus") vs. "Ueberzeugung aufgrund literarischer Inhalte" ist in der Praxis problematisch. Ich denke, dass das Sich-Berufen auf Texte immer fundamentalistisch zu nennen ist. So gut auch Texte sein koennen.

Schallblech, 29. Juli 2016, 8:09 Uhr


Ich kapiers immer noch nicht, worauf wir uns berufen sollen, wenn nicht auf überlieferte Texte.

Mal ein kleiner Abstecher in die Gottesdienstgeschichte:
Die Hauptquelle für die FORM unseres christlichen Gottesdienstes ist in der Synagoge zu suchen. Die sich vor Gott versammelnde Gemeinde, die betet und singt, die das Wort Gottes aus heiligen Schriften (Tora, Propheten, u.a.) hört.
Unsere älteste Gottesdienstordnung finden wir in der Apostelgeschichte: Apg. 2,42: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“
Diese Elemente sind bis heute Wesensmerkmale des Gottesdienstes.
Apostellehre: Lesung und Predigt
Gemeinschaft: Kollekte, Gesang (auch die anderen Punkte)
Brotbrechen: Abendmahl
Beten: Dankgebet, Fürbitte, Segen.
Die Lesungen stellten sich zunächst wahrscheinlich in Form von mündlichen Erzählungen vom Leben und Wirken Jesu dar - im jüdischen Synagogengottesdienst wurde aus der Tora gelesen, also das Wirken Gottes bei den Juden. Später wurden die Briefe der Apostel, vor allem des Paulus, an die Gemeinden vorgelesen. Aus diesen drei Elementen haben sich unsere heutigen Lesungen Altes Testament, Epistel und Evangelien entwickelt. Das gab es also von Anfang an! Willst du uns erzählen, daß die Urkirche fundamentalistisch war?
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oberschwester, 29. Juli 2016, 7:21 Uhr


Wir Christen glauben an einige Sachen, die in der Bibel stehen. Ob sie wirklich wahr sind, ob es wirklich Jesus Worte waren - keiner weiß es. Es stehen halt lediglich Überlieferungen, stille Post, in der Bibel.
Viele (wollen nicht) wissen nicht, was vor ca. 80 Jahren in deutschem Namen geschah, aber was ein "zauseliger" Mann vor über 2000 Jahren gesagt haben soll - das wissen wir!?
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Atlantica, 29. Juli 2016, 7:57 Uhr


Und deswegen, Oberschwester, bist du so politisch und stehst so weit links?
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Atlantica, 29. Juli 2016, 8:18 Uhr


Schallblech, die Tradition habe ich erwähnt. Ja, das Urchristentum ist ein richtiges Stichwort. Du schriebst, eine rein mündliche Weitergabe des Glaubens hätte im Laufe der Jahrhunderte zu Verzerrungen geführt. Die reine Orientierung an der Schrift, sola scriptura, ist natürlich ein Prinzip, das man sich zu eigen machen kann. Selbstverständich ist es nicht. Insofern kann ich dir nicht folgen, Schallblech. Worauf man sich letztlich berufen soll? Auf Denker wie Leibniz, Kant, Jaspers. Das heißt ja nicht, das ich mich vom Christentum abwende. Aber Luther allein reicht nicht.
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Schallblech, 29. Juli 2016, 8:23 Uhr


Die Gedanken von Leibnitz, Kant und Jaspers zu lesen und vielleicht auch sich zu eigen zu machen, kann nicht schaden, aber sie sind nicht die Grundlage des Christlichen Glaubens, auch Luther nicht.
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Paperback, 29. Juli 2016, 10:24 Uhr


Oberschwester,

Du schreibst: "Wir Christen glauben an einige Sachen, die in der Bibel stehen. Ob sie wirklich wahr sind, ob es wirklich Jesus Worte waren - keiner weiß es. Es stehen halt lediglich Überlieferungen, stille Post, in der Bibel.
Viele (wollen nicht) wissen nicht, was vor ca. 80 Jahren in deutschem Namen geschah, aber was ein "zauseliger" Mann vor über 2000 Jahren gesagt haben soll - das wissen wir."

Entschuldige, aber damit greifst Du das Fundament des Protestantismus an. Luther`s "Sola scriptura" legst Du zu den Akten. Und das, mich wundert es wirklich, im Zusammenhang mit der Diskussion um den Islamismus.

Aber das spiegelt irgendwie auch die gegenwärtige Situation. Während Fundamentalisten (auch die im christlichen Lager) all überall Gehör finden und Zulauf, leeren sich die traditionellen Kirchen.

Woran liegt das? Meine Antwort: Weil wir immer beliebiger werden, sich unter dem Dach der Kirchen jeder versammeln kann, solange man nicht konkret wird.

So wird man weder dem, was Jesus wollte, gerecht, noch können wir damit die Auseinandersetzung mit den Islamisten bestreiten. Sie beharren auch auf extremsten Positionen, und wir geben die Quintessenz der christlichen Lehre auf, relativieren sie zumindest.

Dass Menschen den traditionellen Kirchen dann den Rücken kehren, erklärt sich für mich daraus.

Schade!

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Atlantica, 29. Juli 2016, 15:15 Uhr


Lieber Schallblech, wie du dir sicher denken kannst, denke ich über den christlichen Glauben nicht erst seit gestern nach. Offensichtlich ist für dich die wesentliche Grundlage des christlichen Glaubens die Bibel. Darin aber folgst du sehr deutlich Martin Luther. Oder vielleicht beziehst du dich auf die Reformierte Tradition? Es spielt für mich keine Rolle. Aber den Satz, der christliche Glaube fußt in allererster Linie auf der Bibel, kann ich für mich so nicht unterschreiben. Wenn du möchtest, kann ich es dir begründen. Ansonsten lass es uns so stehenlassen.
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Atlantica, 29. Juli 2016, 16:19 Uhr


tgTHESEN

-Die Bibel ist eine wichtige Quelle des christlichen Glaubens, nicht mehr, nicht weniger.

-Die Menschen, welche jahrtausendelang vor dem Erscheinen Jesu, ja vor der Zeit der Priesterschrift und des Jahwisten gelebt haben, kannten keine Bibel.

-Die Bibel ist in der Menschheitsgeschichte vielfach zum Rechtfertigungsinstrument für Kriege, Judenhass, Todesstrafe geworden.

-Die Bibel, wörtlich missverstanden, birgt die Gefahr des Fundamentalismus schon dadurch in sich, dass man sie buchstäblich nimmt.

-Menschen, die nicht lesen können, können aber das Vaterunser beten und sich taufen lassen.

-Die Fixierung auf die Bibel dient nur und ausschließlich Machtinteressen, es sei denn, die Bibel wird als Geschichtenbuch richtig verstanden und genutzt.

-Das biblische Weltbild (das auch noch Martin Luther vertrat), ist nachweislich falsch. Man kann sagen, dass ein Mythos nicht falsch sein kann. Doch haben die Menschen bis zur Aufklärung und darüber hinaus den Mythos der Bibel wörtlich genommen. Erst Denker wie Leibniz haben dieses Weltbild korrigiert. Es ist daher nicht, wie Schallblech schreibt, nützlich, Leibniz zu kennen, es ist unumgänglich.

-auf der anderen Seite können auch alle Leseunkundigen, kleinen Kinder, Behinderte, Demente gute Christen sein.

Was ist also die Grundlage des christlichen Glaubens? Die Taufe, das Vaterunser, christliche Gottesdienste, Schallblech nennt zu recht Fundstelle: Apostelgeschichte. Die Bibel ist nicht unwichtig. Sie ist nicht alleinige Basis des christlichen Glaubens. Vielmehr auch das Bemühen, Gutes zu tun, andere nicht übers Ohr zu hauen, nicht egoistisch zu sein, liebevoll zu handeln und mutig, nicht nur angepasst und bequem.
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Schallblech, 29. Juli 2016, 17:11 Uhr


Ein weiterer Ausflug in die Geschichte: Der Mensch des Mittelalters konnte nicht lesen, wenn er nicht zur Oberschicht gehörte (auch dann nicht unbedingt) oder als überzähliger Erbe in ein Kloster gegeben worden war. Er konnte auch die lateinische Predigt nicht verstehen, wenn er nicht - s.o. Er kannte Legenden und die Bildergeschichten in den Kirchen. Er kannte Ermahnungen vom Pfarrer und anderer Obrigkeit. Als ihm erzählt wurde, daß er sich von den Sünden, die ihn in die Hölle oder zumindest erstmal ins Fegefeuer bringen würden, freikaufen konnte, gab er von dem Wenigen, was er hatte, Herrn Tetzel noch Geld, das dann für die Errichtung des Petersdoms verwendet wurde.
Martin Luther machte Schluß damit. Er führte mit Melanchton zusammen den kirchlichen Unterricht ein und machte sich stark dafür, daß jeder Mensch lesen und schreiben lernen durfte, damit er selber in der Bibel nachlesen und seinen Glauben stärken konnte, und nicht auf die Verdrehungen und persönlichen Auslegungen der habgierigen Geistlichkeit angewiesen war. Er konnte dann Dinge nachlesen, die ihm bis dahin verschwiegen wurden, z.B. Röm 1.17 und Römer 3.28. Außerdem gab es nun die Bibel in deutscher Sprache und durch den Buchdruck günstig zu erwerben. Es war eine Gnade, nun alles selbst nachlesen zu können und nicht mehr auf die Auszüge angewiesen zu sein, die man den Menschen vorwarf! Was aus dem christlichen Glauben geworden wäre, wenn Luther nicht gewesen wäre, nicht so gehandelt hätte? Gut, es gab in Süddeutschland ein paar regionale protestantische Strömungen, in Straßburg, in Genf, in Konstanz - ob sie sich ohne Luther durchgesetzt hätten, darüber zu spekulieren ist müßig. Ohne die Bibel wäre das Christentum genauso verkommen, wie es viele seiner Vertreter waren.
Sola gratia, solus Christus, sola fide und sola scriptura.
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Atlantica, 29. Juli 2016, 17:38 Uhr


Die Leistung Luthers ist ja unbestritten. Ich bin aber nicht mit dieser, ich moechte bald sagen, ignoranten Fixierung auf die Bibel einverstanden.
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Atlantica, 29. Juli 2016, 17:40 Uhr


Sola gratia, solus Christus, sola fide werden von Luther noch mittelalterlich biblisch ueberhoeht.
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Schallblech, 29. Juli 2016, 19:21 Uhr


Ich gebs auf. Ich verstehe das so, daß du dir deinen Glauben selber stricken willst. Da gehe ich nicht mit.
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Atlantica, 29. Juli 2016, 20:10 Uhr


Schallblech, das ist Blech. Ich habe jetzt wirklich mehr Argumente als genug gebracht, um dir klarzumachen, dass du auf dem Holzweg bist.
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Schallblech, 30. Juli 2016, 8:52 Uhr


Ich sehe nur keines. Sag mir doch mal ganz konkret, wo außer in der Bibel das festgehalten ist, was Jesus gesagt und getan hat?
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Paperback, 30. Juli 2016, 9:02 Uhr


Wenn wir auf diese Art und Weise die biblische Überlieferung relativieren, Atlantica, dann können wir das dicke Buch gleich zulassen.
Ohne Bibel geht\'s nicht.
Ich habe mich immer gegen eine Auslegung gewandt, bei der einzelne Bibelstellen isoliert betrachtet wurden und aus dem Zusammenhang gerissen. Aber ohne das Buch der Bücher wird unser Glaube zu einem frommen Kaffeesatz-Lesen und jeder gibt seinen mehr oder weniger frommen Senf dazu, oder er ignoriert, was ihm nicht in den Kram passt.

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Atlantica, 30. Juli 2016, 9:04 Uhr


Ich glaube, dass Jesus lebt und unter uns gegenwärtig ist. Ich lasse mir nicht vorwerfen, dass ich mir meinen eigenen Glauben stricke, weil ich die Bibel realistisch bewerte. Nachdenklich macht mich Paulus: Ich schäme mich des Evangeliums nicht. Das kann ja wohl nicht heißen, für den Buchstaben der Bibel zu kämpfen. Wenn ich schreibe, Jesus lebt, so ist mir bewusst, dass das eine Formulierung ist, die nicht von allen nachvollzogen werden kann. Viele Christen haben Probleme mit der Vorstellung von der Auferstehung und mit dem Wunderglauben, und doch sind sie gute Christen! Eines darf man nicht tun als Christ, anderen Christen ihren Glauben absprechen!
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Atlantica, 30. Juli 2016, 9:16 Uhr


Guten Morgen. Schallblech, du fragst, wo außer in der Bibel...? In der Bibel steht sehr, sehr viel. Und das kann uns dazu verleiten, zu intensiv darüber nachzudenken, was darin steht, anstatt das, was offensichtlich ist, zu beherzigen.

Dass Jesus auferstanden ist, steht in der Bibel, aber ich glaube nicht an Jesus, weil es so in der Bibel steht, sondern weil ich es in meinem Leben erfahren habe. Die Bibel als Buch bleibt ein Buch.
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Schallblech, 30. Juli 2016, 9:23 Uhr


"...sondern weil ich es in meinem Leben erfahren habe. "
Akzeptiert, das kenne ich auch. Aber woher weiß ich, daß es Jesus war, der mir begegnet ist, etwas in meinem Leben bewirkt hat? Doch nur, weil ich weiß, wer Jesus ist. Und das, nunja, Entschuldigung, das weiß ich nun mal aus der Bibel.
Selbst wenn ich sie selbst nicht gelesen hätte, dann wüßte ich es von Menschen, die sie gelesen haben.
"Die Bibel als Buch bleibt ein Buch." Ohne Zweifel.
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Atlantica, 30. Juli 2016, 9:34 Uhr


Na ja, ist ja schön, dass wir eine Diskussion haben. Aber was ist mit den Menschen, die vor Jesus gelebt haben? Jesu wahre Verwandte. Ich weiß, wer Jesus ist, die Bibel ist mir wichtig. Wenn man bedenkt, wie winzig der Zeitabschnitt ist, seit Jesus lebte. Die Größe des Universums. Aber das b i b l i s c h e Weltbild geht davon aus, dass Jesus "in die Welt" gekommen ist und "gen Himmel fuhr". Darüber spotten selbsternannte "Humanisten" (nicht identisch mit dem reformatorischen Begriff "Humanismus"; = Atheismus a la Richard Dawkins). Man muss also vorsichtig sein mit der Bibel, sonst läuft man in deren Falle. Und schon so mancher Evangelikaler ist zum Atheisten geworden. Besser sich an Philosophie orientieren.
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Schallblech, 30. Juli 2016, 9:40 Uhr


Jeder muß seinen eigenen Weg finden.
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Atlantica, 30. Juli 2016, 10:21 Uhr


Ja, das sehe ich auch so. Im Blick auf Atheismus meine ich, da kann man nichts machen. Wenn jemand verloren gehen will, so ist es seine Sache. Im Blick auf den Islam sollte man in einen Dialog treten und für den christlichen Glauben werben. Hinsichtlich des Judentums ist der traurigen deutschen Geschichte zu gedenken, Luthers Fehler sind zu benennen und so können wir hoffentlich das Luther-Jahr angemessen feiern.
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ellybe, 1. August 2016, 18:13 Uhr


Zitate:
"Wir müssen im Schulterschluss mit unseren christlichen Geschwistern Zeichen setzen, uns gemeinsam gegen Anschläge und Terrorismus stellen."
"In den Moscheen in Deutschland werde bereits sehr viel gegen Extremismus unternommen, sagte Mazyek."
Da wird deutlich, wo Herr Mazyek steht, wie er denkt und wie er es mit uns meint:
Die Ditib-Moscheen sind bekanntlich Horte der Anhänger Erdogans,
der seine politischen Gegner grundsätzlich als "Terroristen" und "Viren"bezeichnet und am liebsten wieder die Todestrafe einführen möchte.
Was Herr Mazyek erwartet, ist, dass auch wir als Christen für so eine wunderbare "Demokratie" im Sinne Erdogans kämpfen.
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
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Paperback, 1. August 2016, 22:47 Uhr


Ob ich hier noch verstanden werde, kann ich nicht mehr einordnen. Es gibt wohl kaum eine gesellschaftliche, politische Frage wie die Migration und Migrantenfrage, die mich innerlich so aufgewühlt hat und immer noch aufwühlt. Das hat mehrere Gründe, über die ich zum Teil auch schon schrieb.
Ja, ich habe über einige Zeit Migranten aus verschiedenen arabischen Ländern in unsere Sprache eingeführt. Von Natur aus ein väterlicher Typ, bereitet es mir kaum Probleme Zugang zu jungen Menschen zu finden. Und so verdiente ich ja auch viele Jahre als Lehrer mein Geld.
Meine an die 300 Facebook - Freunde rekrutieren sich zu einem großen Teil aus ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die inzwischen selbst Kinder, einige sogar schon Enkel haben.
So war es für mich kein Problem, Umgang zu pflegen mit den Migranten, die hier zu uns kamen. Dann aber geschah etwas, das mich nicht mehr ruhen lässt. In der Gruppe wurde bekannt, dass ich nach Trennung und Scheidung einige Zeit auch eine Beziehung zu Männern hatte. In meiner Schule, mitten in einem sozialen Brennpunkt, war das übrigens kein Geheimnis. Ich bin damals mit meiner Orientierung sehr offen umgegangen.
Meine "Migranten" fehlten plötzlich in meinem Unterricht, so dass ich mich gezwungen sah, mein Engagement aufzugeben. Von "oben", den Organisatoren der Migrantenarbeit, wurde mir vielsagend gedeutet, manchmal passten Dinge nicht zusammen.
Konkret und expressiv verbis hat sich niemand mit mir unterhalten. Die jungen Leute, mit denen ich vorher zusammengearbeitet und gelernt hatte, gingen mir aus dem Weg.
Dass "meine" Migranten mich zuhause besuchten, ich sie mal zum Frühstück einlud, mit einigen zum Einkaufen ging und ihnen warme Klamotten spendierte, wurde umgedeutet.
Dass man bei uns lieben kann, wen man möchte, dass Frauen auch Frauen lieben dürfen und Männer Männer, galt plötzlich nicht mehr, obgleich ich diese jungen Herren auch nicht in meinem Visier hatte.
Jetzt habe ich etwas geschrieben, vor dem ich mich lange gefürchtet habe, aber es belastet mich unglaublich, dass man von mir Empathie und Verständnis erwartet, ich aber dergleichen nicht reklamieren darf.
Als Lehrer unterrichtete ich Christen, Muslime, Hindus auch einige Buddhisten. Sie nahmen mich, wie ich war.
Unsere Migranten konnten das nicht. Kann ich da Verständnis haben?
Entschuldigt, dass ich jetzt aus meinem Nähkästchen geplaudert habe, aber es belastet mich.

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Schallblech, 2. August 2016, 8:29 Uhr


Vielleicht trägt das Nähkästchen dazu bei, daß wir dich besser verstehen, Paperback. Ich kann jetzt besser nachvollziehen, wie verletzt du bist.

Du weißt aber bestimmt auch, daß in den arabischen Ländern Homosexualität einen ganz anderen Stellenwert hat als hier. Menschen, die direkt aus solchen Ländern hierher kommen, empfinden unsere Freizügigkeit vermutlich als Bedrohung. Das soll das ablehnende Verhalten "deiner" Migranten nicht entschuldigen, aber ein bißchen erklären.
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Atlantica, 2. August 2016, 8:53 Uhr


Lieber Schallblech ,lieber Paperback, wenn es nur alles so einfach wäre!
WIR halten uns für aufgeklärte Christen, die niemanden diskriminieren und ausschließen. (Ich hoffe, das sind wir auch...) Die Gesellschaft, zumindest die AKADEMIKER, halten uns für ewig Gestrige, die noch an Wunder glauben (ich glaube nicht an Wunder...). Evangelikale und muslimische Einwanderer halten uns für Sünder (wir sind es allzumal), im Schlimmsten Fall für Ungläubige. Aber seien wir ehrlich: seit wann ist zum Beispiel die Homosexualität in unseren KIrchen (ist sie es) voll akzeptiert? Deswegen, Schallblech, glaube ich nicht, dass du recht hast, wenn du mir vorhältst, ich würde selbst bestimmen, was ich glauben möchte.
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Paperback, 2. August 2016, 10:08 Uhr


Schallblech, Atlantica,

Dank für Eure Echos. Als ich gestern mein Posting eingestellt hatte, sah ich der Reaktion hier mit gemischten Gefühlen entgegen. Vielleicht, so meine Gedanken, hatte ich mich doch zu weit aus der Reserve begeben.

Andererseits: Diese Erfahrungen arbeiten in mir, und bei mir wuchs zunehmend das Gefühl, dass einige Vorgänge in dieser Gruppe nicht zu erklären seien, ohne diese sehr persönlichen Hintergründe zu benennen.

Auf meinen Unterricht bereitete ich mich immer sehr intensiv vor, unterrichtete teilweise multilingual in Deutsch, Englisch und Französisch, um meinen Zöglingen das Verständnis zu erleichtern.

An meinem Unterricht, meinem unterrichtlichen Bemühen, auch meinem Auftreten ihnen gegenüber war ihre plötzliche Distanz nicht erklärbar.

Inzwischen steht für mich fest, dass meine Orientierung der Schlüssel zum Verständnis dieses Geschehens ist.

In meinem Kopf ist das plausibel, in meiner Psyche jedoch gärt es.

Habt Dank!

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ellybe, 2. August 2016, 10:37 Uhr


1. #Paperback, 1. August/zur Reaktion der "Migranten":
Vielleicht lag\'s (auch) am Plural?
2. #Atlantica "seit wann ist zum Beispiel die Homosexualität in unseren KIrchen (ist sie es) voll akzeptiert?" - Antwort: Sie ist es nicht. Und das muss man auch akzeptieren.
3. Eigentliches Thema:
"Zentralrat der Muslime: Gemeinsam gegen den Terror stellen"!
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Paperback, 2. August 2016, 11:07 Uhr


Ellybe,

Danke für Deinen Hinweis. Mein letzter Beitrag reut mich schon.
Mir sind bereits bei der ökumenischen Trauerfeier für Guido Westerwelle und dem demonstrativen Auftritt gleich zweier Repräsentanten der großen Kirchen Fragen gekommen, inwieweit hier die Prominenz des Gewürdigten manches Verständnis beförderte.
Und ich bin in der Tat kein Bundesminister a.D.

Das war`s für mich und dazu dann auch.

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Atlantica, 2. August 2016, 11:21 Uhr


Liebe Ellybe, mir sagte ein Pastor, dass Homosexualität eine Erbanlage sei, die man sich nicht ausgesucht habe. Also ein Theologe, ein Fachmann, der ich nicht bin! Soll ich mich darauf verlassen? Ich tue es, weil die Wissenschaft das Gleiche sagt.
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ellybe, 2. August 2016, 12:53 Uhr


Eigentlich möchte ich mich selbst an das Thema des UK-Artikels halten, aber wenn das andere Thema weiter diskutiert werden soll, dann noch eine Anmerkung:
Paperback, in einer nicht weit entfernten Kirchengemeinde gab es einmal den Fall, dass ein homosexueller Pastor mit mehreren Männern ins Pfarrhaus ziehen wollte - also nicht nur mit seinem "Freund" oder "Lebenspartner" allein... - Deshalb habe ich dezent auf den von Dir selbst verwendeten PLURAL hingewiesen. - Damit aber von mir genug dazu.

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