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«Vorsätze sind Illusionen»

30. Dezember 2016

Der Heidelberger Zeitmanagement-Experte und Bestsellerautor Lothar Seiwert rät von Neujahrsvorsätzen ab. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) wirbt er stattdessen dafür, sich konkrete Ziele für 2017 zu setzen.

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Heidelberg (epd). epd: Herr Seiwert, lohnt es sich, Neujahrsvorsätze zu fassen?

Lothar Seiwert: Ich bin absolut gegen Neujahrsvorsätze, denn sie bringen in der Regel nichts. Vorsätze sind Illusionen, Fiktionen, nette Absichtserklärungen. Was dagegen etwas bringt, sind echte Ziele fürs neue Jahr. Also: Statt dem allgemeinen "Ich will mehr für die Gesundheit tun" konkret "Ich werde bis Ende Februar fünf Kilogramm abgenommen haben". Sobald die Ziele messbar sind und einen zu erreichenden Termin haben, wirken sie auch.

epd: Was ist der wichtigste Tipp, dass man diese Ziele dann tatsächlich umsetzt?

Seiwert: Zwei Dinge: Erstens darf man sich nicht zu hohe Ziele setzen. Und zweitens sollte man sich für Erfolge belohnen. Innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Marathon zu schaffen, dürfte für die meisten Menschen eine Überforderung darstellen. Irgendwann steigen sie aus und sind frustriert. Dagegen lässt sich die Fitness für einen Halbmarathon bei regelmäßigem Training innerhalb eines Jahres erzielen. Ich werbe für die Salamitaktik: Ein großes Ziel sollte in überschaubare Zwischenziele unterteilt werden. Nach einem Monat schaffe ich fünf Kilometer, nach zwei Monaten acht Kilometer, und so weiter. Und die Belohnung könnte sein, sich nach Erreichen eines Zwischenziels ein schickes Familienessen, einen Kinobesuch oder einen neuen Sportanzug zu gönnen.

epd: Wenn nach zwei, drei Wochen der erste Durchhänger kommt - wie schafft man es, seinen Neujahrszielen treu zu bleiben?

Seiwert: Zunächst sollte man aktionsorientiert vorgehen. Wer am Morgen joggen will, kann sich die Turnschuhe ja abends schon vors Bett stellen. Dann fällt nach dem Aufwachen der erste Blick darauf - und es gibt keine Ausreden mehr. Selbstdisziplin gehört natürlich dazu, wir müssen uns leider manchmal selbst in den Hintern treten. Vorteilhaft ist es, sich mental und visuell auf das Erreichen des Ziels einzustellen. Sehen Sie vor Ihrem inneren Auge, wie Sie im Frühsommer erstmals nach einem Zehn-Kilometer-Lauf die Ziellinie überschreiten, und stellen Sie sich die guten Gefühle vor, die Sie dann durchströmen werden. Das hilft gegen Durchhänger.

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Leser-Kommentare öffnen

Atlantica, 31. Dezember 2016, 13:37 Uhr


Völlig überheblich und falsch! Ich habe mir vor zehn Jahren Sylvester vorgenommen, nicht mehr zu rauchen und es bis heute durchgehalten. Seitdem geht\'s mir viel besser. Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
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Schallblech, 31. Dezember 2016, 14:57 Uhr


Ich denke, es hängt daran, ob man etwas wirklich WILL, oder ob man es SOLLTE.
Ich sollte schon lange etwas abnehmen. Nunja, irgendwie wird "es" trotzdem immer mehr, und das liegt dann halt am Alter oder daran, daß man ein zu guter Futterverwerter ist. Erst meine Schmerzen in den Knien und eine knappe Bemerkung meines Orthopäden haben mich dazu gebracht, in der Adventszeit(!!!) wenigstens schonmal ein kg abzunehmen - eingerechnet die, die ich normalerweise zugenommen hätte durch Schnuckelei, schon eine ganze Menge ;)
Sylvester brauch ich dazu nicht nicht, und ich vermute, wenn Atlantica sich das mit dem Rauchen zu einem anderen Zeitpunkt genauso fest vorgenommen hätte, hätte das auch geklappt, oder?
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Atlantica, 31. Dezember 2016, 15:26 Uhr


Ich kann, weil ich will, was ich muss. Immanuel Kant. Schallblech, du hast recht, das Kant-Zitat hat mir klargemacht, dass es darauf ankommt, das Müssen zu bejahen und das Wollen entsprechend auszurichten. Ich muss aber dazu anmerken, dass ich nie von irgend etwas abhängig war. Und doch: man spürt schließlich, jetzt muss ich, sonst habe ich keine Luft mehr für den Sport, das Blech...Silvester ist ein willkürlicher Zeitpunkt; aber Rituale haben etwas so Erhebendes. Alsdann, ein Frohes Neues 2017!
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Alwite, 1. Januar 2017, 10:45 Uhr


Die Größe des Gebets beruht vor allem darauf, daß ihm nicht geantwortet wird und daß dieser Austausch nichts mit einem schäbigen Handel zu tun hat. Und ich ahnte, daß das Erlernen des Gebets im Erlernen des Schweigens besteht und daß dort erst die Liebe beginnt, wo kein Geschenk mehr zu erwarten ist.
Antoine de Saint-Exupéry
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