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Eine Muslima mit Niqab

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Vollverschleierte Schülerin darf weiter am Unterricht teilnehmen

1. Oktober 2016

Eine Zehntklässlerin aus Belm bei Osnabrück darf vorerst weiter mit einem Gesichtsschleier am Unterricht teilnehmen. Obwohl das Verwaltungsgericht Osnabrück in einem anderen Fall die Vollverschleierung untersagt hatte, will die Landesschulbehörde zunächst versuchen, die Oberschülerin durch Gespräche zum Verzicht auf den Niqab zu bewegen.

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Eine Muslima mit Niqab

Osnabrück, Hannover (epd). In der Vergangenheit hätten die Verantwortlichen in Niedersachsen bereits in drei anderen Fällen durch Gespräche darauf hinwirken können, dass die Vollverschleierung abgelegt worden sei, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Freitag in Hannover.

Offene Kommunikation

Nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" kommt das Mädchen bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 vollverschleiert zur Schule - der Niqab hält lediglich die Augen frei. Die Schule habe dies allerdings erst Ende August der Landesschulbehörde gemeldet, nachdem das Verwaltungsgericht Osnabrück sein Urteil zu der Abendgymnasiastin gefällt hatte. Die Schule und die Schulbehörde hatten in diesem Verfahren argumentiert, mit einem Niqab sei im Klassenraum keine offene Kommunikation mehr gewährleistet.

Bisherige Versuche, die Schülerin aus Belm und ihre Mutter zum Ablegen der Vollverschleierung zu bewegen, seien fehlgeschlagen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Die Schule wollte sich am Freitag nicht zu dem Fall äußern.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 3. Oktober 2016, 17:17 Uhr


Wenn schon Religionsfreiheit herrschen soll , dann muß auch vor dem Hintergrund ,daß nur einer einer Schülerin die Vollverschleierung im Unterricht erlaubt wird, gleichzeitig dafür Sorge getragen werden, daß auch für alle christlich geprägten Schüler und Lehrer, zumindest im Schuleingangsbereich oder in allen Klassenräumen, kleine Kreuze, gut sichtbar aufgehängt werden.
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Paperback, 3. Oktober 2016, 17:38 Uhr


Da bleibt mir die Spucke weg, wenn ich solche Urteile lese. Und es ist zu hoffen, dass ein Obergericht dieses Urteil kassiert.
Vielleicht gründen ja orthodoxe Muslime dann eine eigene Schule, in der sie nach ihrer Vorstellung junge Menschen ausbilden und finden nebenbei noch zukünftige Arbeitgeber, die diese jungen Leute dann beschäftigen.

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Ulrich Keßler, 6. Oktober 2016, 12:28 Uhr


Ich schlage vor:
Die nicht-muslimischen Mitschülerinnen, besonders die fortschrittlich-christlichen, solidarisieren sich mit ihrer muslimischen Mitschülerin, dergestalt, dass auch sie alle täglich im Niqab zum Unterricht erscheinen.
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Paperback, 8. Oktober 2016, 11:05 Uhr


Ulrich Keßler, ich lese:

"Ich schlage vor:
Die nicht-muslimischen Mitschülerinnen, besonders die fortschrittlich-christlichen, solidarisieren sich mit ihrer muslimischen Mitschülerin, dergestalt, dass auch sie alle täglich im Niqab zum Unterricht erscheinen."

Ich hoffe mal stark, dass Sie sich der Satire bedienen, denn sonst würde es wohl nicht mehr lange dauern, bis es heißt, wir müssten uns mit den ihre Frauen und Töchter schlagenden Moslem-Machos solidarisieren, indem wir genauso verfahren.
Die Liste ließe sich auf diese Weise beliebig ergänzen, bis wir schließlich in einem Gottesstaat nach dem Muster islamischer Fundamentalisten landeten.


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Ulrich Keßler, 8. Oktober 2016, 13:12 Uhr


Natürlich war das Satire, weil ich das Verhalten der Oberschülerin völlig unakzeptabel finde. Andererseits erlebe ich in unserer
Alle-Religionen-sind-gleich-und-wir-sind-dabei-Kirche das Gegenteil davon. - Darf ich daher noch einmal satirisch sein?:
Nach dem Gleichheitsprinzip könnte ich mir durchaus vorstellen, dass in unseren Schulen grundsätzlich ALLE Schüler*innen und Lehrer*innen sich in gleicher, also uniformer Weise verhüllen, so dass z.B. ein sexistisches Verhalten von jedermann und jederfrau gegenüber jedermann und jederfrau von vornherein verhindert wird. - Wäre das nicht ein allseits erstrebenswerter "Zustand"?
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Paperback, 8. Oktober 2016, 14:56 Uhr


Lieber Ulrich Keßler,

Ihre Antwort tröstet mich:-) Ob Ihre Forderung allerdings unter dem Gesichtspunkt lebensnaher Betrachtung realisierbar ist, bezweifle ich gleichwohl. Die hormongetränkten Youngster unserer Tage legen meiner Erfahrung nach heutzutage in Sachen "Geschlechter-Erkundigung" ein derartiges Tempo vor, dass ich da zum Schluss meines aktiven Lehrerlebens nur noch die Luft anhalten konnte.
Als mich am Ende meines Lehrerseins ein frühreifer Youngster anging, mal zügig meinen Unterricht zu beenden, weil seine Freundin auf ihn warte, und er das ergänzte mit der unschönen Bemerkung, er wolle endlich fi....,
nahm ich mir den Knaben zur Brust.
Darauf stürmte seine Mutter am nächsten Tag mein Büro, nicht etwa, um sich für das Verhalten ihres Zöglings zu entschuldigen, sondern um mir vorzuhalten, aus welchem Jahrhundert ich den stamme, da wusste ich, dass es langsam Zeit wurde für mich, den Dienst zu quittieren.
Nicht zuletzt aber kam ich mir wie aus der Zeit gefallen vor.

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