hg
Bild vergrößern
Patientin eines ambulanten Pflegedienstes
Buchtipp

Matthias Hoof
Mose lebt in Bielefeld
Bibelgeschichten heute

zur Detailseite

Anzeige

Verband: Pflegebedürftige kennen oft ihre Rechte nicht

13. September 2016

Viele pflegebedürftige Menschen kennen ihre Ansprüche auf Pflegeleistungen nicht genau. "Die Pflegekassen klären ihre Versicherten nicht genügend auf", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste bpa, Bernd Tewes, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag in Berlin.

Bild vergrößern
Patientin eines ambulanten Pflegedienstes

Düsseldorf, Berlin (epd). Laut einem Bericht der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe) nimmt nur etwa die Hälfte der Berechtigten ihre Leistungen komplett in Anspruch. Auch Betroffene ohne Pflegestufe, die im alltäglichen Leben eingeschränkt seien, könnten Gelder beantragen. Das sei aber vielen nicht bekannt.

Es sei eine umfangreiche Aufklärung notwendig, forderte Tewes: "Die Pflegekassen könnten den Pflegebedürftigen und den Angehörigen einmal pro Quartal mitteilen, wie viele Betreuungs- und Entlastungs- sowie Verhinderungspflegeleistungen ihnen noch zustehen."

Schleppende Umsetzung des Gesetzes

Bei der Barmer GEK haben im vergangenen Jahr 94.500 Versicherte Mittel für sogenannte "zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen" erhalten, wie die "Rheinische Post" berichtete. Bei knapp 230.000 Barmer-Versicherten in der ambulanten Pflege entspreche das einem Anteil von nur etwa 40 Prozent. Bei der Deutschen BKK ergebe sich ein ähnliches Bild, hieß es. Von 36.000 Versicherten, die im vergangenen Jahr Anspruch auf die Leistungen hatten, beantragten nur 43 Prozent (rund 15.000 Fälle) zusätzliche Unterstützung.

Bei der AOK Rheinland, einer der größten Kassen Deutschlands, hätten im vergangenen Jahr 52,4 Prozent der Anspruchsberechtigten entsprechende Leistungen erhalten. Das war den Angaben zufolge aber nur dann der Fall, wenn sie von einem ambulanten Pflegedienst professionell betreut wurden. Bei Pflegebedürftigen ohne professionelle Betreuung, die vielleicht nur von ihren Angehörigen umsorgt werden, habe die Quote mit 17 Prozent erheblich niedriger gelegen.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), verweist der Zeitung zufolge auf einzelne Länder und kritisiert deren schleppende Umsetzung des Gesetzes als Grund für die niedrigen Zahlen. "Ein Problem war bislang die Umsetzung durch einige Länder", sagte er. Es sei Aufgabe der Länder, ihr geltendes Recht so anzupassen, dass klar werde, welche Dienste berechtigt seien, die Leistungen zu erbringen.

Neu: Fünf statt drei Pflegestufen

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, sieht den Bundesgesundheitsminister in der Pflicht. "Wenn ein großer Teil der Anspruchsberechtigten die gesetzlichen Entlastungsangebote nicht nutzt, muss das ein Alarmsignal für Hermann Gröhe (CDU) sein." Der "Leistungsdschungel" sei für viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen undurchschaubar und die Leistungsangebote müssten endlich barrierefrei werden, forderte er.

Aus dem Bundesministerium für Gesundheit heißt es, das Leistungsrecht der Pflegeversicherung werde mit dem Jahr 2017 übersichtlicher. Durch das Pflegestärkungsgesetz II wurden die momentanen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt.

2

Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 13. September 2016, 15:24 Uhr


Das ist nicht nur in der Pflege so. Auch Behinderte bzw die Eltern behinderter Kinder müssen alles selber herausfinden. Niemand hat uns damals gesagt, daß ein blindes Kind von Anfang an Anspruch auf einen Behindertenausweis und auf Blindengeld hat. Niemand hat uns gesagt, daß und wo wir Frühförderung beantragen können und wo es Möglichkeiten gibt. Das mußten wir alles nach und nach selber herausfinden.
Statt dessen kommt alle paar Jahre die Aufforderung, ein ärzliches Gutachten einzubringen, ob die Behinderung noch besteht. Ist den Krankenkassen entgangen, daß Jesus in den Himmel aufgefahren ist und nicht mehr auf der Erde wandelt?
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login

Paperback, 16. September 2016, 8:31 Uhr


Schallblech,

genau das ist es. Geht es darum, ob sie uns irgendwelche Nachteilsausgleiche wegnehmen können, sind sie schnell.
Geht es aber darum, uns in den Stand zu versetzen, ein halbwegs beschwerdefreies Leben zu führen, uns das einzuräumen, was uns zusteht, dauert es.
Ich war am 1.8. zu einer gutachterlichen Untersuchung auf Veranlassung des zuständigen Kreises. Vom Gutachter weiß ich ziemlich genau, was in dem Gutachten stehen wird.
Auf meinen Bescheid warte ich gleichwohl bis heute, nach nunmehr schon sechs Wochen.
Schreiben dauert eben lange.

Paperback
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login
Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Matthias Hoof
Mose lebt in Bielefeld
Bibelgeschichten heute

zur Detailseite
Buchtipp

Matthias Hoof
Mose lebt in Bielefeld
Bibelgeschichten heute

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen