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UN weisen russische Vorwürfe wegen Hilfen für Aleppo zurück

2. Dezember 2016

250.000 Menschen sind von den Bombardierungen Aleppos bedroht. Doch eine Feuerpause, um den Menschen zu helfen, scheitert am Widerstand Russlands. Moskau und die UN machen sich gegenseitig für die katastrophale Lage der Bevölkerung verantwortlich.

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Genf, Berlin (epd). Die Vereinten Nationen haben Vorwürfe Russlands zurückgewiesen, die Bevölkerung im syrischen Aleppo nicht schnell genug mit Hilfsgütern zu versorgen. Für die von Russland angebotenen Hilfskorridore gebe es bislang noch nicht die nötigen Sicherheitsgarantien, sagte ein Sprecher des UN-Nothilfebüros (OCHA) am Freitag in Genf. Die Hilfsgüter stünden bereit und könnten binnen einer Stunde in Ost-Aleppo sein. Derweil kündigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) an, weitere 50 Millionen Euro für die Nothilfe in der umkämpften Stadt bereitzustellen. Mehr als 200 Organisationen riefen die UN-Mitglieder zu einer Dringlichkeitssitzung der Generalversammlung auf.

Die meisten Vertriebenen sind Kinder

Ein Sprecher des russischen Militärs hatte den UN Zögerlichkeit vorgeworfen und eine umgehende Verteilung von Hilfsgütern gefordert. Zuvor hatte Russland eine humanitäre Feuerpause im UN-Sicherheitsrat blockiert. Die UN und Russland seien nun im Gespräch darüber, wie über die von Moskau vorgeschlagenen Korridore Kranke und Verwundete evakuiert und zugleich medizinische und andere Hilfsgüter in den umkämpften Osten der syrischen Großstadt gebracht werden könnten, sagte der OCHA-Sprecher. Bislang hätten jedoch noch nicht alle Kriegsparteien zugestimmt.

Nach Erkenntnissen der UN sind seit Beginn der Offensive auf die Rebellenhochburg Ost-Aleppo mindestens 31.500 Bewohner geflohen. 5.000 von ihnen sind demnach immer noch innerhalb des belagerten Ostens gefangen. 60 Prozent der Vertriebenen sind Unicef zufolge Kinder. Syrische Behörden hätten mehrere Flüchtende festgenommen und ihre Papiere konfisziert, berichteten Helfer vor Ort. Flüchtende hätten zudem berichtet, dass Mitglieder bewaffneter Gruppen aktiv versuchten, Bewohner Ost-Aleppos an der Flucht zu hindern.

223 internationale Organisationen riefen die UN-Mitglieder auf, eine Dringlichkeitssitzung der UN-Generalversammlung einzuberufen. Diese solle die Kriegsparteien auffordern, die unmenschlichen und völkerrechtswidrigen Angriffe auf Aleppo und andere Orte in Syrien zu beenden, erklärten die Unterzeichner am Freitag. Die Kriegsparteien müssten dazu gebracht werden, sofortigen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu schaffen. Der UN-Sicherheitsrat sei seiner Pflicht nicht nachgekommen und darin gescheitert, die Menschen in Syrien zu schützen.

Vollständige Eroberung

Nahezu eine halbe Million Menschen sei in dem Krieg bereits getötet worden, elf Millionen Syrer mussten fliehen, erklärten die Organisationen, darunter Amnesty International, Oxfam, Human Rights Watch, Save the Children und 65 syrische Initiativen. Durch die Luftangriffe auf Ost-Aleppo seien mindestens 250.000 gefährdet.

Die Truppen des syrischen Regimes haben in den vergangenen Tagen mit russischer Luftunterstützung nach UN-Schätzungen 40 Prozent der Rebellenhochburg Ost-Aleppo erobert. Beide Seiten zielen auf die vollständige Eroberung. In Syriens Bürgerkrieg kämpfen seit 2011 das Regime von Präsident Baschar al-Assad, Rebellengruppen und Terrormilizen um die Macht.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 4. Dezember 2016, 22:21 Uhr


Kann dieser syrische Präsident oder überhaupt die dortigen Kämpfe zur Vertreibung und Vernichtung fast eines ganzes Volkes , noch von irgend einem christlich oder Muslim geprägten Staat mit ruhigen Gewissen der eig. Religion unterstützt werden ? Bei allen politischen Forderungen und vielen gegenseitigen Vorwürfen vermisse ich schon lange auch deutliche Worte des Papstes aus Rom , des russ.orthodoxen Patriarchen aus Moskau oder einem der musli.Obermuftis aus Kairo, Iran bzw.aus Saudi Arabien , die auch einmal gemeinsam ihre human.Gedanken ihrer Religionen offenbaren könnten.Als im II.Weltkrieg jüd. Bürger verfolgt wurden , waren viele Kirchenvertreter zu schwach. Als in Europa aufgrund der Syrien und Afrikakrise die Flüchtlingen zu uns wollten, wurden wieder Zäune gebaut und der "Samariter -Faktor" viel ins Wasser oder blieb am Zaun hängen. Auch hier klingt die kirchliche Stimme eher heiser anstatt gemeinsam , nämlich die Geschichte vom barmherzigen Samariter kennen auch alle Christen in den Ostländern. Seit Adam u.Eva sind wir alle Sünder und so wird es sein, bis zum Ende der Zeiten(Mt.24).
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