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Umweltschützer prangern illegalen Kakao-Anbau für Schokolade an

13. September 2017

Die Organisation Mighty Earth kritisiert, dass in der Elfenbeinküste Regenwald illegal abgeholzt wird.

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Aufgeschnittene Kakaoschoten.

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Genf, Yamoussoukro (epd). Für Kakao aus der Elfenbeinküste, der weltweit in Schokolade steckt, werden nach Recherchen von Umweltschützern große Flächen geschützten Regenwalds illegal abgeholzt. In Nationalparks und Waldschutzgebieten seien riesige Plantagen entstanden, deren Ernten über mafiöse Netzwerke in die Hafenstädte des westafrikanischen Landes und von dort auf den Weltmarkt gelangten, heißt es in einer dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegenden Studie der Organisation Mighty Earth. Zu den Käufern gehörten globale Konzerne, die ihre Produkte weltweit vermarkteten.

Industrieverband kennt das Problem "seit Jahren"

Der zuständige Industrieverband bestätigt die Erkenntnisse im Grundsatz. "Das Problem ist seit Jahren bekannt", sagte Rick Scobey, der Sprecher der World Cocoa Foundation, am Mittwoch im französischen Auslandssender RFI. Dem Verband gehören Kakaoproduzenten und die weltweit größten Schokoladenhersteller an. Scobey zufolge wird an Methoden gearbeitet, die Herkunft des Kakaos überprüfbar zu machen.

Die Umweltschützer werfen dagegen dem Kakaosektor vor, von der illegalen Herkunft des Kakaos zu wissen und diese in Kauf zu nehmen. Zwei Fünftel des in der Elfenbeinküste geernteten Kakaos stammten aus geschützten Gebieten, zitiert die Organisation die staatliche Waldschutzbehörde. Polizei und staatliche Institutionen nähmen den illegalen Anbau hin. So gebe es mitten in einem Waldschutzgebiet inzwischen nicht nur große Plantagen, sondern auch eine Stadt mit Tausenden Einwohnern, in der Schulen und ein Krankenhaus betrieben würden.

Die Elfenbeinküste ist der weltweit größte Exporteur von Kakaobohnen. Riesigen Plantagen steht eine stark schwindende Zahl von Wäldern gegenüber. Mighty Earth zufolge ist noch knapp ein Zehntel des einst von Urwald bedeckten Landes bewaldet. In 18 von 23 Schutzgebieten seien Primaten bereits verschwunden oder stark bedroht. Von den Elefanten, die dem Fußballteam des Landes seinen Namen geben, leben noch geschätzte 200 in der Elfenbeinküste.

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