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Studie: Eltern stehen trotz Familienförderung unter Druck

8. Mai 2017

Eltern fühlen sich trotz zahlreicher Reformen bei der Familienförderung offenbar nicht wirklich entlastet.

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Hamburg (epd). Das geht aus einer neuen Umfrage hervor, die die Zeitschrift "Eltern" und das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid am Montag in Hamburg vorstellten. Demnach spüren 87 Prozent der befragten Eltern zunehmenden Druck. Einer der Gründe dafür scheint von der Berufstätigkeit auszugehen: 86 Prozent der Eltern meinen, dass Familien sich heute eher dem Arbeitsmarkt anpassen müssen als umgekehrt.

Kita-Ausbau oder Finanzhilfen

Die Studie belege, dass die Wünsche und Bedürfnisse, die Eltern haben, oft nicht mit den Annahmen der Politik über das Familienleben übereinstimmen, hieß es. Der Ausbau des Elterngeldes und der Vätermonate, die Kindergelderhöhung und die erweiterten Kita-Angebote, all das scheint in seiner Wirkung zu verpuffen. Wichtiger als der weitere Ausbau der Kinderbetreuung ist den meisten Eltern finanzielle Familienförderung wie die kostenlose Krankenversicherung nicht berufstätiger Ehepartner (60 Prozent) oder deutlich mehr Kindergeld (55 Prozent).

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verschlechtere sich, anstatt sich zu verbessern, hieß es. Während in der Eltern-Studie vor vier Jahren noch 43 Prozent sagten, dass sie mit der Vereinbarkeit von Job und Familie gut klarkommen, sind es 2017 nur noch 29 Prozent der Befragten. 68 Prozent der Eltern geben heute an, sie hätten "einige" oder "große Probleme", Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Zudem haben 84 Prozent den Eindruck, es werde von Eltern erwartet, die Kinder möglichst früh in der Kita betreuen zu lassen. Genau das wollen die meisten Eltern aber nicht. Nur jede vierte Frau will nach einem Jahr zurück in den Beruf, die große Mehrheit hält einen Zeitpunkt zwischen eineinhalb und drei Jahren nach der Geburt des Kindes für richtig.

"Dass Eltern in Deutschland, ganz besonders die Mütter, sich heute mehr als je zuvor unter Druck fühlen, sollte alle Parteien aufrütteln", sagte "Eltern"-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki: "Zumal die Ergebnisse der Studie ganz klar zeigen, was Eltern wollen: die Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten. Das drückt sich im Wunsch vor allem nach finanzieller Förderung aus, aber auch in dem Wunsch, mindestens eineinhalb Jahre beim Kind zu bleiben."

Befragt wurden für die repräsentative Studie 1.000 Frauen und Männer mit Kindern bis zum Alter von zehn Jahren.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 8. Mai 2017, 17:07 Uhr


Zu all den Problemen kommt zumindest in ländlichen Gebieten noch ein weiteres auf die Familien und solche, die es werden wollen, zu: Immer mehr Geburtsstationen werden geschlossen, zuletzt in Meschede. Menschen im tieferen Sauerland müssen zwischen 50 und über 100 km fahren, um den nächsten Kreißsaal in Lippstadt oder Arnsberg-Hüsten zu erreichen. Im Sommer gehts ja noch... Dazu stand heute bei uns in der Zeitung: Ein Kreißsaal RECHNET SICH NICHT. Nein, in Geld wohl nicht, aber in Zukunft!
Niedergelassene Hebammen gibt es auch kaum noch, weil sie durch die Versicherungsbeiträge erdrückt werden. Ich kann es verstehen, wenn sich ein Paar z.B. in Schmallenberg gegen Kinder entscheidet, aber es macht mir Angst.
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Atlantica, 8. Mai 2017, 20:12 Uhr


Vielen Dank, Schallblech, für diese interessanten Informationen!! - Ich bin der Meinung, hier sollte Lokalpolitik direkt aufgefordert werden, der Schließung von Kreißsälen entgegenzuwirken!
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