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Studie: Potenziale älterer Arbeitnehmer nutzen

16. August 2017

Die Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland nimmt in den kommenden Jahren ab, das Alter für den Renteneintritt steigt. Experten empfehlen daher Unternehmen, die Potenziale älterer Beschäftigte stärker zu nutzen.

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Gütersloh, Berlin (epd). Unternehmen sollten einer Experten-Studie zufolge viel stärker als bislang ältere Arbeitnehmer integrieren. Angesichts einer langfristig zurückgehenden Zahl an Arbeitnehmern könnten ältere Beschäftigte für Unternehmen besonders wertvoll sein, heißt es in einer am Mittwoch in Gütersloh veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verwies auf die guten Erfahrungen der Betriebe mit älteren Mitarbeitern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mahnte mehr spezielle Weiterbildungen und Gesundheitsförderungen an.

"Vielversprechende Möglichgkeit"

Die arbeitende Bevölkerung könne Schätzungen zufolge von derzeit 49 Millionen Menschen bis zum Jahr 2035 auf bis zu 41 Millionen zurückgehen, erklärte die Bertelsmann Stiftung. Zugleich steige das Zugangsalter für die Rente an. Die Integration von älteren Menschen in den Arbeitsmarkt sei eine vielversprechende Möglichkeit, drohenden Fachkräfteengpässen zu begegnen.

Die Arbeitslosenquote der 55- bis 65-jährigen Arbeitnehmer sei zwar in den vergangenen zehn Jahren von 8,9 auf 6,8 Prozent zurückgegangen. Sie habe jedoch im Jahr 2016 noch um 0,7 Prozentpunkte höher gelegen als die allgemeine Arbeitslosenquote. Von den über 55-Jährigen ist den Angaben zufolge gut jeder zweite (51,4 Prozent) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Beschäftigungsquote in allen Altersgruppen lag hingegen bei fast 58 Prozent.

Arbeitgeber, Verbände und Politik sollten noch stärker attraktive Rahmenbedingungen und Arbeitsplätze für Ältere schaffen, hieß es. Die "Generation Erfahrung" habe in der Regel ein hohes Maß an Lebens- und Berufserfahrung. Zudem besäßen ältere Menschen oftmals ein ausgeprägtes Verantwortungs- und Qualitätsbewusstsein. Um die Arbeitsbedingungen für ältere Mitarbeiter zu verbessern, schlagen die Autoren flexiblere Arbeitszeiten, gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen sowie spezielle Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen vor.

Chance für Bewerber

Betriebe machen nach Angaben des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gute Erfahrungen mit älteren Mitarbeitern. Arbeitgeber müssten allerdings bereit sein, älteren Bewerbern eine Chance zu geben, sagte Andreas Moczall am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Da ist noch Luft nach oben", erklärte Moczall, einer der Autoren einer in diesem Jahr durchgeführten IAB-Untersuchung über Neueinstellungen von Arbeitnehmern über 50 Jahren.

Das berufliche Potenzial Älterer könne nur ausgeschöpft werden, wenn die Unternehmen sich darauf einstellten, die Älteren tatsächlich im Betrieb zu halten, erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund. "Die Beschäftigungsbedingungen für Ältere muss deswegen Chefaufgabe werden", sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Johannes Jakob am Mittwoch in Berlin dem epd. Nötig seien dafür mehr Investitionen in die Gesundheitsförderung und Weiterbildung. Zudem sei sollten ältere Beschäftigte bereits präventiv am Arbeitsmarkt gehalten werden.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 16. August 2017, 15:01 Uhr


Warum ist die Arbeitslosenquote bei Älteren wohl gesunken? Na? Sind die Arbeitgeber etwa schlauer geworden? Nein, die sind in vorzeitige Rente gegangen, mit Abstrichen. Das ganze Wissen, die Erfahrung, die sich lebenslang angesammelt hat, alles weg. Nur noch "junge, dynamischeTeams" die jedes Rad neu erfinden wollen, weil ihnen die erfahrenen Leute an der Seite fehlen. Aber die Berufseinsteiger sind halt billiger. Das wird sich noch sehr schmerzhaft in der Wirtschaft bemerkbar machen.
Fachkräftemangel - ich kanns nicht mehr hören.

Atlantica, 16. August 2017, 15:53 Uhr


Was du schreibst, ist plausibel, Schallblech. In dem unten zitierten Buch von Wilhelm Schmid ist die Rede von der "ueberhitzten" heutigen Zeit. Die Gier nach neuen Auftraegen und dem schnellen Geld verfuehren die Menschen zu punktuell "funktionierenden" Leistungen. Dabei sind Fleiss und Ausdauer die eigentlichen Mittel fuer dauerhaft gute Leistung.
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Atlantica, 23. August 2017, 18:05 Uhr


Der Philosoph Wilhelm Schmid schreibt in seinem Büchlein "Gelassenheit":

"Neue Wissensaneignung ergänzt den Erfahrungsprozess, ohne ihn ersetzen zu können. In der Arbeitswelt täten Unternehmen gut daran, auf den Erfahrungsschatz der Älteren zu setzen, die ihn gerne zur Verfügung stellen und an Jüngere weitergeben. Im besten Fall ließe sich der ungestüme Einfallsreichtum der Jüngeren mit der erfahrungsgesättigten Umsicht der Älteren verbinden. Gelänge das in der gesamten Gesellschaft, könnte deren Alterungsprozess dazu beitragen, die überhitzte Moderne abzukühlen eine andere Moderne herbeizuführen."
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Alwite, 23. August 2017, 19:19 Uhr


>Experten empfehlen< Mein Berufsleben lehrte mich genau das. Doch Arbeitgeber die von sich aus nicht wissen, dass ihre Betriebe gut beraten sind wenn Arbeitnehmer aller Altersklassen für sie tätig sind, werden Experten leider auch nicht davon überzeugen.
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Atlantica, 25. August 2017, 14:24 Uhr


Es ist sonnenklar, man koennte auch sagen - klar wie Klossbruehe, dass es sich nicht lohnt, sinnlos ist, Alwite, fuer einen solchen Menschen zu arbeiten.
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