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Yetnebersh Nigussie setzt sich für Behinderte in Äthiopien ein, Foto von 2005.
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Starke Stimme für die Behinderten

26. September 2017

Die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie bekommt den Alternativen Nobelpreis. Sie setzt sich für die Gleichberechtigung Behinderter ein - in einem Land, in dem Väter eines behinderten Kindes um ihre Ehre fürchten.

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Yetnebersh Nigussie setzt sich für Behinderte in Äthiopien ein, Foto von 2005.

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Genf (epd). Ohne ihr Handicap wäre Yetnebersh Nigussie wohl nie dort angekommen, wo sie heute ist: Die 35-Jährige war fünf, als sie im ländlichen Norden Äthiopiens an Meningitis erkrankte und erblindete. Sie konnte ein kirchliches Internat besuchen. Die Nonnen dort halfen ihr, ihr gewaltiges Potenzial auszuschöpfen. "Ich habe erst sehr viel später begriffen, dass Frauen gesellschaftlich benachteiligt sind", sagt die Menschenrechtlerin, deren Einsatz jetzt mit dem Alternativen Nobelpreis, dem "Right Livelihood Award" gewürdigt wird.

Inklusive Schulen für Äthiopien

Nigussie studierte Jura und Sozialarbeit in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, setzte sich bereits während des Studiums für Aids-Kranke ein und rief die erste Studentinneninitiative ins Leben. Nach ihrem Abschluss gründete sie das Äthiopische Zentrum für Behinderung und Entwicklung und wurde dessen Direktorin. In einem Land, in dem Blinde nicht einmal Bankgeschäfte betreiben dürfen, kämpft sie seitdem für Gleichberechtigung. Mit Erfolg: Neubauten müssen in Äthiopien behindertengerecht sein, das entsprechende Gesetz hat Nigussie erstritten.

300 Kinder besuchen inzwischen die von ihr gegründete Privatschule, die Yetnebersh-Akademie. Zehn von ihnen sind behindert, unterrichtet werden alle Kinder gemeinsam. Solche inklusiven Schulen gibt es in Äthiopien, wo Männer bis heute ihre Familien nach Geburt eines behinderten Kindes aus Angst um ihre Ehre verlassen, sonst nirgendwo. "Die wichtigste Lektion aus 15 Jahren Aktivismus ist für mich: Wenn man Ungleichheit bekämpfen will, muss man Allianzen bilden und eine klare Führungsrolle übernehmen", sagte Nigussie kürzlich in einem Interview. Eine Führungsrolle übernimmt die Äthiopierin inzwischen auch weltweit als Beraterin der Nichtregierungsorganisation "Licht für die Welt".

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