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Pilger auf dem St. Jakobsweg im Landkreis Altötting in Oberbayern.
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Soziologe: Interesse am Pilgern steigt weiter

19. Januar 2017

Auszeit vom turbulenten Alltag oder Verarbeitung einer Krise: Der Pilger-Boom in Europa ist ungebrochen. Spiritueller Tourismus sei ein "Sehnsuchtsmarkt", sagt ein Soziologe.

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Pilger auf dem St. Jakobsweg im Landkreis Altötting in Oberbayern.

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Stuttgart, Hagen (epd). Wie der Soziologe Christian Kurrat von der Fernuniversität Hagen am Donnerstag in Stuttgart berichtete, habe der Jakobsweg in Spanien einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnet: 280.000 Menschen hätten sich 2016 auf den Weg nach Santiago de Compostela gemacht.

Spiritueller Tourismus sei ein "Sehnsuchtsmarkt", der jährlich einen Umsatz von 13,5 Milliarden Euro erzeuge, sagte Kurrat beim ökumenischen Empfang der Kirchen auf der Stuttgarter Touristik- und Reisemesse CMT. Habe es 1990 in Deutschland nur rund ein Dutzend Buchtitel zum Thema Pilgern gegeben, so seien es 2015 bereits mehr als 430 gewesen.

Hape Kerkelings Pilgerbuch "Ich bin dann mal weg" sei mit elf Millionen Exemplaren zum meistverkauften Sachbuch Europas geworden, sagte Kurrat. Nach der Veröffentlichung habe man einen "Kerkeling-Effekt" verzeichnet: Die Zahl der deutschen Pilger auf dem Jakobsweg sei binnen eines Jahres um 70 Prozent gestiegen.

Spirituelle Auszeit

Kurrat wies auf Ergebnisse seiner soziologischen Forschung hin, wonach sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen auf Pilgerschaft begeben. Während die einen beim Pilgern eine Krise wie etwa den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten wollten, suchten andere eine Auszeit von einem turbulenten Alltag. Auch in Übergangsphasen des Lebens, etwa zwischen Schule und Studium oder zwischen zwei Arbeitsstellen, gingen Menschen gerne auf die spirituelle Reise.

Spiritueller Tourismus sei eine Versuch, Ruhe in einen immer hektischeren Alltag zu bringen, sagte Ulrich Heckel von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Laut Umfragen schaue sich jeder Zweite auf Reisen gerne Kirchen und Klöster an, jeder Dritte könne sich sogar einen Klosterurlaub vorstellen. Es sei auch heute möglich, in Gott einen Ruhepol zu finden, betonte Heckel.

Eine neue Autobahnkirche an der Raststätte Sindelfinger Wald, einem der meistbefahrenen Autobahnabschnitte Deutschlands, soll Heckel zufolge Auto- und Lastwagenfahrern eine spirituelle Auszeit ermöglichen. Wann die Kirche eröffnet wird, stehe aber noch nicht fest.

Katholische und evangelische Kirche betreiben auf der Touristik- und Reisemesse CMT mit mehr als 2.000 Ausstellern einen gemeinsamen Infostand, an dem sie über Urlaubs- und Freizeitangebote für Erwachsene, Familien und Alleinerziehende sowie über Exerzitien- und Einkehrhäuser informieren. Außerdem stellen Jugendwerke, Bildungseinrichtungen und kirchliche Reiseveranstalter ihre Angebote vor. Der Kirchenauftritt steht unter dem Leitwort "Aufatmen - Urlaub für die Seele".

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 22. Januar 2017, 22:06 Uhr


Die etwas abgehobene "Klasse" leistet sich die etwas anderen Kreuzfahrten über Ostsee, Mittelmeer oder gar Atlantik. Der Rest der Christenheit arbeitet sich nach Spanien, Campostella, nach Trier zum Matthias Apostelgrab durch oder pilgert entlang vieler kleiner örtlicher Wanderwege um eines der vielerorts teils schön erhaltenen oder Blumen geschmückten 411.000 Wegeskreuze neu zu entdecken. Die bundesweit geschätzten ca. 411.000 Wegekreuze, ca. 4500 allein schon im Eifelbereich erlauben vielerorts Möglichkeiten, sich nach Kondition und Zeitvorgabe, mit und ohne Landkarten, zusätzlich gestärkt mit Taschenbibel und Tageslosungsbüchlein, individuell einen persönlichen Pilgerweg zusammenzustellen. Diese Pilger - oder Wanderwege durch die einheimischen Landschaften, wie Eifel, Harz, Taunus, Teuteburger Wald, Westerwald bis hin zum Schwarzwald um diese dann still , ganz allein oder auch mit Partner und Freunden zu erwandern und dabei Gott und seine 31.176 aufgeschriebenen Bibelverse neu zu erfahren. Auch durch diese unkonventionelle Art ließe sich der spirituelle Tourismus sicherlich zusätzlich stärken.
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Atlantica, 23. Januar 2017, 17:00 Uhr


Meinen Teuto lob ich mir!
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Schallblech, 23. Januar 2017, 17:04 Uhr


"Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland" *sing*
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