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Radio machen gegen Korruption

26. September 2017

Die investigative Journalistin Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan erhält in diesem Jahr den Alternativen Nobelpreis. Bekannt wurde sie durch ihre Berichte über Vetternwirtschaft bei Bauprojekten für den Eurovision Song Contest (ESC) 2012 in Baku.

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Stockholm (epd). Die 41-Jährige wird "für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit, Korruption auf höchster Regierungsebene durch herausragenden investigativen Journalismus aufzudecken" ausgezeichnet, wie die Right-Livelihood-Stiftung am Dienstag mitteilte.

Korruptionsskandale und Menschenrechtsverletzungen

Ismayilova berichtet seit Jahren kritisch über Aserbaidschans autokratische Regierung. Sie deckte unter anderem die Verwicklung von Präsident Ilham Aliyev in Korruptionsskandale und Menschenrechtsverletzungen auf. Ismayilova arbeitet für den von der US-Regierung finanzierten Sender Radio Free Europe/Radio Liberty, dessen aserbaidschanisches Programm sie von 2008 bis 2010 leitete. International bekannt wurde die Radiojournalistin vor dem Eurovision Song Contest (ESC) 2012, der in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku abgehalten wurde. Ismayilova berichtete über Vetternwirtschaft bei Bauprojekten für den ESC.

Wegen ihrer Recherchen wurde Ismayilova immer wieder bedroht. Regierungstreue Medien veröffentlichten Videoaufnahmen, die die Journalistin beim Sex zeigen sollen. Im Dezember 2014 wurde Ismayilova verhaftet. Zunächst warfen ihr die Behörden vor, sie habe ihren Ex-Freund in den Selbstmord getrieben. Verurteilt wurde die Journalistin schließlich im September 2015 wegen angeblicher Steuerhinterziehung.

Internationale Proteste gegen Verurteilung

Das Strafmaß war ursprünglich auf siebeneinhalb Jahre angesetzt worden. Nach internationalen Protesten kam Ismayilova jedoch im Mai 2016 auf Bewährung frei. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis kündigte sie an, ihre journalistische Arbeit fortzusetzen. "Ich fühle mich jünger und tatkräftiger, und ich werde kämpfen bis zuletzt", sagte sie damals. Bis heute darf die Reporterin Aserbaidschan nicht verlassen.

In der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" steht Aserbaidschan derzeit auf Platz 162 von 180 Ländern. Das Journalisten-Netzwerk "Organized Crime and Corruption Reporting Project" verlieh Präsident Aliyev 2012 den Negativ-Titel "korruptester Mann des Jahres".

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 27. September 2017, 12:03 Uhr


http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Korruption-ist-ueberall-zu-Hause-auch-in-Deutschland-id40314237.html

Leider ist Vetternwirtschaft nicht nur in Aserbaidschan zu beklagen. Gegenwärtig ist uns immer noch die Spendenaffaire eines deutschen Staatsoberhauptes...die nicht die erste war und nicht die letzte sein wird.
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