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Pro und Kontra: Was bringen jährliche Welt-Klimakonferenzen?

3. November 2017

Vom 6. bis 17. November findet die UN-Klimakonferenz in Bonn statt. Doch hat das Zusammentreffen den Effekt, den sich die Politik wünscht? Der Evangelische Pressedienst (epd) mit den Pro- und Kontra-Argumenten:

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Berlin, Bonn (epd). Rund 25.000 Teilnehmer, 197 Staaten, stundenlange Debatten und Verhandlungen: Auf der Tagesordnung der Weltklimakonferenz kommende Woche steht die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens 2015. In der Vereinbarung verpflichtet sich die Staatengemeinschaft, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad Celsius.

In Bonn sind viele Fragen zu beantworten, zum Beispiel wie die Staaten zu mehr Transparenz über ihre Zielvorgaben gebracht werden können. Etliche Staats- und Regierungschefs werden zu der Großveranstaltung erwartet. Doch hat das Zusammentreffen den Effekt, den sich die Politik wünscht? Der Evangelische Pressedienst (epd) mit den Pro- und Kontra-Argumenten:

PRO:

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 gilt als Sternstunde und größter Durchbruch der Klimadiplomatie. Die UN-Konferenzen seien unverzichtbar, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von "Germanwatch", einer Entwicklungs- und Umweltorganisation in Bonn: "Die dramatische Herausforderung der globalen Klimakrise lässt sich nur durch internationale Kooperation lösen." Nur im Rahmen der UN hätten die ärmsten Staaten, die am verletzlichsten gegenüber dem Klimawandel sind, überhaupt eine Stimme. Die Showeffekte der Konferenz rücken also den Schutz der Umwelt wieder in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Allerdings regt Bals an, über einen neuen Ablauf der UN-Gipfel nachzudenken. Er hält es für denkbar, ab 2020 beispielsweise Bundesstaaten, Unternehmen oder zivilgesellschaftliche Organisationen wie NGOs stärker an den Verhandlungen zu beteiligen. Denn dann geht es um die konkrete Umsetzung der Zielvorgaben. Denkbar wären mehrere kleinere Gipfel mit Schwerpunkten etwa zum Thema Kohle, zu Verkehr oder Landwirtschaft. Auf einer großen Konferenz, die alle zwei Jahre stattfinden könnte, könnten dann die Ergebnisse verabschiedet werden, schlägt Bals vor.

KONTRA:

Immer mehr Teilnehmer kommen zu den Konferenztagen. Etliche Nebenveranstaltungen und Demonstrationen begleiten den Gipfel. Die Kosten für die Veranstaltung, für Logistik und die Versorgung der Teilnehmer gehen in die Millionen. Die Ergebnisse nach zwei Wochen und teilweise nächtelangen Debatten scheinen hingegen für die Außenwelt oft dürftig. "Der Rahmen ist in den vergangenen Jahren tatsächlich immer größer geworden", sagt Sebastian Scholz, Teamleiter Energiepolitik und Klimaschutz beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Um den Folgen des Klimawandels zu begegnen, müsse in erster Linie lokal vor Ort gehandelt werden, ist Scholz überzeugt. Das gelte sowohl für den konkreten Klimaschutz als auch für die Anpassung an den Klimawandel. Denkbar seien zum Beispiel ein intensiverer Küstenschutz in Überschwemmungsgebieten an der Küste Mosambiks oder die Dämmung von Häusern. Alternativen zur UN-Klimarahmenkonvention kann er sich dennoch nur schwer vorstellen. Besonders in Zeiten, in denen die USA sich unter Präsident Donald Trump vom Pariser Abkommen zunehmend abwenden. Dennoch: "In Bonn muss sich erneut zeigen, dass die übrige Staatengemeinschaft mit einer Stimme für den Klimaschutz spricht", sagt Scholz. Der Prozess sei zwar nicht perfekt. Aber so lange man keinen besseren habe, sollten man auf diese Weise weiterhin am internationalen Klimaschutz arbeiten.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 3. November 2017, 11:06 Uhr


Mein Bauch sagt: viel zu viel Aufwand, mit dem Geld, das da allein für das Treffen ausgegeben wird - der Sicherungsaufwand im Umfeld ist da ja vielleicht noch garnicht mitgerechnet - könnte man sinnvollere Dinge tun.
Andererseits geht es wirklich nur über die UN. Was nützt es, wenn ein Staat sich an die Vorschriften hält und ein kleines Fleckchen saubere Luft über sich erzeugt, wenn die Nachbarn alles wieder vollstinken.
Genauso die Atomkraft: Wir schaffen hier moderne und (relativ) sichere Atomkraftwerke ab, und in West und vor allem Ost werden immer weiter Neue vom Typ Tschernobyl gebaut.
Es geht nur zusammen, wenn auch nur mit Zähneknirschen.

Atlantica, 3. November 2017, 18:47 Uhr


Lieber Schallblech, sichere Atomkraftwerke kann man ja wohl noch so gerade guten Gewissens propagieren. Spätestens bei der Frage des Atom-Mülls offenbart sich die ganze Misere der Atom-Wirtschaft. Daher bin ich strikt gegen Atom-Energie und für den Total-Ausstieg. Wir müssen an kommende Generationen denken.

Schallblech, 6. November 2017, 10:13 Uhr


Das war nur ein Beispiel, lieber Atlantica, keine Werbung für Atomkraftwerke! Ich wollte damit sagen, daß andere Nationen eben nichts aus der Tschernobylkatastrophe gelernt haben.

Atlantica, 6. November 2017, 10:48 Uhr


Ah, ja, lieber Schallblech. Danke.
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Alwite, 3. November 2017, 14:18 Uhr


Bei diesem Thema denke ich manchmal mit Johann Wolfgang von Goethe :
"Lass nur die Sorge sein,
das gibt sich alles schon,
und fällt der Himmel ein,
kommt doch eine Lerche davon."

Wir Menschen auf diesem kleinen Planeten vemehren uns zur Zeit in einer Geschwindigkeit zu einer Dimension, die mich schwindeln lässt. Auch das hat vermutlich mit dem Fortbestand dieser Erde zu tun. Die Welt wird gemäss der Wissenschaft. die Erwärmung vielleicht minimal verzögern können, von dem, was die Ordnung des Universum ansteuert, werden in fernen Jahren, die davongekommenen Lerchen zu berichten wissen...


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